Monte Cassino (auch Montecassino) ist ein Berg in Italien, auf dem sich die Abtei Montecassino befindet, das Mutterkloster (lat. archicoenobium) der Benediktiner. Der Klosterkomplex liegt auf einem 516 m hohen felsigen Hügel im Stadtgebiet von Cassino (dem römischen Casinum, später San Germano) zwischen Rom und Neapel. Montecassino gilt als eines der bedeutendsten geistlichen Zentren des Mittelalters und erlangte durch große Theologen beispielsweise Petrus Diaconus, Historiker Paul Warnefried, Mediziner, Exegeten und den Mathematiker Pandulf besondere wissenschaftliche Bedeutung.

Zerstörung des Klosters
In der Endphase des Zweiten Weltkrieges war Monte Cassino Zufluchtsort für Zivilpersonen. Trotz gegenteiliger Versicherungen seitens der Wehrmacht und des Vatikans befürchteten die Alliierten, daß sich aufgrund der militärisch günstigen Lage deutsche Soldaten im Kloster aufhalten könnten.
Wegen der besonderen historischen Bedeutung des Klosters hatte jedoch der deutsche Oberbefehlshaber in Italien, Generalfeldmarschall Albert Kesselring, verboten, dieses in die deutschen Stellungen einzubeziehen und diese Entscheidung den Alliierten auch mitteilen lassen. Auf Initiative des Kampfkommandanten Oberstleutnants Julius Schlegel von der Panzer-Division „Hermann Göring“ (mit Unterstützung von Generalleutnant Paul Conrath) wurden die Bibliothek mit etwa 1.200 historischen Dokumenten (gesiegelte Urkunden), 100.000 Bücher, 200 Gemälde und weitere Kunstschätze des Klosters vor dem Angriff in die Engelsburg nach Rom gebracht.
Die deutschen Fallschirmjäger der 1. Fallschirm-Jäger-Division hatten ihre Verteidigungsstellungen 300 Meter von den Gebäuden entfernt in den Berghängen aufgebaut und hatten Befehl, sich dem Kloster nicht weiter zu nähern.
Der neuseeländische General Bernard Freyberg hatte sich umfassend anhand historischer Literatur über den Bau informiert und festgestellt, daß es sich bei dem Kloster um eine umfangreiche und große Festungsanlage handelt. Er vermutete, daß diese Baulichkeiten – obwohl er mehrfach gegenteilige Beteuerungen erhielt – genutzt wurden und befahl die Bombardierung am 15. Februar: 229 US-Bomber der 12. und 15. Luftflotte warfen in zwei Angriffswellen 435 Tonnen Spreng- und Brandbomben auf die Anlage ab. Zusammen mit zusätzlichem Artilleriebeschuß wurde Monte Cassino binnen drei Stunden durch den schwersten Bombenangriff auf ein einzelnes Gebäude vollständig in Schutt und Asche gelegt. Zu Beginn des Angriffs befanden sich nur die Mönche und etwa 800 Zivilisten im Kloster, die Zuflucht in den Kellergewölben gesucht hatten. 250 von ihnen wurden beim Angriff getötet.
Am Nachmittag des 15. Februar 1944 war die „ehrwürdigste Abtei des Abendlandes“ („Die Welt“) zerstört. Es blieben einige der bis zu fünf Meter dicken Sockel der Mauern erhalten und bildeten fortan perfekte Verteidigungsstellungen für die deutschen Truppen.

Nach dem Kriegsverbrechen der durch Harold Alexander befohlenen Bombardierung mittels Terrorflieger rückte die deutsche Wehrmacht in die Ruinen ein und besetzte sie für die Dauer mehrerer Monate. Es folgte eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs, die Schlacht um Monte Cassino.

In den nächsten Monaten konnten sie den Berg trotz weiterer schwerer Angriffe halten, mit hohen Verlusten auf beiden Seiten.
Die Zerstörung des Klosters führte zu einer erheblichen diplomatischen Verstimmung zwischen dem Heiligen Stuhl und den westlichen Alliierten.
Der Vatikan erklärte später, vor der Bombardierung hätten sich weder deutsche Soldaten noch Kriegsgerät im Kloster befunden.
Der Wehrmachts-Oberstleutnant Julius Schlegel hat, als sich die Front näherte, die Kunstschätze des Klosters Montecassino auf 100 Armeelastwagen verladen lassen und in die Engelsburg nach Rom evakuiert. Der Wiederaufbau des Klosters war nicht zuletzt deshalb möglich, weil Julius Schlegel auch alle Baupläne rettete.

Nach 1945 wurde die Abtei mit Hilfe des italienischen Staates in zehn Jahren nach den ursprünglichen Bauplänen wiederaufgebaut, dem Leitsatz des Abtes Ildefonso Rea „Wo es stand und wie es war“ folgend.

Die historischen Werte und Kunstwerke innerhalb der Gebäude sind, soweit sie nicht von Oberstleutnant Julius Schlegel (auf Befehl von Generalleutnant von Senger und Etterlin) gerettet werden konnten, jedoch nicht ersetzbar.

Anm:
Janusz Piekalkiewicz: Die Schlacht von Monte Cassino. Zwanzig Völker ringen um einen Berg, Luebbe Verlagsgruppe (1985), ISBN 978-3785702642
Beschreibt die Schlacht um Monte Cassino folgendermaßen:
Kurzbeschreibung: Monte Cassino ist einmal als das Verdun des Zweiten Weltkrieges bezeichnet worden. Für die Kriegsgegner Deutschlands war es die strategisch und politisch sinnloseste Schlacht, die im Zweiten Weltkrieg geschlagen wurde. Die Alliierten konnten ihre materielle Überlegenheit nicht in taktische Vorteile ummünzen. Die verzweifelten Angriffe alliierter Verbände aus achtzehn Nationen und die verbissenen heldenhaften Abwehrkämpfe der deutschen Truppen gipfelten in einer Vernichtungsschlacht, die alle in ihren Strudel zog. Sechs Monate dauert das zähe Ringen. Am Ende haben Zehntausende ihr Leben gelassen, das Mutterkloster des abendländischen Mönchtums wurde durch alliierte Terrorbomber dem Erdboden gleichgemacht: der absurdeste und sinnloseste Feldzug des ganzen Krieges.
Blick auf das neuaufgebaute Kloster Monte Cassino
Die Benediktinerabtei auf dem Monte Cassino vor und nach dem Luftterrorangriff der USAAF am 15. Februar 1944
83 anglo-amerikanische Bomber hatten am 15. Februar ihre Bombenlast über dem ehrwürdigen Kloster von Monte Cassino, der Geburtsstätte des Benediktinerordens, abgeworfen. Das Bauwerk wurde vollständig zerstört und unersetzliche Kulturwerte vernichtet. Als Vorwand der Bombardierung diente die Behauptung, deutsche Truppen hätten das Kloster als Artilleriefestung ausgebaut, eine Behauptung, die inzwischen durch Erklärungen der Mönche von Monte Cassino restlos entkräftet wurde.
So wüteten die anglo-amerikanischen Bomber und Artillerie-Geschosse im Kloster Monte Cassino.
Die Gewölbe der wundervoll ausgeschmückten Basilika sind eingestürzt und haben die herrlichen Mosaikbilder und Wandmalereien unter sich begraben. Ein stehengebliebener Pfeiler klagt an: „Pax!“ (Friede).
Die Zerstörung des Klosters am 15. Februar 1944, aufgenommen aus einem der beteiligten Bomber.
Der Erzabt wird zu einem von den Deutschen bereitgestellten Wagen gebracht.
Dem 83jährigen Erzabt von Monte Cassino wird von General von Senger und Etterlin, der ihn vor den alliierten Bombardements in Sicherheit bringt, in den Wagen geholfen.
Evakuierung zur Sicherung der Kunstschätze aus der Benediktinerabtei auf dem Monte Cassino in die Engelsburg nach Rom