Kurt Knispel (Lebensrune.png 20. September 1921 in Salisfeld, einem Ortsteil von Zuckmantel, Sudetenland; Todesrune.png gefallen 28. April 1945 bei Wostitz, Mähren) war ein deutscher Feldwebel der Panzertruppe der Wehrmacht und mit 168 bestätigten (100 als Richtschütze, 68 als Kommandant) und weiteren 30 Abschüssen einer der erfolgreichste Panzerkommandant der Weltgeschichte. Knispel wurde, der Legende nach, viermal für das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes vorgeschlagen, dies läßt sich jedoch nicht einwandfrei belegen

Zweiter Weltkrieg

 Knispel meldete sich 1940, im Alter von 19 Jahren, freiwillig zur Wehrmacht, zwei Jahre nachdem seine sudetendeutsche Heimat mit dem Münchner Abkommen befreit worden war. Er beendete die Ausbildung Anfang 1941 und diente als Ladeschütze in einem Panzer IV, dem wichtigsten deutschen Panzer der Zeit. Beim Unternehmen „Barbarossa“ in der Panzergruppe 3 war er Teil der nördlichen Zangenbewegung um Moskau, um die russische Hauptstadt zu erobern. Nach den anfänglichen Erfolgen kam der Vormarsch zum Erliegen, als sich die Truppen auf den gnadenlosen russischen Winter vorbereiteten.

Anfang 1942 wurde Knispel zusammen mit anderen Panzerbesatzungen von der Front zurückgezogen, um am neuen mächtigen Panzer „Tiger I“ ausgebildet zu werden. Mit der schweren Panzer-Abteilung 503 kehrte er gerade rechtzeitig an die Front zurück, um an der Schlacht von Kursk teilzunehmen. Während dieser Zeit zerstörte er als Panzerkommandant in 12 Tagen 27 russische T-34, die zu den erfolgreichsten Panzern der damaligen Roten Armee gehörten. Es gelang ihm, einen von ihnen in einer Entfernung von 3000 Metern herauszuholen. Für 50 zerstörte feindpanzer erhielt er das Eiserne Kreuz, 1 Klasse.

Der Krieg tobte bei den Kämpfen in Vinittsa, Jampol und bei der Kesselschlacht von Kamenez-Podolski weiter. Knispel war immer vorne mit dabei, und im Frühjahr 1944 wurde die Abteilung mit dem Panzer „Tiger II“ ausgerüstet. Der Wehrmachtbericht vom 25. April 1944 gab bekannt:

„Der Unteroffizier Knispel in einer schweren Panzerabteilung im Osten schoß in der Zeit von Juli 1942 und März 1944 101 Panzer ab.“[1]

Knispel wurde durch den Kampf auf den verschiedensten Schlachtfeldern wie Kursk, Winniza, Jampol, Kamenez-Podolsk, dem Kessel von Korsun-Tscherkassy, beim Rückzug aus der Normandie in Caen und dann wieder an der Ostfront bei den Gefechten von Mezotur, Torokszentmiklos, Kecskemet, Cegled, dem Brückenkopf von Gran, Bab, Laa, Nitra, Gyula gestählt.

Er kämpfte sich durch Ungarn, zuletzt im Umkreis von Budapest. Als die Fronten jedoch um ihn herum zusammenbrachen, die Schlacht um Budapest und die Plattenseeoffensive verloren waren, mußte er sich in das südliche Sudetenlandzurückziehen. Es gab keinen Rückzug mehr von hier, und nach dem Kampf durch den gesamten Zweiten Weltkrieg an der Front, erhielt er 1945 bei Wostitz, nur 100 Kilometer von zu Hause entfernt, einen tödlichen Treffer.

Er erzielte bei einer Entfernung von etwa 3.000 Metern einen fast unglaublichen Abschuss eines sowjetischen T-34 und erhielt das Eiserne Kreuz Erster Klasse nach 15 Abschüssen und das Panzerkampfabzeichen in Gold nach 100 Abschüssen, sowie nach der Zerstörung des 126. Panzers das Deutsche Kreuz in Gold und war der einzige nicht kommandierende Offizier der im Zweiten Weltkrieg jemals im Wehrmachtsbericht erwähnt wurde. Ihm wird nachgesagt, dass er einige seiner eigenen Abschüsse anderen zusprach anstatt sie selbst zu beanspruchen. Knispel scheute Diskussionen hierüber allerdings und war für seine umgängliche Art bekannt. Als Panzerkommandant war er dagegen in seinem Element. Es geschah nicht selten, dass er überlegene Gegner alleine stellte, um den eigenen Truppen die besten Möglichkeiten für den eigenen Vorstoß oder Rückzug zu bieten. Alfred Rubbel, einer der ersten Kommandanten Knispels, erklärte, dass Knispel auf dem Schlachtfeld auch unter den übelsten Bedingungen und der hoffnungslosesten Situation nie aufgab.

Kurt Knispel wurde vier Mal für das Ritterkreuz vorgeschlagen, erhielt diesen Orden allerdings nie. Da sein Ehrgeiz aber nicht im Gewinn von Ruhm und Orden lag, kümmerte ihn dies wenig. Knispels Abschussbilanz beläuft sich auf 168 bestätigte Abschüsse. Zählt man die unbestätigten Abschüsse hinzu, steigt diese Zahl auf 195. Aber selbst wenn man nur die bestätigten Abschüsse zählt, ist Kurt Knispel das erfolgreichste Panzerass des Zweiten Weltkriegs.

Tod

Überreste

 Am 10. April 2013 bestätigten Behörden und Archäologen in der Tschechei, die Überreste von Kurt Knispel zwischen Urbau und Znaim (Südmähren) in einem unmarkierten Massengrab gefunden und an der Erkennungsmarke sowie einer Tätowierung identifiziert zu haben. Dort wurde Knispel wohl in aller Hast bestattet, nachdem er am 28. April 1945, ggf. erst am 29. April 1945, in einem Feldlazarett verstorben war. Wiederum berichtet Igor, ein Beteiligter an der Bergung der Überreste, Knispel habe in einem Einzelgrab gelegen, nur Knochen und Metallteilreste konnten festgestellt werden. Die betreffenden Männer sollen rund drei Jahre gezielt nach Knispel gesucht haben.

Todesursache

Bei der Todesursache gehen die Informationen auseinander. Während Franz Kurowski in seinem Werk berichtet, daß die gesamte deutsche Panzerbesatzung fiel, klären andere auf, daß nur Knispel fiel, die Besatzung überlebte, das letzte Besatungsmitglied war mit Stand 2017 noch am Leben. Der Beschuß des sowjetischen T-34 hatte Knispels Kampfpanzer „Tiger II“ nicht durchschlagen können, so daß es nicht im Innenraum zu einer Explosion kam. Kurt Knispel wurde von einem Granatensplitter getroffen, die Granate ist neben dem Panzer explodiert, und da Knispel entgegen Vorschriften seinen Panzer von der offenen Führerluke aus und ohne Stahlhelm befehligte, wurde er schwer getroffen und verstarb im Lazarett. Als sein Grab entdeckt wurde, steckte der Splitter noch im Schädel (er wurde in die Stirn getroffen).

Beisetzung

Kurt Knispel fand seine letzte Ruhestätte auf der Kriegsgräberstätte in Brünn, wo er feierlich und mit militärischen Ehren beigesetzt wurde.

  • Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

    • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
    • Panzerkampfabzeichen des Heeres in Silber bis V. Stufe
      • V. Stufe: Panzerkampfabzeichen mit Einsatzzahl „100“
    • Namentliche Nennung im Wehrmachtbericht am 25. April 1944[1]
    • Deutsches Kreuz in Gold am 20. Mai 1944 als Unteroffizier der 1./schwere Panzer-Abteilung 503[2]

     

    Literatur

    • Franz Kurowski: Feldwebel Kurt Knispel – Der erfolgreichste Panzerschütze und Panzerkommandant des Zweiten Weltkriegs, Flechsig, 2013, ISBN 978-3881897341

    Fußnoten

    1.  Die Wehrmachtberichte 1939–1945, Band 3, 1. Januar 1944 bis 9. Mai 1945, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1985, S. 88, ISBN 3-423-05944-3
    2. Klaus D. Patzwall / Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941–1945 Geschichte und Inhaber, Band II, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, ISBN 3-931533-45-X


    Panzer-As Kurt Knispel, auch bekannt als „Der Schwarze Baron“ und „Ritter ohne Ritterkreuz“

     

    Dieser todbringende Splitter wurden im Schädel Knispels gefunden


    An dieser Stelle soll Panzerkommandant Feldwebel Kurt Knispel tödlich verwundet worden sein.
    Kurt Knispel wurde gefunden und geborgen, April 2013.