In der Öffentlichkeit wird noch weithin der Eindruck erzeugt, als hätten Deutschland und seine Verbündeten zum Zweiten Weltkrieg getrieben. So hieß es im Herbst 2002 in einer Werbung für das Video >Das Tagebuch des 2. Weltkriegs<: [1]

»Die Aggression der Achsenmächte Deutschland, Italien und Japan überzog Mitte des 20. Jahrhunderts den Erdball mit Krieg.«

Das ist falsch. Richtig ist, daß HITLER und auch Japan keinen Weltkrieg wollten, Italien schon gar nicht. So urteilte der weltberühmte britische Militärschriftsteller LIDDELL HART:

»Ein neuer großer Krieg war das letzte, was HITLER wollte.« [2]

Es war vor allem der US-Präsident ROOSEVELT, der schon bald nach seinem Regierungsantritt 1933 zum Krieg entschlossen war, mit der Sowjetunion paktierte und auf ein internationales Bündnis gegen Deutschland hinarbeitete. [3]
Insbesondere wandte er sich bereits in seiner >Quarantäne-Rede< vom 5. Oktober 1937 unberechtigt gegen die Achsenmächte und ließ dann durch seinen Botschafter BULLITT die europäischen Mächte, vor allem England und Polen, zu einem Krieg drängen. [4]

Das Deutsche Reich erklärte zwar nach dem Beginn des von ROOSEVELT provozierten Krieges zwischen Japan und den USA als Verbündeter Tokios am 11. Dezember 1941 den USA den Krieg, aber diese hatten bereits Monate zuvor ihre Neutralität aufgegeben und praktisch Krieg im Atlantik gegen Deutschland geführt. Der amerikanische Journalist Benjamin COLBY, Mitarbeiter der New York Times, schrieb darüber:

»Jedes Datum könnte für den effektiven Beginn des Krieges zwischen den USA und Deutschland genannt werden. Welches Datum man immer nimmt, die USA befanden sich de facto im Krieg mit Deutschland lange vor der deutschen Kriegserklärung, die dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 folgte. Vom Einsetzen der Feindseligkeiten in Europa im September 1939 entfernte sich der Kurs fortschreitend von der Neutralität bis zum Kriegszustand. Die Überführung von 50 Zerstörern 1940 nach England war schon ein kriegerischer Akt. Es herrscht jetzt allgemeine Übereinstimmung darüber, daß der Lend-Lease-Act (Pacht- und Leih-Gesetz) vom März 1941, wie es die >Encyclopaedia Britannica< ausdrückt, »praktisch eine Kriegserklärung« gewesen ist. Im Frühjahr 1941 begann die US-Marine mit Vorbereitungen, Schiffe mit Kriegsmaterial für England über den Atlantik zu begleiten, und innerhalb weniger Monate übernahm sie aktiv den Begleitschutz, ortete und verwickelte deutsche U-Boote weit entfernt von US-Gewässern.« [5]

Über die langjährige bewußte Täuschung des amerikanischen Volkes durch dessen Präsidenten schrieb der Journalist:

»Die Amerikaner wußten nicht, daß weniger als zwei Wochen vor Pearl Harbor Präsident ROOSEVELT mit seinen Beratern das Problem erörtert hatte, wie man Japan >in die Lage manövrieren könne, den ersten Schuß abzufeuern<. Auch wußten sie nicht, daß ROOSEVELT zu CHURCHILL geäußert hatte, die USA würden auch dann Krieg gegen Japan führen, wenn sie nicht angegriffen würden. Was Deutschland anbelangt, so hatten sie keine Ahnung, daß der Präsident auf der Atlantik-Konferenz im August Weisungen an amerikanische Schiffe erlassen hatte, Zwischenfälle auf dem Atlantik hervorzurufen, die einen Krieg rechtfertigen würden, und daß ROOSEVELT – wie es die britischen Kabinettspapiere nunmehr dokumentiert haben – >entschlossen< gewesen ist, Krieg gegen Deutschland zu führen. Die deutsche Kriegserklärung, die genau genommen eine lange hinausgezögerte Anerkennung der Tatsache war, daß die USA sich bereits im Kriege befanden, wurde als Beweis hingenommen, daß Deutschland den Krieg wollte.« [6]

Reichsaußenminister Joachim VON RIBBENTROP konnte deswegen bei der Übergabe der deutschen Kriegserklärung an die USA am 11. Dezember 1941 dem US-Geschäftsträger MORRIS in Berlin erklären:

»Nachdem die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika vom Ausbruch des durch die englische Kriegserklärung an Deutschland vom 3. September 1939 heraufbeschworenen europäischen Krieges an alle Regeln der Neutralität in immer steigendem Maße zugunsten der Gegner Deutschlands auf das flagranteste verletzt, sich fortgesetzt der schwersten Provokationen gegenüber Deutschland schuldig gemacht hat, ist sie schließlich zu offenen militärischen Angriffshandlungen übergegangen. Am 11. September 1941 hat der Herr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika öffentlich erklärt, daß er der amerikanischen Flotte und Luftwaffe den Befehl gegeben habe, auf jedes deutsche Kriegsfahrzeug ohne weiteres zu schießen. Der Staatssekretär der amerikanischen Marine, Herr KNOX, hat selbst bestätigt, daß amerikanische Zerstörer deutsche U-Boote angegriffen haben. Ferner haben die Seestreitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika auf Befehl ihrer Regierung deutsche Handelsschiffe auf offenem Meere völkerrechtswidrig als feindliche Schiffe behandelt und gekapert. Die Reichsregierung stellt daher fest: Obwohl sich Deutschland seinerseits gegenüber den Vereinigten Staaten von Amerika während des ganzen gegenwärtigen Krieges streng an die Regeln des Völkerrechts gehalten hat, ist die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika von anfänglichen Neutralitätsbrüchen endlich zu offenen Kriegshandlungen gegen Deutschland übergegangen. Sie hat praktisch den Kriegszustand geschaffen. Die Reichsregierung hebt deshalb die diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten von Amerika auf und erklärt, daß sich unter diesen durch den Präsidenten ROOSEVELT veranlaßten Umständen auch Deutschland von heute ab als im Kriegszustand mit den Vereinigten Staaten von Amerika befindlich betrachtet.« [7]

Ob dieser Schritt klug war, ist eine andere Frage.

Quellenangaben:

[1] Börsenblatt für den deutschen Buchhandel Nr. 81, 5.11.2002, S. 7999.

[2] Liddell Hart, »Geschichte des Zweiten Weltkrieges«, Econ, Düsseldorf 1972, Bd. 1, S. 18.

[3] Dirk Kunert, »Ein Weltkrieg wird programmiert«, Arndt, Kiel 1984.

[4[ Siehe u.a. Walter Post, »Die Ursachen des Zweiten Weltkrieges«, Grabert, Tübingen 2004; Charles Callan Tansill, »Die Hintertür Kriege«, Droste, Düsseldorf 1958; Georg Franz-Willing, »Der Zweite Weltkrieg. Ursachen und Anlaß«, Druffel, Leoni 1979; Dirk Bavendamm, »Roosevelts Weg zum Krieg«, Herbig, München 1983.

[5] Benjamin Colby, »Roosevelts scheinheiliger Krieg. Amerikas betrug und Propaganda im Kampf gegen Deutschland«, Druffel, Leoni 1977, S. 13.

[6] Ebenda, S. 11

[7] Zitiert in: Erich Kern (Hg.), »Verheimlichte Dokumente. Was den Deutschen verschwiegen wird«, FZ, München 1988, S. 246.
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Artikel aus »Der grosse Wendig«, Band 1

Roosevelt erläutert vor dem US-Kongreß am 11. März 1941 das Leih- und Pachtgesetz, mit dem die USA fortan Kriegsmaterial in schwindelerregender Menge an die Alliierten liefern konnten.

 

Herbst 1941: US-amerikanische Langstreckenbomber, von einer geheimen Basis operierend, schützen einen Konvoi britischer Versorgungsschiffe vor deutschen Angriffen. Zu diesem Zeitpunkt (18. November 1941) unterzeichnete Roosevelt das abgeänderte Neutralitätsgesetz, das Kriegsvorbereitungen Tür und Tor öffnete.

 

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