Oberstleutnant (ggf. schon Oberst) Heinrich Böhmer bei der Beisetzung seiner gefallenen Männer, die im Sommer 1944 von Partisanen ermordet wurden. Böhmer wurde am 23. Oktober 1942 das Deutsche Kreuz in Gold als Major und Kommandeur des II. Bataillons/Infanterie-Regiment 366/227. Infanterie-Division verliehen, später kommandierte er das Sicherungs-Regiment „Böhmer“ im Heeresgebiet Südfrankreich, dessen Stab auch das Sicherungs-Regiment 95 bildete, dessen III. Bataillon seit Frühjahr 1943 in Tulle stationiert war und dessen 8. Kompanie nach der Invasion in der Normandie ihr Hauptquartier in der örtlichen, von Maquisards angegriffenen und in Brand gesetzten Schule hatte.

 

Geschichte

 
Nachdem Frankreich Deutschland den Krieg erklärt hatte, kam es zum erfolgreichen Westfeldzug 1940 und der anschließenden vorübergehenden Besetzung Frankreichs, wobei eine Reihe von Stützpunkten eingerichtet wurden. Die kleine deutsche Garnison von Tulle war am 7. Juni 1944 auf Befehl der französischen Vichy-Regierung kampflos zurückgelassen worden, so daß die deutsche Garnison allein die Abwehr gegen die bolschewistischen Partisanen übernehmen mußte.

Noch nach dem Ende der Kämpfe erschossen dann die französischen Maquisards gefangengenommene deutsche Soldaten. Die „Francs-Tireurs-Partisans“ wußten genau, was sie taten. Unter ihnen befanden sich Polen, Rotspanier und auch vier uniformierte sowjet-Bolschewisten. Nach Abschluß der Kämpfe erschossen sie mehr als 12 deutsche Gefangene unterhalb des Friedhofs, nachdem diesen der lothringische Abbé Chateau die Absolution erteilt hatte.
 
Eine weitere Massenexekution fand im Wald statt, wo ein anderer Priester etwa 20 deutschen Gefangenen die Absolution vor deren Erschießung gewährte. Insgesamt wurden etwa 120 wehrlose deutsche Soldaten nach ihrer Gefangennahme erschossen.[2] Die Leichen waren dabei in unmenschlicher Weise verstümmelt worden. Straßenweiber hatten auf den Leichen herumgetrampelt und waren sogar in der Stadt herumgezogen und trugen dabei Organe in den Händen mit sich.[3] Einige dieser Toten mußten als „unbekannt“ beerdigt werden, da sie durch unglaubliche Gesichtsverstümmelungen einfach nicht mehr zu erkennen waren.
 
Deutsche Einheiten der Panzerdivision „Das Reich“ eroberten am folgenden Tag Tulle zurück. Die Soldaten fanden zuerst die Leichen von 40 deutschen Landsern. Ihre Schädel waren eingeschlagen, ihre Augen ausgestochen worden. Darüber hinaus waren an der Friedhofsmauer von Tulle zehn deutsche Soldaten abgeschlachtet worden.
 
Augenzeugen berichteten, daß die entmenschten Maquisards mit schweren Lastwagen über die noch lebenden deutschen Soldaten hinweggefahren waren, ihre Begleiterinnen besudelten die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Deutschen und ließen sich auf ihren Leichen lachend photographieren. Bei einem Toten stellten die Soldaten schaudernd fest, daß ihm die Partisanen beide Fersen durchbohrt und durch die Löcher einen Strick gezogen hatten.
 
62 weitere deutsche Soldaten, die den Maquisards beim Angriff auf Tulle in die Hände fielen, hauptsächlich Eisenbahner und Sanitäter, waren in einem Wäldchen bei Naves, zehn Kilometer nördlich Tulle, erschossen worden. Im Kriegstagebuch des LVIII. Panzer-Korps heißt es:[4]
 
Als der Morgen des 9. Juni graute, erlebte der Zugführer Hofmann nach seinen eigenen Worten folgendes: „Im frühen Morgengrauen des nächsten Tages mußte ich mich bei meinem Kp.Führer zur Entgegennahme weiterer Befehle melden. Hier erzählte mir mein Kp. Führer, daß die Maquis aus der Stadt vertrieben seien und sich höchstens noch einige wenige in den Häusern versteckt hielten. Er ging mit mir und mit uns der Präfekt der Stadt Tülle zu einer Schule, an der viele Einschüsse zu sehen waren. Vor deren Türen und auf dem Platz vor der Schule lagen mehrere tote deutsche Soldaten.[5] Zahlenmäßig möchte ich hier nichts Bindendes sagen, ich glaube, es waren 20, 30. Die meisten hatten Schüsse im Rücken oder Hinterkopf. Selbst auf Tragbahren lagen einige Tote. Es hatte den Anschein, daß sie erst auf der Trage erschossen wurden. Auch ein LKW stand vor der Schule, unter dem Tote lagen. Es war ein Führer vom S.D. dabei … Danach führte der Herr Präfekt meinen Kp. Führer und mich zu einem Hospital, in dem ungefähr 30 Verwundete dieser Wehrmachtseinheit lagen. Sie erzählten uns von dem Überfall der Maquis. Auch sprachen sie von der Hilfe einzelner Tuller Bürger, denen sie ihr Leben verdankten, und der vorbildlichen Haltung des Chefarztes, der sie unter den Schutz des Roten Kreuzes gestellt habe, als ein Bataillonskommandeur der Maquis sie habe erschießen lassen oder mitnehmen wollen.“
 
Repressaltötung nach dem internationalen Kriegsvölkerrecht
 
Mit Unterstützung der französischen Bevölkerung wurden im Rahmen der Bandenbekämpfung aus den gefangenen Maquisards 99 Männer herausgesucht, die der Teilnahme an diesem Massaker von Tulle überführt worden waren. Diese wurden gehängt.[6] Die Strafaktion fiel demzufolge relativ milde aus. Statt der völkerrechtlich erlaubten Hinrichtung im Verhältnis 1:10, beschränkte man sich nicht nur auf das Verhältnis 1:1, sondern blieb sogar noch darunter.
 
Nachkriegspropaganda
 
Obwohl die offizielle französische Seite anhand der Dokumente genau weiß, was sich tatsächlich zugetragen hat, unterdrückt sie bis heute die Wahrheit über das Massaker an Deutschen und die Leichenschändung in Tulle und beschönigt das Verhalten der Partisanen bis zur völligen Verdrehung der Wahrheit. Die Akten über Tulle und Oradour sind in den französischen Archiven bis weit über das Jahr 2000 hinaus gesperrt, sicher nicht ohne Grund.
 
Literatur
 
Der Große Wendig, Band 2, Kapitel 237, S. 93 ff.: „Das Massaker von Tulle“
 
Heinz Roth: Der Schwindel mit der Umerziehung
 
Otto Weidinger: Tulle und Oradour. Die Wahrheit über zwei „Vergeltungsaktionen“ der Waffen-SS, Coburg 1999
 
Herbert Taege: Tulle und Oradour, Askania-Verlag, Lindhorst 1981
 
Fußnoten
 
1.) Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg?, Seite 364f.
 
2.) Der Große Wendig, Band 2, Kapitel 237, S. 93 ff.: „Das Massaker von Tulle“
 
3.) Par un Chef de Corps de la Milice; Pour la Milice Justice, Edition Etheel, Paris, o. J., Sammlung TAEGE, S. 60 u. 63
 
4.) Werner Hofmann, ehem. Zugführer der 3. SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung „Das Reich“, Bericht über Gefechte während des Marsches der Abteilung zur Invasionsfront, 11.8. 1949; Sammlung Otto Weidinger
 
5.) Die Soldaten warn von der 8. Kompanie des III. Bataillons des Sicherungs-Regiments 95 unter Oberstleutnant/Oberst Heinrich Böhmer
 
6.) vgl.: Heinz Roth: Der Schwindel mit der Umerziehung
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