Zeitzeugen haben immer wieder berichtet, daß alle Hollywood-Streifen über den Zweiten Weltkrieg, etwa „Der Soldat James Ryan“,Fury, und viele viele andere, ein vollkommen falsches Bild zeichnen, egal wie sie sich bemühen die Deutschen nicht klischeehaft zu behandeln oder sie mit Absicht so darstellen wie es Steven Spielberg so gern macht. Sie können die damalige Wirklichkeit unmöglich darstellen, denn es war tatsächlich so, daß, wenn beispielsweise 20 deutsche SS-Männer auf eine US-Einheit von 100 Soldaten stießen, die letzteren kaum eine Chance hatten. Wenn umgekehrt 100 Amerikaner auf 20 Deutsche stießen, zogen sie sich erst in Panik zurück, ließen die deutsche Einheit unter Artilleriebeschuß setzen und trauten sich selbst erst wieder aus der Deckung, wenn jede Menge amerikanischer Panzer auf dem Schlachtfeld erschienen waren.

Daß die deutschen Soldaten mit ihren Erzählungen eigener Heldentaten nach dem Krieg durchaus nicht übertrieben haben, hat der bedeutende Militärhistoriker Martin van Creveld in seinem Buch Kampfkraft (ARES Verlag, Graz2007) aufgezeigt, in dem er die amerikanische Armee mit der deutschen Wehrmacht verglich. Das Ranking der Kampfkraft sah demnach ungefähr wie folgt aus: 1 Waffen-SS-Mann = 2 Soldaten der Wehrmacht = 5 englische Soldaten = 10 US-Marines = 20 normale US-Soldaten. Das meinte ich, wenn ich im 16. Teil vom „Mangel an Professionalität“ der US-Armee sprach, die dann von technischem Overkill (mit entsprechenden Kollateralschäden!) überkompensiert werden mußte, das ansonsten nicht notwendig gewesen wäre. Man denke nur an Vietnam. Das erklärt auch zum Teil den weltweiten Antiamerikanismus.

Darstellung der Deutschen im Film :

Auffällig im Film ist die einseitige Darstellung der Deutschen, die hier ausschließlich die „Bösen“ darstellen.
„Die Wehrmachtssoldaten sind fanatische, krankhaft dürre Finsterlinge mit flackerndem Blick und kahlrasierten Köpfen (sollen wir das vielleicht als Metapher verstehen?), die sich mit schrillen Stimmen unverständliche Wortfetzen zuschreien. Und ganz anders als die Amerikaner, haben die Deutschen bei Spielberg offensichtlich keine Mutter, die um sie weinen könnte, sie haben restlos den Tod verdient und werden in großen Zahlen niedergemäht. Und während sich der Todeskampf des getroffenen Amerikaners minutenlang hinzieht und er dabei blutet, als hätte man ein Fass angestochen, stirbt der Deutsche schnell und diskret, unter Absonderung einer weissen Staubwolke. Der einzige Deutsche, dem Spielberg ein bisschen menschliche Substanz gönnt, ist ein Kriegsgefangener, der sich mit gebrochenem Englisch an die Amerikaner anbiedert und um sein Leben fleht. Nachdem kurz diskutiert wird, ob man nicht doch sofort erschiessen soll (denn nur bei Spielberg ist die Exekution unbewaffneter Gefangener abhängig davon, welche Nation sie begeht, um sie als Verbrechen oder als „notwendig“ auszulegen), aber Tom Hanks entscheidet schliesslich, dass dem Mann doch das Leben geschenkt werden soll. Doch dieser Entschluss rächt sich natürlich bitter, denn es ist natürlich dieser Soldat, der schnurstracks zurück zu seinen alten Truppen gelaufen ist, und von dem Tom Hanks in der abschliessenden Schlacht erschossen wird- was lernen wir daraus? Es gibt nicht einmal EINEN netten Deutschen auf dieser Welt.
[…]Die Deutschen werden von Spielberg genauso dargestellt, wie die Schurken aus seinen anderen Filmen: Wie die Dinosaurier aus „Jurassic Parc“ oder der weisse Hai, die aus Instinkt töteten, verkörpern die Deutschen in diesem Film einfach „das Böse“, sie sind keine Menschen, sondern eine feindliche Macht wie die Orks im „Herrn der Ringe“, und wann immer ein Deutscher stirbt, ist der Krieg gut und gerechtfertigt, aber mit dem Tod eines Amerikaners, wird er plötzlich ungerecht und grausam. “

– Rezension bei Amazon

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