Unternehmen „Weserübung“ (auch: Fall „Weserübung“) war der Deckname für die Besetzungen Dänemarks und Norwegens während des Zweiten Weltkrieges durch die deutsche Wehrmacht aus präventivkriegstaktischen Gründen. Die militärische Offensive zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Norwegen vom 9. April bis 10. Juni 1940 hatte das Ziel, die von den Briten bereits angelaufene Besetzung Norwegens und Dänemarks unter dem Decknamen Operation „Stratford“ zu vereiteln.

Operation „Stratford“

Die Operation Stratford war der geplante englische Überfall auf Norwegen, dem die deutsche Wehrmacht mit dem Schutz der norwegischen Küste im Rahmen des Unternehmens „Weserübung“ nur um wenige Stunden zuvorkam. Nach dem geglückten englischen Überfall auf Norwegen sollte anschließend Schweden überrollt und Finnland dem bolschewistischen Freund Englands, der Sowjetunion ausgeliefert werden:
Operation Stratford, on the other hand, would have captured the Norwegian cities of Trondheim, Stavanger and possibly Bergen.[1]

Bis heute (2015) wird dieses geplante englische Verbrechen an Europa beharrlich im Zuge der Umerziehung geleugnet.

„Ich bin der Überzeugung, daß dieser Schritt des Führers einen altehrwürdigen Teil Europas vor dem sicheren Untergang und der absoluten Vernichtung, die unseren englischen und französischen Feinden offensichtlich gleichgültig sind, bewahrt hat.“
— Joachim von Ribbentrop, bislang letzter amtierender deutscher Außenminister in seiner Erklärung vor der Auslandspresse vom 9. April 1940

Überblick der Seeoperation

Der Einsatz der sechs Kampfgruppen, deren Landungstruppen nur leicht bewaffnet waren, war so abgestimmt, daß sie gleichzeitig ihre Ziele erreichten, wo sie auf die Schiffe der „Ausfuhrstaffel“ stoßen sollten. Tatsächlich waren alle verfügbaren Überwasserkriegsschiffe eingesetzt. Im Falle einer Gefechtsberührung mit der übermächtigen Royal Navy wäre sowohl das Unternehmen als auch der Bestand der Flotte gefährdet gewesen, wie es sich bei der Narvik-Operation später zeigen sollte. Es kam zu einem Wettlauf nach Norwegen. Faktisch waren beide Flotten gleichzeitig unterwegs, so daß es zu gelegentlichen Zusammentreffen kam, was aber nur die Deutschen nach Möglichkeit vermeiden wollten.

-Kampfgruppe 1 mit Ziel Narvik:
Die Kampfgruppe 1 bestand aus zehn Zerstörern mit 2.000 Gebirgsjägern der 3. Gebirgs-Division an Bord. Fernen Geleitschutz gaben die beiden Schlachtkreuzer „Scharnhorst“ und „Gneisenau“. Die Zerstörer versenkten die beiden alten norwegischen Küstenpanzerschiffe „Norge“ und „Eidsvold“ (rund 4.000 t). Narvik konnte vorerst besetzt werden.

-Kampfgruppe 2 mit Ziel Trondheim:
Die Kampfgruppe 2 bestand aus dem Schweren Kreuzer „Admiral Hipper““ und vier Zerstörern mit 1.700 Mann. Die „Admiral Hipper“ versenkte den Zerstörer „HMS Glowworm“. Das Fort Agdenes bei Trondheim mußte sich nach dreistündigem, heftigem Kampf ergeben.

-Kampfgruppe 3 mit Ziel Bergen:
Die Kampfgruppe 3 bestand aus den Leichten Kreuzern „Königsberg“ und „Köln“, dem Artillerieschulschiff „Bremse“, dem Transporter „Karl Peters“, zwei Torpedobooten und fünf Schnellbooten mit 1.700 Mann. Die Forts von Bergen beschädigten drei Schiffe, mußten sich aber innerhalb von Stunden ergeben. Am 10. April wurde die „Königsberg“ im Hafen von britischen Trägerflugzeugen versenkt.

-Kampfgruppe 4 mit Ziel Kristiansand:
Die Kampfgruppe 4 bestand aus dem Leichten Kreuzer „Karlsruhe“, drei Torpedobooten, sieben Schnellbooten und dem Begleitschiff „Tsingtau“ mit 1.100 Mann. Die „Karlsruhe“ wurde vor Kristiansand von einem britischen U-Boot torpediert und sank.

-Kampfgruppe 5 mit Ziel Oslo:
Die Kampfgruppe 5 bestand aus dem Schweren Kreuzer „Lützow“, dem Schweren Kreuzer „Blücher“, dem Leichten Kreuzer „Emden“, drei Torpedobooten und acht Minenräumbooten mit 2.000 Mann. Die „Blücher“ wurde durch Artillerie- und Torpedobatterien von der Festung Oskarsborg aus versenkt, wodurch die Besetzung von Oslo verzögert wurde. So konnten das Königshaus, der Storting (Parlament) und die Regierung nach Norden fliehen.

-Kampfgruppe 6 mit Ziel Egersund:
Die Kampfgruppe 6 bestand aus vier Minenräumern mit 150 Mann. Die Besetzung Egersunds erfolgte, ohne auf wesentlichen Widerstand zu stoßen.

Wehrmachtbericht

„Die militärischen Maßnahmen zum Schutz der Neutralität von Dänemark und Norwegen wurden am 9. April von starken Einheiten des Heeres, der Kriegsmarine und die Luftwaffe unter dem Oberbefehl des Generals der Infanterie von Falkenhorst, von Seestreitkräften unter dem Befehl des Generaladmirals Saalwächter und des Admirals Carls und von zahlreichen Verbänden der Luftwaffe unter Führung des Generalleutnants Geißler in engster Zusammenarbeit durchgeführt.“ — Wehrmachtbericht vom 10. April 1940

Der Kampf

Die militärische Offensive wurde eingeteilt in die beiden Operationen „Weserübung Süd” und „Weserübung Nord”. Die deutsche Besetzung Dänemarks spielte lediglich eine strategische Nebenrolle. Es wurde dem Land gestattet, seine Regierung zu behalten und es soll zu nur einem Schußwechsel zwischen deutschen und dänischen Truppen gekommen sein.

Norwegen jedoch war kriegswichtig. Das Reich bezog aus dem skandinavischen Raum den Großteil seiner Eisenerz- und Nickellieferungen. Dies wollten die Engländer durch die Verminung der Westküste Skandinaviens unterbinden. Mit der Operation „Wilfried“ plante England selbst die Besetzung. Einen Tag nach Beginn dieser Operation am 5. April 1940 startete die Operation „Weserübung“, wobei sich die gesamte deutsche Flotte nach Norden bewegte. Nur um wenige Stunden entschieden die Deutschen den Wettlauf nach Norwegen für sich.[2] Die Operation kam jedoch erst am 9. April mit der Landung deutscher Gebirgsjägereinheiten richtig in Gang. Die deutsche Führung hoffte auf eine friedliche Besetzung, aber die norwegische Regierung entschloß sich zum aussichtslosen Widerstand. Dabei hatte sie auch den Weg der Neutralität verlassen, als der Befehl, auf deutsche Schiffe zu feuern, auf britische aber nicht, erteilt wurde. Die erbittertsten Kämpfe gab es um den kriegswichtigen Hafen Narvik.

Es kam deutscherseits nur zum Einsatz einer einzigen kleinen Panzerabteilung, darunter aber ein paar der wenigen schweren Panzer, über die das deutsche Heer damals verfügte, sogenannte Neubaufahrzeuge mit drei Türmen.

Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, bei denen es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS „Warspite“ gelang, im Ofot-Fjord alle dortigen deutschen Zerstörer, denen der Rückzugsweg abgeschnitten war, zu versenken. Die schiffbrüchigen Matrosen dieser Schiffe verstärkten danach die deutschen Gebirgsjäger und konnten so in der Folge gegen die große Übermacht der feindlichen Truppen aushalten. Weiterhin gingen die leichten deutschen Kreuzer „Karlsruhe“ (englische U-Boot-Torpedos) und „Königsberg“ (englischer Luftangriff) sowie etliche Frachter durch Angriffe alliierter See- und Luftstreitkräfte verloren. Der nagelneue Schwere Kreuzer „Blücher“ mußte nach Torpedotreffern einer den deutschen Streitkräften nicht bekannten norwegischen Küsten-Torpedobatterie aufgegeben werden.

Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und setzten die Truppen der Wehrmacht auch durch massiven Beschuß seitens der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet.

Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so daß die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt.
Noch im selben Monat beschloß Winston Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und den wichtigen Hafen zu zerstören. Der englische Befehlshaber ließ dem norwegischen Kommandanten noch einen Brief zukommen, in dem er ihm noch viel Glück bei der weiteren Verteidigung wünschte, und machte sich sodann aus dem Staub. Der Norweger war darüber dermaßen empört, daß er das Schreiben dem deutschen Befehlshaber Dietl persönlich zeigte. Er war aber weder der erste noch der letzte, der in diesem Krieg den Wert der englischen Hilfe und Treue kennenlernen sollte. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, womit das Unternehmen „Weserübung“ abgeschlossen war.

Der deutsche Sieg war strategisch und wirtschaftlich von großer Bedeutung, noch größer vom Prestige her, brachte aber auch erwartungsgemäß empfindliche Verluste für die im Vergleich zur englischen oder französischen kleine deutsche Flotte. Durch die Torpedokrise ( Zu dieser Zeit gab es massive Probleme mit den Torpedos, die die U-Boote vorallem einsetzten, bedingt durch beabsichtigte Sabotage), die viele mögliche Erfolge der deutschen U-Boote zunichte machte, waren die englischen Verluste auch kleiner als erhofft. Immerhin konnte noch der Flugzeugträger „Glorious“ samt seiner Zerstörereskorte „Ardent“ und „Acasta“ von den Schlachtschiffen „Scharnhorst“ und „Gneisenau“ versenkt werden.

Am 9. Mai richtete Adolf Hitler an den Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen folgenden Befehl:

„Entgegen dem Willen des deutschen Volkes und seiner Regierung haben König Haakon von Norwegen und sein Kabinett zum Kriege aufgefordert.
In diesem Kampfe konnten folgende Feststellungen gemacht werden: Anläßlich des Krieges im Osten wurden von den Polen deutsche Soldaten, die das Unglück hatten, verwundet oder unverwundet in ihre Hände zu fallen, meist in der grausamsten Weise mißhandelt und zu Tode massakriert. Zum Unterschied muß von der norwegischen Armee festgestellt werden, daß sich in ihr nicht ein Fall einer solchen entwürdigenden Entartung der Kriegführung gezeigt hat.
Der norwegische Soldat hat alle feigen und hinterlistigen Mittel, wie sie bei den Polen an der Tagesordnung waren, verabscheut. Er hat offen und ehrlich gekämpft und unsere Verwundeten und Gefangenen nach seinem besten Vermögen anständig behandelt, geachtet und versorgt.
Die Zivilbevölkerung hat eine ähnliche Haltung bewiesen. Sie beteiligte sich nirgends am Kampf und nahm sich in fürsorglicher Weise unserer Verletzten an.
Ich habe mich daher entschlossen, in Würdigung dieser Umstände die Genehmigung zu erteilen, die gefangenen norwegischen Soldaten wieder in Freiheit zu setzen. Nur die Berufssoldaten müssen so lange in Haft behalten werden, bis die ehemalige norwegische Regierung ihren Aufruf zum Kampfe gegen Deutschland zurückgezogen hat oder bis sich Offiziere und Soldaten durch feierliches Ehrenwort im einzelnen verpflichten, unter keinen Umständen an weiteren Kampfhandlungen gegen Deutschland teilzunehmen.“[3]

Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Verwaltungsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler mit einer erneuten alliierten Invasion rechnete. Im Februar 1942 wurde eine neue Regierung unter Vidkun Quisling zugelassen. Deutscher Reichskommissar wurde Josef Terboven. Der norwegische König hatte bereits sein Land im Stich gelassen und sich nach England abgesetzt, um dort eine Exilregierung von Churchills Gnaden zu bilden.

Fallschirmjäger

Eine wesentliche Rolle nahmen die Fallschirmjäger der deutschen Luftlandetruppen im April 1940 bei der Durchführung des Feldzuges gegen Dänemark und Norwegen ein. Zu ihren Aufträgen zählten vor allem die taktischen Aufträge zur Einnahme von Flugplätzen und operativ wichtigen Verkehrsknotenpunkten; sie ermöglichten damit die Anlandung weiterer deutscher Verbände (Flughäfen von Oslo [Fornebu], Kristiansand [Kjevik] und Stavanger [Sola], so daß Luftbrücken für schnellen Nachschub und Verstärkung entstehen konnten).[4]

Flughäfen Oslo und Stavanger

In den ersten Stunden des Unternehmens „Weserübung“ (am 9. April) wurde versucht, die 1. und 2. Kompanie des I./Fallschirm-Jäger-Regiments 1 auf dem Flugplatz Oslo-Fornebu abzusetzen. Dichter Nebel verhinderte dies. Nach dem Aufreißen des Nebels kämpften deutsche Tiefflieger die Verteidiger des Flugfeldes nieder und ermöglichten den Ju 52 mit den Soldaten an Bord die Landung. Die 3. Kompanie der Fallschirmjäger hatte den Befehl, im Sprungeinsatz den Flughafen von Stavanger zu erobern, was auch nach kurzer Zeit gelang.

Dänemark

Die 4. Kompanie des I./Fallschirmjägerregiments 1 kam in Dänemark zum Einsatz. Ihr Ziel war die Brücke zwischen den Inseln Seeland und Falster. Die dänischen Brückenwachen wurden überrascht und nach kurzem Widerstand entwaffnet.

Dombås

Eine der Kompanien, die in Oslo eingesetzt waren, bestieg nach Klärung der Lage am 14. April wieder die Maschinen und wurde östlich von Dombås abgesetzt. Sie sollte dort die Vereinigung der in Namsos gelandeten Alliierten mit den Norwegern verhindern. Zudem sollte die Bahnlinie unterbrochen und die Straße weiter südlich gesperrt werden. Das Unternehmen stand unter Leitung von Oberleutnant Schmidt. Bereits im Anflug wurden jedoch drei der 15 Maschinen abgeschossen, beim Absetzen der Fallschirmjäger dann weitere fünf. Die Sprengung der Bahnlinie gelang, jedoch waren die feindlichen Verbände zu stark, so daß die Sperrung der Straße nur kurzfristig gelang. Nach fünf Tagen mußte sich der aus nur noch 34 Männern bestehende Rest der Truppe den eingetroffenen Engländern ergeben. Kurz vor dem Abtransport über Narvik wurden sie von Soldaten der eigenen Division befreit.

Narvik

Die Schlacht um Narvik war Teil des sogenannten Unternehmens „Weserübung“ während des Zweiten Weltkrieges, sie fand vom 24. April bis 28. Mai 1940 um den norwegischen Ort Narvik statt. 24.500 Mann aus vier Nationen (Großbritanien, Norwegen, Polen und Frankreich) standen den deutschen Kräften aus 2.000 Gebirgsjägern, 2.600 Marineinfanteristen und 1.000 Fallschirmjägern gegenüber.

Verlauf

Nachdem englische Neutralitätsverletzungen in norwegischen Gewässern vorgefallen und alliierte Besetzungspläne bekannt geworden waren, kam die um ein vielfaches zahlenmäßig unterlegene deutsche Kriegsmarine in einem tollkühnen Unternehmen, dessen einzige Erfolgschance die völlige Überraschung der englischen und französischen Führung war, der feindlichen Besetzung Narviks durch die Landung des Kärntner (→ Ostmark) Gebirgs-Jäger-Regimentes 144 der 3. Gebirgs-Division um kurze Zeit zuvor. Zehn deutsche Zerstörer hatten die Soldaten – unter dem Befehl des bayrischen Generals Eduard Dietl – in den hohen Norden gebracht und vor dem Ausschiffen die norwegischen Küstenpanzer Eidsvold und Norge versenken müssen, nachdem diese keine friedliche Lösung hatten akzeptieren wollen.

Die Zerstörer wurden dann in den Fjorden durch übermächtige englische Flotteneinheiten vom Weg zur offenen See abgeschnitten und gingen kämpfend unter bzw. setzten sich auf Strand. Die schiffbrüchigen Matrosen konnten aber der kleinen deutschen Truppe gegen den Angriff der großen Überzahl feindlicher Kräfte eine wichtige Verstärkung geben.

Die Stadt konnte nicht gehalten werden, aber die Deutschen leisteten rund um diese weiter Widerstand. Gebirgsjäger General Dietl, unterstützt von Fallschirmjägern des FJR 1 und Marine-Stoßtrupps der Kriegsmarine, hielt in einer Lage aus, die Hitler schon für hoffnungslos eingestuft und ihm daher einen Übertritt ins neutrale Schweden freigestellt hatte. Durch diese Leistung wurde Dietl einer der populärsten deutschen Heerführer im Zweiten Weltkrieg und offiziell als „der Held von Narvik“ bezeichnet. Nur die Luftwaffe (insbesondere das KG 26 unter Oberst Robert Fuchs und die Kampfgruppe 100 unter Hauptmann Artur von Casimir, der am 29. Mai 1940 mit seiner He 111 abgeschossen wurde und als erster deutscher Kriegsgefangener Norwegens gilt) konnte etwas Entlastung bringen, ansonsten war man auf sich gestellt.

Ein Salzburger Regiment machte sich auf den unglaublich beschwerlichen Weg durch die zerklüftete Wildnis, um den Narvikkämpfern zu Hilfe zu kommen (Unternehmen „Büffel“), kam aber nicht mehr rechtzeitig an, um in die Kämpfe eingreifen zu können. Infolge der gewaltigen Erfolge der Wehrmacht im Westfeldzug mußten die Alliierten Narvik und Norwegen nämlich schon vorher fluchtartig, wie auch auf dem Festland nach der Schlacht von Dünkirchen, räumen. Sie versuchten im weiteren Verlauf des Krieges nie wieder, Norwegen anzugreifen.

Verluste bei den Seegefechten

Deutsches Reich:
zirka 300 Gefallene, 10 Zerstörer und 1 Unterseeboot versenkt

Feind:
über 400 Gefallene, 2 norwegische Küstenpanzerschiffe und 2 britische Zerstörer versenkt, 4 Zerstörer beschädigt

Würdigung

Zur Erinnerung an diese Kämpfe wurde der Narvikschild gestiftet und der neue Zerstörer-Typ der Kriegsmarine „Narvik-Klasse“ genannt.

Militärhistorische Auswertung

Die Überraschung

Die Operation gelang taktisch und strategisch, da man die Geschwindigkeit unterschätzt hatte, mit der nur eine willensstarke deutsche Armee handeln konnte. Außerdem traute man der kleinen deutschen Flotte ein derartig riskantes Unternehmen im Angesicht der Royal Navy nicht zu.

Der Feldzug

Die „Weserübung“ war die erste große Kombinierte Operation, in der See-, Luft-, und Landstreitkräfte (Schiffsbesatzungen, Fallschirmjäger, Marine-Infanterie und Gebirgsjäger) über weite Entfernungen zum Einsatz kamen. Relativ wenige Stoßtruppen – ca. 16.000 Mann –, die auf schnellen Kriegsschiffen transportiert wurden, und drei Bataillone Fallschirmjäger zur Besetzung der wichtigsten Flugplätze reichten für die Eroberung wichtiger Schlüsselpunkte und deren Konsolidierung, die zur anschließenden Besetzung des Landes führte.

Die Verluste

Die im Verlaufe des Unternehmens „Weserübung“ erlittenen Verluste der Deutschen von drei der insgesamt sieben Kreuzer und von zehn der insgesamt 14 Zerstörer sowie die schwere Beschädigung an drei weiteren Großkampfschiffen konnten vom Deutschen Reich nie mehr ersetzt werden. Sie sollten später bei der versuchten Unterbindung der alliierten Evakuierung bei Dünkirchen fehlen, und sie machten auch die geplante Invasion Großbritanniens mit dem Unternehmen „Seelöwe“ von vornherein zunichte.

Deutsche Verluste

Die deutschen Verluste während der Feldzüge in Norwegen und Dänemark betrugen 1.317 Tote (darunter 341 der Luftwaffe), 1.604 Verwundete und 2.375 Vermißte (darunter 448 der Luftwaffe), die überwiegend auf hoher See zu beklagen waren. Im Oslofjord versenkte eine norwegische Küstenbatterie am 9. April den Schweren Kreuzer „Blücher“. Zwei Leichte Kreuzer, zehn Zerstörer, ein Torpedoboot und vier U-Boote erlitten innerhalb der nächsten Wochen dasselbe Schicksal. Durch die Zerstörungen sowie weiteren schweren Beschädigungen größerer Schiffe verlor die Kriegsmarine rund ein Drittel ihres Bestandes. Die Luftwaffe verlor 242 Maschinen.

Feindverluste

Auf alliierter Seite fielen in den Kämpfen zu Lande 1.899 Briten, 1.335 Norweger, 16 Dänen sowie je 530 Franzosen und Polen. Auf See verlor die Royal Navy Großbritanniens einen Flugzeugträger, zwei Leichte Kreuzer, neun Zerstörer und sechs U-Boote mit zusammen über 2.500 Toten. Mit den totgeglaubten Vermißten ergab das eine Verlustzahl von 6.116 Soldaten.

Das Ergebnis

Obwohl die Verluste groß waren, für die deutsche Kriegsmarine eigentlich unersetzbar, war der strategische Gewinn für Deutschland mehr als lohnend:

-die Erzzufuhr nach England war unterbunden und für die deutsche Schwerindustrie ab Anfang 1941 gesichert;

-die Besetzung Dänemarks sicherte die Verbindung nach Norden und zur Ostsee;

-eine britische Blockade war verhindert und nach dem Westfeldzug in eine deutsche Gegenblockade mit U-Booten und Flugzeugen umgewandelt worden;
die nordnorwegischen Stützpunkte sollten sich auch gegen die späteren arktischen Geleitzüge nach Murmansk und Archangelsk von unschätzbarem Wert für die Einsatzführung erweisen;

-im Gegensatz zur passiven Flottenstrategie – „fleet in being“ – des Ersten Weltkrieges konnte Deutschland nun aufgrund seiner flankierenden Außenbasen trotz seiner gegenüber damals wesentlich kleineren Flotte Großbritannien mit Handelsstörern und U-Booten blockieren und in seiner Existenz als kriegführende Macht gefährden.

Literatur

Heinrich Hoffmann: Des Führers Kampf in Norwegen

Roland Kaltenegger: Krieg am Eismeer, Gebirgsjäger im Kampf um Narvik, Murmansk und die Murmanbahn

Der Krieg 1939/41 in Karten, Nachdruck der Originalausgabe von 1942, Melchior-Verlag, ISBN: 978-3-939791-52-2

Walther Hubatsch: Weserübung – Die deutsche Besetzung von Dänemark und Norwegen 1940, Helios-Verlag Aachen (2011)

Erich Blau: Die rote Sonne – Fallschirmjäger und Gebirgsjäger in Narvik, (1955), ASIN B008UO6TIK

Stefan Scheil: Weserübung gegen Operation Stratford. Wie die Alliierten 1940 den Krieg nach Skandinavien trugen

Fußnoten

1.) Markku Ruotsila: „Churchill and Finland. A Study in Anticommunism and Geopolitics“, Psychology Press, 2005 S. 79

2.)https://www.dhm.de/…/zweiter-weltkri…/kriegsverlauf/norwegen

3.) Adolf Hitler Reden: Der Großdeutsche Freiheitskampf – Band II, Zentralverlag der NSDAP, F. Eher Verlag, 1941, S. 5

4.) Dazu im Detail: Hans-Martin Ottmer: „Weserübung“ – Der deutsche Angriff auf Dänemark und Norwegen im April 1940, München 1994

Das Unternehmen Weserübung
Das Unternehmen Weserübung
Gebirgsjäger in Norwegen
Gebirgsjäger in Norwegen
Narvik-Kämpfer (1941) von Ernst Ludwig Kretschmann
Narvik-Kämpfer (1941) von Ernst Ludwig Kretschmann
Der Hafen von Narvik 1940 nach dem Überfall britischer Zerstörer der Royal Navy
Der Hafen von Narvik 1940 nach dem Überfall britischer Zerstörer der Royal Navy
Fallschirmjägerdenkmal in Oskarsborg, Narvik (Nordland), 1940
Fallschirmjägerdenkmal in Oskarsborg, Narvik (Nordland), 1940
Völkischer Beobachter, 10. April 1940 Deutschland rettet Skandinavien
Völkischer Beobachter, 10. April 1940 Deutschland rettet Skandinavien

 

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