Dass zahlreiche Rechtsnormen, die bereits im Dritten Reich geschaffen wurden, den Bundesbürger mit ihren Auswirkungen selbst heute noch von der Wiege bis zur Bahre begleiten, zeigt sich unter anderem auch im Bestattungsrecht.

Seit alters her ist es in allen Kulturkreisen eine ethische und gewohnheitsrechtliche Fürsorgepflicht, seine Verstorbenen zu bestatten. Eine Bestattungspflicht besteht in Deutschland seit dem Mittelalter, wobei aus christlicher Tradition regelmäßig die Form der Erdbestattung angewendet wurde, da die katholische Kirche bis 1963 die uralte Bestattungsform der Einäscherung verboten hatte.

Nachdem seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Bestattungen auch gesetzlich geregelt wurden, wurde die Feuerbestattung erstmals von den Nationalsozialisten rechtlich normiert. Mit dem Gesetz über die Feuerbestattung vom 15. Mai 1934 wurde die Feuerbestattung der traditionellen Erdbestattung grundsätzlich gleichgestellt.
§1 des Gesetzes ergänzte: “ sie unterliegt den durch die Sicherheit der Rechtspflege gebotenen Einschränkungen „, was in den Folgeparagraphen durch verschiedene Detailregelungen präzisiert wurde. Weitere Details wurden in einer Reihe von Verordnungen zur Durchführung des Feuerbestattungsrechts vom 26. Juni 1934 geregelt.

Da in der Bundesrepublik Deutschland das Bestattungsrecht in der Kompetenz der Bundesländer liegt, lebt das genannte Reichsrecht – mit unterschiedlichen Ausprägungen – als Landesrecht weiter.

Leichenverbrennung in der Eisenzeit, Aquarell von Otto Krone
Leichenverbrennung in der Eisenzeit, Aquarell von Otto Krone
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