Neben der Fischer Tropsch-Synthese wurde im Dritten Reich auch noch das Bergius-Pier-Verfahren zur Kohlenhydrierung im großen Rahmen für die deutsche Treibstoffversorgung verwendet. Der Privatdozent Dr. Friedrich Bergius hatte bereits 1913 grundsätzlich ein Verfahren zur Kohleverflüssigung entdeckt, für das er 1931 den Chemie-Nobelpreis erhielt. Durch die Weiterentwicklung des deutschen Chemiekers Dr. Matthias Pier konnte das Kohleverflüssigungsverfahren seit den 1930er Jahren erstmals in großtechnischen Anlagen verwendet werden.

Bei dem Hydrierverfahren nach Bergius und Pier wird Kohle unter Verwendung eines sehr hohen Drucks mittels Katalysatoren in speziellen Öfen mit Wasserstoff zu einem Kohleöl umgewandelt, das sodann in Raffinerien zu Treibstoff weiterverarbeitet werden kann. Allerdings lassen sich bei diesem Verfahren nur Braunkohle und geologisch junge Steinkohlen direkt verflüssigen, während bei der Fischer-Tropsch-Synthese im Prinzip alle Kohlearten und kohlenstoffhaltige Rohstoffe über die Herstellung von Synthesegas indirekt verflüssigt werden können, hierbei entstehen Schweröle, Mittelöle, synthetische Treibstoffe und Gase. Das Bergius-Pier-Hydrierverfahren produziert „aus 100 Kilogramm Steinkohle und 40 Kilogramm Schweröl, das aus dem Prozeß stammte, unter Zusatz von 5 Kilogramm Eisenoxid und 5 Kilogramm Wasserstoff bei 120-150 Atmosphären und 450-480 Grad Celsius etwa 30 Kilogramm Leichtöle und 50 Kilogramm Schweröle und Asphalt, neben 20 Kilogramm Gas, hauptsächlich Methan und Ethan.“

China und die Mongolei wenden noch heute dieses Verfahren an.

Dr. Friedrich Bergius
Dr. Friedrich Bergius
Dr. Matthias Pier
Dr. Matthias Pier
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