schwarm-papageien

Bei der Psittakose ( vulgo: Papageienkrankheit, lateinisch psittacus = Papagei) handelt es sich um eine auf den Menschen übertragbare Tierseuche mit gefährlichem Ansteckungspotenzial.
Die Infektion hat eine Inkubationszeit von sechs bis zwanzig Tagen und kann zu schweren grippe- oder typhusähnlichen Beschwerden , hoch fieberhafter Bronchitis, Lungenentzündungen oder Herz-Kreislaufschwäche führen. Die Ansteckung erfolgt in der Regel durch Einatmen von infektiösem Kot-Staub oder Aeorosol, kann bei Menschen durch engen Umgang mit infektiösen Tieren aber auch durch Kontakt bzw. Schmierinfektion erfolgen.
In seltenen Fällen ist bei hochvirulenten Erregern auch die Infektion von Mensch zu Mensch nachgewiesen.
Bleibt die Psittakose unbehandelt, so verläuft sie in 20 bis 50 Prozent aller Fälle tödlich.

Die Gefahr der Psittakose zeigte sich zum Beispiel Ende des 19. Jahrhunderts, als sie in Paris zu einer Epidemie bei Menschen führte.
Wegen dieses Gefahrenpotentials erließ der Gesetzgeber am 3. Juli 1934 das Gesetz zur Bekämpfung der Papageienkrankheit ( Psittakose) und anderer übertragbarer Krankheiten, mit welchem Zucht und Handel mit Papageien und Sittichen genehmigungspflichtig wurde.
Bei vermehrt auftretenden Krankheiten oder Todesfällen dieser Vögel bestand Meldepflicht an die Polizeibehörde ebenso für Menschen, die an Psittakose erkrankten oder starben; die Meldepflicht bezog auch reine Verdachtsfälle ein. Dem Reichsminister des Inneren wurde die Ermächtigung erteilt, die hier ergangenen Vorschriften sowie die Vorschriften des Gesetzes betreffend die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900 auf andere übertragbare Krankheiten auszudehnen.

In der Verordnung zur Bekämpfung der Papageienkrankheit (Psittakose) vom 14. August 1934 erfolgten weitere detaillierte Ausführungsbestimmungen.

Die damals getroffenen gesetzlichen Bestimmungen, mit denen erstmals Bekämpfungsmaßnahmen zum Schutz des Menschen gegen diese Erkrankung legislativ festgelegt wurden, behielten auch nach 1945 ihre Gültigkeit.

Die Papageienkrankheit wurde 1969 in die Liste der anzeigepflichtigen Tierseuchen aufgenommen und ist somit Bestandteil des staatlichen Überwachungs- und Bekämpfungsprogramms, das in der Verordnung zum Schutz gegen die Psittakose und Ornithose ( Psitacos-Verordnung) seinen Niederschlag fand. Trotz aller Bekämpfungsmaßnahmen erkranken in Deutschland jährlich bisweilen über 100 Personen an der Krankheit. Die Psittakose ist daher eine der am häufigsten auftretenden meldepflichtigen Tierseuchen.

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