Ab den späten vierziger Jahren wurden in den USA Versuchssendungen mit verschiedenen Farbfernsehverfahren ausgestrahlt, aber keines der Verfahren, wie zum Beispiel das mit rotierenden Farbfiltern für die drei Grundfarben, fand die Anerkennung der Fachleute. Neben vielerlei technischen Problemen war das Hauptproblem, Farbfernsehsendungen so zu übertragen, daß sie auch vereinbar zu den Schwarzweiß-Fernsehern waren.
Im Jahre 1953 kam auf einmal der große Durchbruch bei der Farbfernsehtechnik, als die USAS die NTSC-Norm einführten. Auch hier hatte deutsche Beutetechnik federführend mitgespielt. Dahinter steckte, daß man bei der Durchsicht von in Deutschland nach 1945 mitgenommenen Patentschriften auf das Patent von Werner Flechsig gestoßen war.
Der deutsche Physiker Werner Flechsig baute seit 1936 im Dienst der Fernseh-AG Bildaufnahmeröhren und erfand im Jahre 1938 mit der Schattenmaskenröhre das Grundprinzip der heutigen Bildröhren für Farbfernsehempfänger. In leicht veränderter Form ist die Schattenmaskenröhre bis heute Bestandteil jedes Fernsehers oder Monitors mit Bildröhre.
Mit Hilfe des entwendeten deutschen Patents entwickelte dann der Vizepräsident der RCA Cooperation, Norton Goldsmith, die “ erste “ Farbbildröhre der Welt. Schon im März 1954 brachte dann die RCA mit dem CT100 den ersten in Großserie produzierten Farbfernseher auf den Markt. Er hatte 36 Röhren, eine 115-Zoll Bildröhre und kostete 1000 Dollar, was nach heutiger Kaufkraft einem Preis von 12000 Dollar entspricht.
Die schlechte Bildqualität und die Anfälligkeit der frühen NTSC-Farbfernsehgeräte beweist, das die Firma RCA die Farbbildtechnik entweder etwas überstürzt auf den Markt geworfen oder die zugrunde liegende Technologie noch nicht ganz verstanden hatte, als 1954 der offizielle Sendebetrieb in Farbe begann.
Trotzdem waren die Amerikaner dank Flechsigs Ideen auf dem Gebiet des Farbfernsehens den Europäern weit voraus und beherrschten über ein Jahrzehnt monopolartig den Weltmarkt. Erst zwölf Jahre später konnten die Europäer mit der Einführung des Pal-und Secam Farbfernsehens nachziehen.

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