Die von Dr Lippisch gebaute DM1
Die von Dr Lippisch gebaute DM1

Bei Delta Flugzeugen handelt es sich um eine Unterart der Nurflügel-Flugzeuge, deren Hauptflügel die Form eines gleichseitigen Dreiecks haben und damit die des griechischen Großbuchstabens Delta

Diese Flügelform wird in der Regel nur bei Militärflugzeugen verwendet ( eine berühmte Ausnahme bilden die Überschall- Verkehrsflugzeuge Concorde und Tupolew Tu144), Mit dieser Flugzeugart wird immer der Name des Luftfahrtpioniers Professor Alexander Lippisch verbunden bleiben, der in den 1930er Jahren maßgeblich an der Entwicklung zahlreicher Delta-Flugzeuge beteiligt war und auch nach dem Zweiten Weltkrieg einen starken planerischen Einfluß auf den internationalen Militärflugzeugbau nahm.

Lippisch erkannte schon Anfang der 1930er Jahre die Vorteile des Delta- Flugzeuges bezüglich Wendigkeit und Höchstgeschwindigkeit gegenüber herkömmlischen und war aufgrund seiner Segelflugerfahrungen fest davon überzeugt, dass “ Dreiecke fliegen könnten „. Der von ihm in Deltaform gebaute Segelgleiter Liliput 65 bestätigte seine Prognose und wurde zur Vorstufe der späteren deutschen Delta- Flugzeuge, die bei höchster Geheimhaltung baureif geplant und entwickelt wurden, allerdings nicht mehr zum Einsatz kamen.

Von den zahlreichen Delta- Flugzeugentwicklungen ist besonders die DM-1 hervorzuheben, die als Holzkonstruktion bereits die Schallmauer durchbrechen sollte und “ dann in den 50er Jahren erfolgreich weitergeführt wurde „. Mit der DM-1, einem 6,23 Meter langen Gleiter mit einer Spannweite von 5,9 Metern und einem Gewicht von nur 400 Kilogramm, sollte die Delta- Bauweise im Sturzflug getestet werden. Hierbei wurde das Flugzeug in große Höhe geschleppt, löste sich vom Schleppflugzeug und stürzte dann aus etwa 4000 Metern Höhe mit enormer Geschwindigkeit in die Tiefe.
Die Testerergebnisse waren sehr zufriedenstellend, so dass die DM-1 weiterentwickelt werden sollte.

Die Weiterentwicklungen der DM-1 hatten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nur das Reißbrettstadium erreicht und kamen nicht mehr zum Einsatz. Mit der DM-2 sollte die Durchbrechung der Schallmauer getestet werden, wofür sie aus 35.000 Metern Höhe stürzen und dabei eine Geschwindigkeit von über 6000 Km/h erreichen sollte.
Das Modell DM-3 sollte im internationalen Luftverkehr eingesetzt werden und in einer Höhe von bis zu 50 Kilometern eine Höchgeschwindigkeit von rund 6000 Km/h erzielen.

Die beschädigte DM-1 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wieder flugfähig gemacht und zusammen mit Lippisch und dessen Mitarbeitern in die USA verbracht. Dort entwickelte Lippisch weitere Delta- Flugzeuge, die sehr hohe Geschwindigkeiten erzielten, zum Beispiel die Typen XF 92 bis F102.
Da die Sowjets in den Besitz der Baupläne von Lippisch gekommen waren, wurden auch in der Sowjetunion ähnliche Delta- Flugzeuge gebaut und eingesetzt, etwa als Nachtjäger im Koreakrieg.
Großbritannien und Frankreich ließen es sich auch nicht nehmen, “ fußend auf der Vorarbeit von Dr. Lippisch „Delta-Flugzeuge zu bauen.

Wie bei vielen anderen Projekten war die Vorarbeit deutscher Wissenschaftler und Techniker auch hier eine wahre “ Fundgrube für die “ Siegermächte „, die sie zum Vorbild weiterer Forschungen und Arbeiten verwendeten „.

Alexander Lippisch
Alexander Lippisch
DM-1
DM-1
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