Um mit der rasanten Entwicklung im Flugzeugbau Schritt halten zu können, erging bereits im Jahr 1936 an die Firma Rheinmetall der Auftrag, ein schweres Flak-Geschütz zu entwickeln, das auch große Höhen erreichen konnte. Aus dieser Entwicklung entstand die 12,8-cm-Flak 40. 1938 waren die ersten Geschütze als Versuchsmuster fertig gestellt. Sie liefen noch unter der Projektbezeichnung „GBH 63“, besaßen eine Kreuzlafette und waren noch ohne Richteinrichtung gegen Erdziele ausgeliefert worden. 1940 erhielt die Waffe dann die offizielle Bezeichnung 12,8-cm-Flak 40 und wurde in den folgenden Versionen hergestellt:
12,8-cm Flak 40/1: Geschütz auf Bettung 40, fahrbar in einer Last auf Sonderanhänger 220
12,8-cm Flak 40/2: Geschütz in ortsfestem Sockel. Stellungswechsel erfolgt in zwei Lasten, Rohr auf Rohrwagen 40 und Lafette in Fahrgerüst für schwere Flak auf Sonderanhänger 203
12,8-cm Flak 40/4: Geschütz auf Geschützwagen II für schwere Eisenbahn-Flak
12,8-cm Flak 40/M: Ausführung für die Marine


1941 wurden die ersten Geschütze an die Truppe geliefert. Das Geschütz wog in Fahrstellung auf dem Sd.Anh. 220 27.000 kg, in Feuerstellung auf Bettung 40 17.000 kg, auf ortsfestem Sockel 13.000 kg. Die maximale Schußweite betrug 20.900 m, die maximale Schußhöhe 14.800 m. Das Geschütz war mit Pivot-Sockellafette mit elektrisch angetriebenen Richtmaschinen und automatischer Ladeeinrichtung ausgestattet.

Die Pivotlafette besaß eine elektrische Richtmaschine wie die 10,5 cm Flak 39. Ein elektrisch betriebener Ladeautomat ermöglichte eine Schussfrequenz von 10 -12 Schuss je Minute. Ab 1943 wurde die Lafette verändert. Zum Einsatz kam eine rechteckige Plattenlafette mir je zwei kurzen Auslegen rechts und links jeweils vorn und hinten. In Fahrstellung wurden sie zur Mitte hin umgeklappt. In dieser Konfiguration war die Waffe mit dem vierachsigen Sonderanhänger 220 (zwei zweiachsige Radgestelle) fahrbar.
Die ersten Geschütze waren in zwei Lasten aufteilbar, später wurde das Geschütz in einer Last auf dem Sonderanhänger 220 transportiert. Die Feuergeschwindigkeit betrug max. 12 Schuß in der Minute. Das Seitenrichtfeld war unbegrenzt, das Höhenrichtfeld betrug von -3° bis +88°. Die Richtgeschwindigkeit betrug 5,3° / s für die Rohrerhöhung und 9° / s für den Seitenwinkel. Luftziele wurden im indirekten Richtverfahren bekämpft. Hierzu wurden die von einem Kommandogerät ermittelten Schußwerte für Seitenwinkel, Rohrerhöhung und Zünderstellung elektronisch durch das Übertragungsgerät 37 an die Geschütze übertragen. Auf Erd- und Seeziele konnte auch direkt mit dem Flakzielfernrohr 20 gerichtet werden. Mit der 12,8-cm Flak 40 wurde nur Patronenmunition verschossen, die beim Schießen auf Luftziele mit Zeitzündern, beim Schießen auf Erdziele mit Zeit- oder Aufschlagzündern versehen war. Die 12,8 cm Sprengpatrone L/45 wog etwa 48 kg, die 12,8-cm Panzergranat-Patrone 43 wog mit Messinghülse 50,5 kg und mit Stahlhülse 48 kg. Die Zeitzünder wurden mit der am Geschütz angebrachten Zünderstellmaschine entsprechend den vom Kommandogerät ermittelten Werten selbständig ermittelt. Das Laden des Geschützes erfolgte selbsttätig durch die Ladeeinrichtung. Das Geschütz war mit einer elektrischen Abfeuerung ausgerüstet, die nach Wahl entweder selbsttätig durch die Ladeeinrichtung oder von Hand ausgelöst wurde. Die Richtmaschinen, die Ladeeinrichtung und die Zünderstellmaschine wurden durch einzelne Elektromotoren angetrieben.

Gefertigt wurde die Waffe nicht nur bei Rheinmetall, sondern auch bei Friedrich Krupp in Essen, den ehemaligen Skoda-Werken in Pilsen, bei der Hannoverschen Maschinenfabrik AG in Hannover und bei der Oberschlesischen Gerätebau GmbH in Laurahütte, Kattowitz/OS.

Die Fertigungszeit betrug 15 – 18 Monate (12.000 Arbeitsstunden). Die Lebensdauer der Rohre betrug 1.000 Schuß, konnte aber im Laufe des Krieges auf 2.000 Schuß erhöht werden.
Im Februar 1945 gab es 6 bewegliche, 362 ortsfeste und 201 auf Eisenbahnwaggons beweglich gemachte Geschütze. Die Batteriestärke lag bei 6 Geschützen.
Um die Feuerkraft noch weiter zu erhöhen, wurde die 12,8-cm-Flak 40/2 in Zwillingslafette entwickelt. Diese zum Objektschutz eingesetzte Waffe war eine Zwillings-Version der 12,8-cm-Flak 40, bei der die beiden Rohre einzeln oder als Doppelschuß abgefeuert werden konnten. Dieses Zwillingsgeschütz wurde bei den Firmen Hannoversche Maschinenfabrik AG in Hannover und der Oberschlesischen Gerätebau GmbH Laurahütte, Kattowitz/OS gefertigt.

Auf eine Drehkranzlafette wurden zwei Waffen aufgesetzt, die unabhängig voneinander jeweils eine automatische Ladevorrichtung besaßen. Das Richten erfolgte ebenfalls elektrisch. Eingesetzt waren die Waffen ortsfest auf Flaktürmen sowie in Stellungen um die wichtigsten Großstädte des Deutschen Reichs. Zum Verlegen wurde die Waffe zerlegt. In drei Lasten konnte die Waffe auf Sonderanhängern 203 transportiert werden. Gegen Kriegsende wurde auch der 60 Tonnen Panzertransporter der Firma Käsbohrer zum Transport der zusammengesetzten Geschütze verwendet. Bis Mitte 1944 wurde jeden Monat ein Geschütz gebaut. Bis Dezember 1944 wurde die Produktion auf 12 Waffen erhöht. So waren im August 1944 27, im Februar 1945 34 Geschütze im Einsatz. Eine Batterie bestand aus 4 Geschützen.

Unter Berücksichtigung verschiedener Abänderungen seit Einführung der 12,8-cm Flak 40 und unter Berücksichtigung verschiedener Verbesserungen soll 1944 noch die 12,8-cm Flak 44 entwickelt worden sein, worüber aber keine weiteren Angaben vorliegen.

Ab 1942 begann auch die Entwicklung einer verbesserten Version 45, die mit längerem Rohr auch gegen die zunehmenden Hochangriffe eingesetzt werden sollte. Diese Entwicklung war bis Kriegsende nicht abgeschlossen.

Im Einsatz war diese Waffe sehr erfolgreich. Als schweres Geschütz war es zwar wenig beweglich, überzeugte aber durch gute ballistische Leistungen.

Daten 12,8cm Flak 40:
Kaliber: 128 mm
Rohrlänge: 7835 mm
Länge gezogener Teil: 6478 mm
Züge: 40
Rücklauf: 1200 mm
Waffenlänge: 15000 mm
Breite: 2500 mm
Höhe: 3550 mm
Feuerhöhe auf SdAnh: –
Feuerhöhe abgesetzt: 2300 mm
Gewicht Fahrstellung: 27000 kg
Gewicht Feuerstellung: 13000kg-17000 kg (je nach örtlichem Aufbau der Feuerstellung)
Schussweite: 20900 m
Schusshöhe: 14800 m
Zerlegergrenze: 12800 m
Seitenrichtbereich: 360°
Höhenrichtbereich: – 3° bis + 87°
Feuergeschwindigkeit: 10-12 Schuss/min
Vo Sprenggranate: 880 m/sec
Vo Panzergranate: 860 m/sec
Gewicht Sprenggranaten 47700 g
Gewicht Panzergranaten 48000g (Stahlhülse) 50500g ( Messinghülse)
__________________________________
Daten 12,8 cm Flakzwilling 40 :
Kaliber: 128 mm
Rohrlänge: 7835 mm
Länge gezogener Teil: 6478 mm
Züge: 40
Rücklauf: 1200 mm
Waffenlänge: 9120 mm
Breite: 5045mm
Höhe: 2950 mm
Gewicht Feuerstellung: 27000 kg
Schussweite: 20900 m
Schusshöhe: 14800 m
Zerlegergrenze: 12800 m
Seitenrichtbereich: 360°
Höhenrichtbereich: – 3° bis + 87°
Feuergeschwindigkeit: 20-24 Schuss/min
Vo Sprenggranate: 880 m/sec
Vo Panzergranate: 860 m/sec
Gewicht Sprenggranaten 47700 g
Gewicht Panzergranaten 48000g (Stahlhülse) 50500g ( Messinghülse)

Schwere 12,8cm-FlaK-40 L61
Schwere 12,8cm-FlaK-40 L61
Flakturm mit 12,8cm Flak
Flakturm mit 12,8cm Flak
12,8 cm Flak 40
12,8 cm Flak 40
12,8 cm-FlaK-40
12,8 cm-FlaK-40
12,8-cmFlak40 auf Sonderanhänger verladen.
12,8-cmFlak40 auf Sonderanhänger verladen.
12,8cm Flak 40 auf einem Eisenbahnwaggon
12,8cm Flak 40 auf einem Eisenbahnwaggon
12,8 cm Flak 40 Zwilling mit aufgerichteten Rohren
12,8 cm Flak 40 Zwilling mit aufgerichteten Rohren
128mm Flak auf dem Flakturm Tiergarten, Berlin.
128mm Flak auf dem Flakturm Tiergarten, Berlin.
12,8 cm Flak- Zwilling 40 auf einem Flakturm in Wien-Österreich.
12,8 cm Flak- Zwilling 40 auf einem Flakturm in Wien-Österreich.
12,8 cm-Flakzwilling
12,8 cm-Flakzwilling
Zwillings 12,8cm Flak in einer Erdstellung
Zwillings 12,8cm Flak in einer Erdstellung
12,8cm-Flakzwilling (Rohre aufgerichtet)
12,8cm-Flakzwilling (Rohre aufgerichtet)
12,8cm Flakzwilling

 

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