Beschreibung neben dem Bild
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Im April 1945 wurde verzweifelt versucht, die bei vielen Firmen und Versuchslabors in Panzerschränken lagernden geheimen Kommandosachen und materiellen Schätze des Dritten Reiches dem Zugriff der Allierten zu entziehen. Da wurde am 12. April 1945 im “ Dachshof“ bei Innsbruck durch die Initative des Tiroler Gauleiters Hofer der Plan für die Errichtung der “ Alpenfestung “ gefaßt.

So sollten in diesem Alpengebiet nun die letzten Schätze des Dritten Reiches zusammengefaßt werden. Zu diesem Zweck wurden überall Sonderzüge vorbereitet, die Fertigungsunterlagen, notwendige Werkzeuge, hochqualifizierte Fachleute und Schätze in entlegene Gegenden bringen sollten. Es war jedoch alles viel zu spät, der Zusammenbruch setzte ein, Befehle gingen hin und her, um nur kurze Zeit darauf widerrufen zu werden. Bekannt wurde hier das Schicksal zweier mit den unterschiedlichen Schätzen beladener Zügen,die so in den Strudel des Untergangs gerissen wurden.

So fanden die „Sieger“ im Tauerntunnel 52 Waggons eines Zuges, der ab Budapest die Flucht vor der Roten Armee angetretten war. In ihm befand sich der Besitz einflußreicher Ungarn, darunter auch Vermögen von jüdischen Familien, die sich teils mit diesen Wertgegenständen freigekauft hatten und in die Schweiz geflohen waren. In dem von den Deutschen bis zur Übergabe schwer bewachten Zug befanden sich Gold- und Silberbarren, Juwelen, hunderte Kisten Goldmünzen, über tausend Ölgemälde, 5000 Perserteppiche, Tafelsilber, Porzellan, wertvolle Briefmarkensammlungen, Pelze und seltene Bücher.
Der Zug wurde am 17.Mai 1945 von amerikanischen Truppen im Tauerntunnel entdeckt und wurde nach Werfen, südlich von Salzburg, umgeleitet. Bis er offiziell im Juli 1945 auf Anweisung der US-Militärregierung entladen wurde, war er fast restlos von Angehörigen der 43. US Infanteriedivision ( Rainbow Division ) geplündert worden und das unter Führung ihres Generalmajors Harry John Collins. (1)

Angehörige des Us-Kunstschutzes versuchten, die Diebstähle zu verfolgen, wurden daraufhin aber in die USA zurückbeordert. Der Rest des Goldzuges ging in internationale Flüchtlingsorganisationen, deren Angehörige den Rest stahlen oder in die USA verschoben. Der Zug soll ursprünglich einen Gesamtwert von 206 Millionen US-Dollar ( nach dem Wert von 1945!) gehabt haben. Der Verbleib der Gold- und Silberschätze ist bis heute ungeklärt. Fachleute sprechen vom “ Raub des Jahrhunderts “

Ein ganz anderer Schatz wurde in der Nähe von Innsbruck von US-Truppen erbeutet. Es handelte sich um einen aus 29 Waggons bestehenden Sonderzug der Firma Mauser, der aus Oberndorf in die neue Alpenfestung verlegt werden sollte. In ihm befanden sich außer 203 Waffenspezialisten auch die letzten Entwicklungen auf dem Gebiet der “ automatischen Waffen “ Es stellte sich dann aber heraus, daß dieser „besondere Schatz “ so wertvoll war, daß viele der im Zug vorgefundenen Entwicklungen auch in Zukunft die Grundlage für neue und bessere Waffensysteme der Siegermächte bilden sollten. Bekannt ist, daß sich im Mauser-Zug wenigstens zwei Exemplare der revolutionären Mauser-Revolerkanone MG/MK213C befanden.(2) Die von der Firma Mauser unter der Bezeichnung MG213C entwickelte Waffe sollte in der Nachkriegszeit die gesamte Waffentechnik revolutionieren. Sie war so fortschrittlich und richtungsweisend, daß sie in Ländern mit einer leistungsfähigen Waffenindustrie fast bis ins kleinste Detail nachgebaut wurde.

In den USA lautete die Bezeichnung des Nachbaus M-39 ( mit den Varianten: T74A, T110, T121, T130, T151, T160, T164 und BuO MKS/Modell 0 (Marquard)). In der Sowjetunion entstanden aus der MK213 die NR30 Kanonen, in Großbritannien die „Aden“, in Frankreich die “ Defa552 „und in der Schweiz die “ Vertigon “ 206RK und 302RK. Noch heute stellt die MK213C Weiterentwicklung BK27 (27mm) den höchsten Entwicklungsstand bei Flugzeugbordwaffen dar und ist neben Lenkwaffen die Hauptbewaffnung des “ Eurofighters “ und der Lockheed Martin JSF (F35)- über sechzig Jahre nach ihrer Erstentwicklung eine beeindruckene
Leistung.

Der Schatz im Tauerntunnel dürfte den Grundstock für einige private US-Großvermögen gelegt haben, der “ Mauserzug “ von Innsbruck dagegen sicherte die Überlegenheit der amerikanischen Flugzeugbewaffnung auf dem Rohrwaffensektor. Es darf nicht vergessen werden, daß noch bis Mai 1945 die amerikanische Standardbordwaffe das “ Browning “ MG M2 mit einem Kaliber von 12,7mm war. Es ging mit seiner Grundauslegung auf eine
deutsche Entwicklung aus dem Jahre 1918 (TuF Maschinengewehr ).

Welcher der beiden Züge barg nun den wertvolleren Schatz?
1.)Rolf Kosiek u. Olaf Rose, Der Große Wendig, Bd.2, Grabert, Tübingen 2006, S.304f.

2.)Fritz Hahn, Deutsche Geheimwaffen 1939-1945. Flugzeugbewaffnungen, Erich Hoffmann Verlag, Heidenheim 1963, S.9
Leider hat Hahn nur einen Teil seiner Kenntnisse über wichtige Waffenprojekte veröffentlicht. Nach seinem Tod übergab seine Frau den “ Geheimteil “ seiner Sammlung, darunter Daten über Atomwaffen und “ alternative Waffen “ dem BA/MA, wo sie weiter unter Verschluß sind.

Beschreibung der Mk213 mit Munitionszuführung.
Beschreibung der Mk213 mit Munitionszuführung.
Beispiele für exakte Nachbauten der Mk 213C: Die amerikanische M39...
Beispiele für exakte Nachbauten der Mk 213C:
Die amerikanische M39…
.. und die M39A2 eingebaut in der F-5
.. und die M39A2 eingebaut in der F-5
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