Obwohl die USA unzählige ME-262 und Ersatzteile erbeutet hatte, wurden sie bis auf wenige Beutestücke schnell verschrottet.

Am 17. Mai 1946 wurde die letzte flugfähige Beute Me-262 (Kennnummer FE-4012) von Wright Field an die FIrma Hughes Aircraft in Culver City überstellt und dort für Vergleichstest mit dem Prototypen der XP-80 “ Shooting Star “ überholt. Die Tests fielen so eindeutig zu Gunsten des deutschen Düsenjägers aus, daß die Testpiloten dienstlich davor gewarnt wurden, über ihre Ergebisse zu berichten. Die Schlußfolgerungen des offiziellen Berichts wurden vor seiner Publikation stark zensiert, sprachen aber trotzdem ´noch von einer eindeutigen Überlegenheit der alten Me-262 gegenüber der XP-80.

Nach dem Ende dieser Tests kam die FE-4012 wieder zu Hughes, wo sie sehr ausgiebig überarbeitet und, nach dem Verschließen störender Öffnungen, sorgsam mit mehreren Schichten eines speziellen Hochglanzlacks überzogen wurde. Mit extra nachgemachten deutschen Hoheitskennzeichen und der neuen Kennung “ T-2-4012 “ wollte die Flugzeuglegende Howard Hughes bei den “ Bendix Thompson Jet Trophy Air Races “ in Kalifornien selbst damit gegen die neusten P-80 Versionen antretten. US- Luftwaffen General Arnold verhinderte persönlich diesen Plan, um der USAF ein mögliches und vorhersehbares Desaster zu ersparen. (1)

Als die Konkurrenzfirma North American dann mit ihrer neuen F-86 “ Sabre “ herauskam, forderte Howard Hughes die USAF zu einem Renn-Zweikampf ihres Stars F-86 gegen seine Me-262 heraus. Es sollte aber nicht zum Düsenwettfliegen der besten Vertretter zweier Epochen um buntbemalte Turmpylone in der kalifornischen Wüste kommen. Die US-Luftwaffe lehnte Hughes Herausforderung glatt ab. (2)

Offensichtlich lagen der USAF- Entscheidung einige gewichtige- unausgesprochene- Tatsachen zu Grunde.
Um von der USAF klare Fakten zu schaffen, wurde die Maschine T-2-4012 außer Dienst gestellt und an die Flugschule in Burbank geliefert, wo man den deutschen Vogel sofort in flugunfähigen Zustand “ zurückbaute „.
Als dann im Koreakrieg die amerikanischen Düsenjäger Probleme mit den Sowjetischen MIG15 bekamen, ging es in Amerika so weit, daß etwa fünf Jahre nach Kriegsende eine kleine Firma in den USA den Auftrag erhielt, nach den erbeuteten Zeichnungen eine Me-262 neu für die USAF zu bauen. (3) Weitere Einzelheiten sind jedoch bis heute unbekannt.

1.)Richard Smith und Eddie j.Creek, Me262 , Band 4, Classic Publications, Crowborough 2000, S.854 f.
2.)Henry Stevens, Hitlers Suppressed and still Secret Weapons, Science and Technology, Adventures Unlimited, Kempton 2007, S.16
3.)Heinz J. Nowarra, Die deutsche Luftrüstung 1933-1945, Band 3, Bernard & Graefe, Koblenz 1987, S.226

die-messerschmitt-me262-mit-der-kennungt-2-4012-im-wiederhergestellten-originalzustand-1

Die Messerschmitt Me262 mit der KennungT-2-4012 im wiederhergestellten Originalzustand.
Die Messerschmitt Me262 mit der KennungT-2-4012 im wiederhergestellten Originalzustand.

Zu den Bildern gibts noch einen Randtext:
Howard Hughes fühlte sich 1945/1946 von der US-Luftwaffe schwer enttäuscht.
Wollte Howard Hughes, der als Fachmann sicher die Wahrheit über den Stand der US- Düsenjägertechnik wusste, die USAF in der Öffentlichkeit absichtlich bloßstellen?
Die von Hughes nachträglich wieder angebrachten deutschen Hoheitszeichen wären im Falle eines Sieges über die F-80 und F-86 als Provokation und Blamage kaum zu übertreffen gewesen.

Advertisements