Der Panzergraf
Der Panzergraf

Hyazinth Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Camminetz (Geboren 30. Juli 1893 in Großstein, Kreis Oppeln; gestorben 25. April 1968 in Trostberg, Bayern) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Kaiserlichen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalleutnant der Reserve und Höherer Panzerführer der Heeresgruppe Nord mit drei Panzerdivisionen und einer Panzerjagdbrigade.

Leben

Familie
Die Grafen Strachwitz zählen zu den ältesten Adelsgeschlechtern des fremdbesetzten Schlesiens. Allein zehn Grafen- Ritter Strachwitz fielen unter Heinrich II, 1241, auf der Wahlstadt bei Liegnitz im Kampf gegen die Mongolen. Der am 30.7.1893 in Groß-Stein, Kreis Groß Strehlitz, Oberschlesien, geborene Hyazinth trug genau den Vornamen des schlesichen Heiligen, wie alle Erstgeborenen der Familie seit über 700 Jahren. Die Grafen Strachwitz bauten zu Ehren des Heiligen im Schlosshof eine Kapelle. Die Familie des Grafen Hyazinth von Groß-Zauche-Camminetz gehörte zu den vermögendesten Land- und Forstbesitzern Schlesiens ( 18800 schlesische Morgen gehörten der Familie Strachwitz zu Spitzenzeiten) ( 1 schlesischer Morgen = 0,47ha , 1 ha = 10.000 m² )

Erster Weltkrieg

Beim Garde-Regiment Garde du Corps in Potsdam wurde Hyazinth Graf Strachwitz persönlich von Wilhelm II zum Leutnant d.R. befördert, nachdem er vorher die Kadettenanstalt in Lichterfelde besucht hatte.
. Seine Kadettenzeit in Lichterfelde hatte er mit seinen Freunden Manfred von Richthofen und Hans von Aulok absolviert.

Als hervorragender Reiter und Fechter, ausgezeichneter Leichtathle gehörte er zum Olympiakader für 1916.

Im Ersten Weltkrieg ritt er mit seinem Regiment nach Frankreich ein.
Dort angekommen, wurde Leutnant Strachwitz auf eine berittene Fernpatrouille geschickt, die die Hauptmacht des Feindes aufklären sollte. Leutnant Graf Strachwitz stieß nach Erfüllung des Auftrags aber darüber hinaus weit ins Hinterland des Feindes vor und tauchte zum Schrecken der Franzosen kurz vor Paris auf, sprengte Bahngleise, verlor seine Pferde, schlug sich wochenlang im Hinterland durch, versuchte die Schweiz zu erreichen, schleppte trotzdem seine Verwundeten mit, bis ihn und seine Männer die zahlreichen französischen Verbände, die extra nur auf ihn und seine Männer angesetzt wurden, gefangen nahmen

Man schleppte ihn durch Gefängnisse,schließlich zusammen mit seinen Soldaten zum Tode verurteilt. Erst in letzter Sekunde – die Gruppe stand bereits vor dem Erschießungskommando – wurde der Befehl rückgängig gemacht.

Am 14. Oktober 1914 wurde er zur Zwangsarbeit in Cayenne (Französisch-Guayana) verurteilt, dabei ließ man ihn als Geisel viermal auf Frachtschiffen im Mittelmeer in untersten Schiffsräumen mitfahren.

Ihn erwartete indes eine Verlegung zu anderen französischen Zuchthäusern. Strachwitz führte mehrere Fluchtversuche durch, die alle scheiterten und so wurde er auf die Insel Ré deportiert. Im Zuchthaus von Carcassone schließlich wurde er auf Antrag einer Schweizer Ärztekommission vom Internationalen Roten Kreuz in die Schweiz überstellt; Strachwitz befand sich in apathischem Zustand mit völlig abgerissener Kleidung und zum Skelett abgemagert. 1918 wurde er aus der Schweiz in das Deutsche Reich als schwerkranker Mann entlassen. Eine gefährliche Nervenentzündung machte ihn beinahe dienstuntauglich. 1920 ging er in den Erholungsurlaub, 1921 wurde er mit Wirkung von 1916 (rückwirkend) zum Oberleutnant befördert.
Er kehrte dann zu seinen Besitzungen in Schlesien zurück.

Freikorps

Als Polen 1921/22 versuchte, Oberschlesien vom Deutschen Reich zu trennen, war Graf Strachwitz als Offizier des Freikorps „von Hülsen“ ein Hauptorganisator des Selbstschutzes Oberschlesien (SSOS) und trieb den Feind in erbitterten Kämpfen aus dem Land.

Den Kampf führte er überlegen. In Kenntnis des heimatlichen Geländes umging er die polnischen Verbände, griff sie überraschend aus der Flanke an, schlug sie im Nahkampf in die Flucht.

Die Polen setzten daraufhin ein Kopfgeld auf ihn aus. Bei dem Sturm auf den Annaberg rollte Strachwitz den Feind im Nahkampf auf und erreichte als erster Deutscher den Gipfel des Annabergs. Nach der Niederschlagung der polnischen Aggressionen verließ er die Armee und verwaltete die Güter seiner Familie.

Drittes Reich

1935 wurde er beim 7. Reiterregiment in Breslau zum Rittmeister befördert. Er selber bat um Verlegung zur Panzertruppe und legte beim Panzer-Regiment 2 (1. Panzer-Division) in Eisenach seine Reserveübung ab.

Zweiter Weltkrieg

Polen und Westfeldzug
Graf Strachwitz machte von sich reden, als er im Kübelwagen in Gefechte eingriff und Ein-Mann-Angriffe fuhr. Diese kühnen Aktionen brachten ihm den Beinamen „verwegener Graf“ ein. Bei einem dieser Alleingänge traf Strachwitz auf eine von Franzosen besetzte Kaserne. Er befahl dem Wachposten das Herbeiholen des diensthabenden Offiziers und setzte 600 französische Soldaten fest; seine Uniform, die ihn als vermeintlichen SS-Panzeroffizier auswies (die schwarzen Wehrmachtsuniformen der Panzertruppe wurden oft vom Feind fälschlicherweise als Waffen-SS-Uniformen gedeutet), hatte die Franzosen eingeschüchtert. Strachwitz wurde nur von einem Offizier und dem Fahrer begleitet. Nach dem Westfeldzug wurde er zum Major befördert und diente fortan in der 16. Panzerdivision von General Hans Hube, die in Rumänien als Lehrdivision für die rumänische Armee verwendet wurde.

Als Kommandeur einer Abteilung des Panzerregiments 2 girff er 1941 zusammen mit dem Infanterieregiment “ Großdeutschland “ Richtung Belgrad an, das er mit seiner Panzerabteilung am 13.4.1941 zuerst erreichte.

Unternehmen „Barbarossa“

Zu Beginn des Präventivschlages gegen die Sowjetunion, nunmehr bei der 16. Panzerabteilung, schlug er durch überfallartige Nachtaktionen Breschen für die nachrückende deutsche Infanterie, im Handstreit mit einigen Panzern Pernomaisk mit seinen Bugbrücken, stieß weiter vor und vernichtete Kolonnen mit Artillerie und Pak von mehr als 300 Kraftfahrzeugen. Bei Uman zerschlug er weit hinter den feindlichen Linien Reservern und Panzerverbände und löste beim Feind Panik aus.

Bei einem dieser Angriffe wurde er aber von überlegenen Infanteriekräften der Roten Armee eingekreist. Im Nahkampf wurde er von einem Geschoß getroffen, fuhr aber bereits den nächsten Angriff an der Spitze seiner Abteilung wieder mit und vernichtete bei Werba durchgebrochene Feindpanzer.

Beim Vorstoß´Richtung Stalingrad 1942 stieß er mit dem Panzerregiment 2 durch die Kirgisensteppe am Tatarengraben vorbei, auf die Stadt und die Wolga in einem Zug durch. Am 25.8.1941 erhielt er das Ritterkreuz und am 17.11.1942 das Eichenlaub.

Bei der Schlacht um Stalingrad rollten seine Panzer zuerst durch die Straßen der Stadt, wobei er erneut verwundet wurde. Im Hinterland vernichtete er hunderte T-34.

Aus sorgfältig getarnten Stellungen schoß er bei einem seiner Ausflüge weit ins Hinterland innerhalb einer Stunde mit seiner Einheit mindestens 100 Sowjetpanzer ab, ohne einen einzigen eigenen Verlust.

Mit wenigen Panzern dann an der Nordfront des Kessels eingesetzt, schoß er ohne eigene Ausfälle bei einem Stärkeverhältnis von 10:1 kaltblütig den Feind auf nächster Entfernung ab und vernichtete dadurch mit seiner Einheit weitere 105 Sowjetpanzer.

Einige Tage später wurde Graf Strachwitz selbst schwer verwundet und dann aus Stalingrad ausgeflogen. Nach der Genesung übernahm der „Conte “ wie er inzwischen bei der Division Großdeutschland hieß, das Panzregiment Großdeutschland und trat zu den einzigartigen Erfolgen bei Bogoduchow, Graiworan, Borissowka und Toamrowka an.

Sein unglaubliches Feingefühl für die Beurteilung des Gegners, Einschätzen der Lage und sein Mut zu kühnsten Entschlüßen, verbunden mit seinem 6. Sinn für ein Erkennen von Schwachstellen des Gegners und das Ausnutzen dieser Vorteile, verschaffte ihm das Vertrauen seiner Offiziere und Soldaten.
Dazu zeichnete ihn eine ständige Fürsorge für seine Soldaten aus.
Immer beispielgebend führte er weit vorne seine Truppen.

1943 erhielt der Oberst der Reserve danach als erster Regimentskommandeur eine Panzerabteilung des Kampfpanzers Tiger zur Bewährung und zur Probe. In den Kämpfen um Charkow lockte Strachwitz starke Panzerkräfte der Sowjets zum Vormarsch auf ein Dorf, wo er seine Tiger in Form eines Hufeisens plaziert hatte. Als der Führungspanzer der Russen bis auf 35 Meter auf den von Strachwitz geführten Tiger herangekommen war, eröffnete seine Abteilung das Feuer und vernichtete alle T-34 und KW-85 des Feindes. Der Führer verlieh daraufhin dem Kommandeur des Panzerregiments „Großdeutschland“ Oberst Graf Strachwitz als 27. Soldaten der deutschen Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub des Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Bei der Kurskoffensive, der „Operation Zitadelle “ führte der Panzergraf abermals sehr erfolgreich, verließ aber das Regiment Großdeutschland nach einer im Panzergefecht erlittenen Verletzung durch den Rücklauf seiner Bordkanone.

Nach seiner Genesung führte er an der Nordfront als “ Kesselknacker “ kühne und riskante Unternehmen.

Am 1. April 1944 wurde er zum Generalmajor befördert; zuvor mußte er sich offiziell reaktivieren lassen und gehörte somit offiziell nicht mehr der Reserve an. Er wurde Kommandeur der 1. Panzerdivision und dann höherer Panzerführer der Heeresgruppe Nord mit drei Panzerdivisionen und einer Panzerjagdbrigade. Da er von den Sowjets gefürchtet wurde, nutzte er diesen Effekt und teilte den Russen über Funk mehrmals seine Anwesenheit an bestimmten Frontabschnitten mit.

Im Herbst 1944 stößt Graf Strachwitz, der sich stets nur als “ Herr Graf “ ohne Dienstgrad anreden ließ, kühn mit wenigen Panzern und Schützenpanzern zur eingeschlossenen Heeresgruppe Nord nach Riga durch und stellte die unterbrochene Verbindung wieder her. Als er in Riga ankam, von den mehrtägigen Kämpfen etwas “ angestaubt “ im ersten Panzer fahrend, wie immer vorne führend, hielten ihn einige Generäle dort für einen Leutnant und machten ihm Vorhaltungen. Er erklärte ihnen sanft die Lage und sagte abschließend ruhig und mit einem Lächeln: “ Sie sprachen hier mit keinem Leutnant, sondern mit einem leibhaftigen General “

Wieder fährt er waghalsige Erkundung durch angreifendew Sowjetverbände und wird auf einer dieser Fahrten neben seinem PKW schwer verletzt aufgefunden. Andere Überlebende außer ihm gab es nicht. Der Vorfall wurde nie ganz aufgeklärt. Doppelter Schädelbruch, mehrere Knochenbrüche, drei Wochen Koma sind die Folgen.

Noch in Krücken stellte er, als die rote Armee in Schlesien im Januar/Februar 1945 einbrachen, Panzerjagdbrigaden aus Freiwilligen auf.
Die „Panzerjäger“ wurden mit Panzerfäusten hinter die feindlichen Linien geflogen und griffen dort die Panzer überraschend und erfolgreich auf ihren Marschrouten an.
Männer mit 15 und mehr Panzerabschüssen waren bei diesen Einsätzen keine Seltenheit.

Trotz Gehbehinderung, starken Kopfschmerzen,häufigen Ohnmachten im Wagen, führte er weiter. Als letzte fürsorgliche Tat schleuste er seiner Panzerjäger aus dem sowjetischen Besatzungsgebiet nach Bayern.

Sein Stab befand sich in Bad Kudowa[2], die Truppe war zuletzt noch 8.000 Mann stark.

Beförderung:

Am 1. Januar 1945 stieg er im Zuge der fünften Beförderung seit Kriegsbeginn zum Generalleutnant auf und war damit der ranghöchste Reserveoffizier der gesamten Wehrmacht.

Kapitulation

Nach der Kapitulation entließ Strachwitz seine Männer und befahl ihnen, sich nach Westen abzusetzen. Er selbst schlug sich mit seinem Adjutanten durch das von tschechischen Partisanen unsicher gemachte Sudetenland bis nach Velden in Bayern durch, wo er von VS-Amerikanern festgenommen wurde. Nach seiner Entlassung besaß er nicht mehr als seine abgerissene Uniform.

Sonstiges

Graf Strachwitz wurde insgesamt 14mal verwundet, neunmal schwer, darunter zwei Kopfschüsse und ein schwerer Autounfall[3].

Seine jüngste Tochter, Alexandrine „Lisalex“ Aloysia Maria Elisabeth Therese (Geboren 30. Juli 1921), war Nachrichtenhelferin (Blitzmädel), sein ältester Sohn, Hyacinth, wurde schwer verwundet und dadurch bettlägerig. Seinem jüngsten Sohn, Hubertus „Harti“ Arthur (Geboren 11. März 1925), wurde ein Bein amputiert, er fiel dennoch in den letzten Kriegstagen, nachdem er sich freiwillig zurückgemeldet hatte. Im Mai 1946 wurde seine Frau, Alexandrine „Alda“ Freiin Saurma-Jeltsch, von einem VS-amerikanischen Militärlastwagen überfahren und getötet. Seine Bitte, an der Beerdigung teilnehmen zu dürfen, wurde von den Amerikanern abgelehnt. 1943 soll Strachwitz angeblich an den Planungen zu einem Attentat auf Adolf Hitler beteiligt gewesen sein, jedoch gibt es dafür keine Beweise.

Nachkriegszeit

Trotz schwerster Verwundungen, Heimat- und Besitzverlust, resignierte er nicht.
Graf von Strachwitz nahm stattdessen ein Angebot der syrischen Regierung an und wurde Berater für Land- und Forstwirtschaft sowie Berater zum Aufbau einer syrischen Armee. Nach dem Umsturz in Syrien setzte er sich in Begleitung seiner zweiten Frau in den Libanon ab und traf im Juni 1949 in Italien ein. Im Herbst 1951 betrat er wieder deutschen Boden. Er gründete das Oberschlesische Hilfswerk und lebte von einer kümmerlichen Rente.

Mit seiner zweiten Frau, Nora von Stumm (Geboren 1916– Gestorben 2000), hatte er zwei Söhne und zwei Töchter. Nachdem seine Frau eine Erbschaft erhalten hatte lebte er auf einem kleinen Anwesen am Chiemsee.

Beerdigung

Bei seiner Beerdigung mit militärischen Ehren, Abordnung und Ehrengeleit in Prien am Chiemsee hielten Bundeswehrsoldaten die Totenwache.[4]

Führungsstil

Sprichwörtlich für Hyazinth Graf Strachwitz waren seine Kaltschnäuzigkeit, hoher persönlicher Mut, ideenreiche Planung und blitzschnelles Reaktionsvermögen. Er behauptete von sich stets, den sechsten Sinn zu haben („Ich fühle es, wenn mich ein Panzer anguckt.“) und führte stets an vorderster Front. Die größte Gefahr sah er darin, Panzer zu langsam oder gar nicht zu bewegen.

Weitere Worte:

Ähnlich den Reitergeneralen Friedrichs des Großen, Ziethen und Seydlitz, war Strachwitz für Freund und Feind ein legendärer Führer geworden. Seine Kühnheit, sein Kampfgeist, seine unerschütterliche Tapferkeit, gepaart von hoher Fürsorge für seine Soldaten, seine Intuitionen in schwierigen taktischen Lagen, die er setzt zum Vorteil nutzen konnte, waren die Grundlage großer Erfolge.
Es waren oft “ Hussarenstreiche „die er an der Spitze seiner Panzermänner ausführte. Stehts zuversichtlich führte er sein Regiment aus oft auswegslos erscheinenden Situationen heraus.
Er selbst empfand es als selbstverständliche Pflichterfüllung.

Im Herzen seiner alten Mitkämpfer lebte Graf Strachwitz weiter als ein Ritter ohne Furch und Tadel, als ein im katholischen Glauben fest verwurzelter, verantwortungsbewusster Führer seiner Soldaten und als ein Vorbild für Tapferkeit, der als Offizier mit Hingabe für sein Vaterland gekämpft hat.

Auszeichnungen (Auszug)

-Ehrenritter des Malteserordens

-Eisernes Kreuz (1914) II. und I. Klasse

-Ehrenkreuz für Frontkämpfer

-Schlesischer Adler II. und I. Stufe

-Ehrenwinkel für alte Kämpfer, 1934

-SA-Sportabzeichen in Bronze

-Deutsches Reichssportabzeichen in Gold

-Dienstauszeichnung der NSDAP in Bronze

-Wehrmacht-Dienstauszeichnung

-Orden der Krone von Rumänien am 9. Juni 1940

-Wiederholungsspange (1939) zum Eisernen Kreuz II. und I. Klasse (1914)

-Anerkennungsurkunde des Oberbefehlshabers des Heeres als Major d. R. und Kommandeur der I. Abteilung/Panzer-Regiment 2/16. Panzer-Division

-Medaille „Winterschlacht im Osten 1941/42“

-mehrmalige namentliche Nennung im Wehrmachtbericht

-SS-Totenkopfring

-Panzerkampfabzeichen in Gold
-Silber (1941)
-Gold (1943/44), IV. Stufe „100“

-Verwundetenabzeichen (1939) in Gold
-Schwarz (1941)
-Silber am 17. März 1942
-Gold am 16. Februar 1943

-Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten [5]

-Ritterkreuz am 25. August 1941
-Eichenlaub am 13. November 1942 (144. -Verleihung) als Oberstleutnant der Reserve und Kommandeur der I./Panzer-Regiment 2
-Schwerter am 28. März 1943 (27. -Verleihung) als Oberst der Reserve und Kommandeur des Panzer-Regiments „Großdeutschland“
-Brillanten am 15. April 1944 (11.
-Verleihung) als Oberst der Reserve und Kommandeur einer Panzer-Gruppe der Heeresgruppe Nord

Deutsches Kreuz in Gold
Graf Strachwitz wird oft mit dem Deutschen Kreuz in Gold in Verbindung gebracht, der Empfänger war jedoch sein gleichnamiger Sohn (Geboren 1920; am 29. Mai 1943)[5] als Oberleutnant der 4. Kompanie des Panzer-Regiments 15.

Beförderungen

Königlich Preußische Kadettenanstalt

Königlich Preußische Hauptkadettenanstalt

August 1912: Eintritt in das Regiment der Gardes du Corps: Fähnrich

17. Februar 1914: Leutnant

1921: Oberleutnant (rückwirkend 1916)

NSDAP-Nr.: 1.405.562 (Beitritt 1932)

9. August 1933: SS-Mann
SS-Nr.: 82 857 (Beitritt am 17. April 1933)

15. September 1933: SS-Scharführer

19. Dezember 1933: SS-Truppführer

10. March 1934: SS-Obertruppführer

28. April 1934: SS-Untersturmführer

9. November 1934: SS-Obersturmführer

1934: Hauptmann der Reserve

15. September 1935: SS-Hauptsturmführer

1935: Rittmeister der Reserve beim Reiter-Regiment 7 in Breslau

13. September 1936: SS-Sturmbannführer

30. Januar 1939: SS-Obersturmbannführer

1940: Major der Reserve

1. Januar 1942: Oberstleutnant

1. Januar 1943: Oberst der Reserve (ggf. erst März/April, jedoch rückwirkend (RDA) zum 1. Januar)

3. November 1943: SS-Standartenführer (ehrenhalber; mit Wirkung vom 01.09.1943)

1. April 1944: Generalmajor der Reserve
30. Januar 1945: Generalleutnant der Reserve (Reserveoffizier der gesamten Wehrmacht)

Literatur

Günter Fraschka: Der Panzer-Graf, Pabel (1962)

Günter Fraschka: Mit Schwertern und Brillanten, 7. Auflage Limes-Verlag (1977), ISBN 3809021229

Hans-Joachim Röll: Generalleutnant der Reserve Hyazinth Graf Strachwitz von Groß-Zauche und Camminetz – Vom Kavallerieoffizier zum Führer gepanzerter Verbände[6], Flechsig (2011), ISBN 978-3803500151

Fußnoten

1.) Ende März bzw. Anfang April war Graf Strachwitz laut militärgeschichtlicher Quellen schon Oberst, allerdings zeigt ihn das Foto mit den Schwertern zum Ritterkreuz und den Schulterklappen eines Oberstleutnants der Panzertruppe (einzelner Stern, mittig). Denkbar ist (da nicht unüblich) eine Beförderung zum Oberst der Reserve im April 1943, allerdings mit Wirkung vom 1. Januar 1943.

2.) Kudowa ist eines der ältesten Heilbäder Niederschlesiens in der Grafschaft Glatz. Es liegt am Fuße des Heuscheuergebirges in einem nach Süden geöffneten Tal, nahe an der tschechischen Grenze und gehörte zum Böhmischen Winkel.

3.) Dienstfahrt im Oktober 1944, neben einem Schädelbruch Brüche an Rippen, Armen, Beinen und Händen.

4.) Ob Graf Strachwitz das kleine oder große Ehrengeleit erhielt, ist nicht bekannt. Die Abordnung setzt sich aus einem Offizier (möglichst Disziplinarvorgesetzter des Verstorbenen), einem Unteroffizier, einem Mannschaftsdienstgrad und gegebenenfalls zwei Soldaten als Kranzträgern zusammen. Das kleine Ehrengeleit umfaßt neben der Abordnung sechs Soldaten als Totenwache (möglichst aus der Dienstgradgruppe des Verstorbenen), einen Trommler, einen Trompeter und gegebenenfalls einen Soldat als Ordenskissenträger. Vorgesehen ist das Ehrengeleit nur für Admiräle und Generäle und Inhaber von Tapferkeitsauszeichnungen. Das große Ehrengeleit kommt für Personen in Frage, die mindestens die Dienststellung eines Kommandierenden Generals (meist Generalleutnant) oder eine vergleichbare Dienststellung innehatten. Es umfaßt neben der um einen General verstärkten Abordnung eine Truppenfahne mit Fahnenträger und zwei Begleitoffizieren, einen Ehrenzug (1/3/27), ein Musikkorps sowie Totenwache, Kranzträger und Ordenskissenträger.

5.) 5,0 5,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.728

6.) Dies ist die Geschichte von Hyacinth Graf Strachwitz. Am 30. Juli 1893 in Groß-Stein in Oberschlesien geboren, gehörte er einem alten schlesischen Adelsgeschlecht an. Nach seiner Kadettenzeit in Lichterfelde ins Regiment Garde du Corps aufgenommen und von Kaiser Wilhelm II. persönlich zum Leutnant der Reserve befördert, nahm er am Ersten Weltkrieg als Führer von berittenen Fernspähtrupps im feindlichen französischen Hinterland teil. Nach Kriegsende organisierte er den Selbstschutz in Oberschlesien gegen die Polen, die versuchten, Oberschlesien vom Deutschen Reich abzutrennen. Im Zweiten Weltkrieg zuerst noch als Nachschuboffizier eingesetzt, kämpfte er später als Führer gepanzerter Verbände im Balkanfeldzug und in Russland, wo er sich bei den Kämpfen um Uman, beim Vorstoß auf Stalingrad, der Schlacht um Charkow im März 1943 und bei den Abwehrkämpfen im Frühjahr 1944 im Rahmen der Heeresgruppe Nord besonders auszeichnete. Für Tapferkeit vor dem Feind wurde er am 25. August 1941 mit dem Ritterkreuz, am 13. November 1942 mit dem Eichenlaub, am 28. März 1943 mit den Schwertern und am 15. April 1944 mit dem Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz ausgezeichnet. In den letzten Kriegsmonaten stand der Panzergraf als Führer von Panzervernichtungstrupps im Rahmen der Heeresgruppe Mitte im Einsatz und führte seine Männer nach der Kapitulation in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er verstarb am 25. April 1968 und wurde in Prien am Chiemsee in Anwesenheit einer Ehrenformation der Bundeswehr mit allen militärischen Ehren beigesetzt.

Graf Strachwitz
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Der deutsche Panzergeneral Hyazinth Graf Strachwitz
Der deutsche Panzergeneral Hyazinth Graf Strachwitz
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