Die Deutsche Reichsbahn war seit Anfang der 1930er Jahre bestrebt, wegen der wirtschaftlichen Vorteile der elektrisch betriebenen Lokomotiven und Triebwagen die Elektrifizierung ihres Streckennetzes zügig voranzutreiben.
Besonders drei größere Streckennetze boten sich hierfür an: das mitteldeutsche, das schlesische und das süddeutsche Schienennetz. (1)
1935 waren in diesen Regionen bereits rund 2700 Streckenkilometer mit Oberleitungen versehen ( Mitteldeutschland: 500 Kilometer, Schlesien: 400 Kilometer, Süddeutschland: 1.800 Kilometer.)


Die Reichsbahn ging nun daran, diese Elektronetze weiter auszubauzen und die Verbindung von Streckenabschnitten über größere Entfernungen ins Auge zu fassen.
Nachdem 1942 die Verbindung des mitteldeutschen mit dem süddeutschen Oberleitungsnetz hergestelt worden war, konnte der Reisende “ von Leipzig bis München mit elektrischer Zugförderung “ (2) fahren. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges erhielt zwar aus militärischen Gründen die Dampflokomotive erste Priorität, jedoch “ wurde auch während des Krieges unter größten Anstrengungen die Elektrifizierung der Fernbahnstrecken weiterverfolgt“ (2). Die Planer der Reichsbahn hatten früh die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Elektroloks erkannt, die es möglich machten, sich auf lediglich drei bis vier Lokomotivmodelle zu beschränken, was im Bereich der Dampflokomotive nicht mölglich war. Es wurden daher Güterzug- Elektroloks beschafft, de auch im leichten Personenverkehr eingesetzt werden konnten, sowie Schnellzuglokomotiven, die auch für den schweren Güterverkehr geeignet waren.
Besonders die Baureihe (BR)44, von der bis Kriegsende 173 Exemplare hergestellt wurden, bewährte sich gut.
Hierbei handelte es sich um eine Drehgestell-Güterzuglokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50km/h.
Die BR93 war eine Weiterentwicklung und hatte 6 angetriebene Achsen und war für den Schwertransport für für steigungsreiche Strecken gedacht. Obwohl auch die (BR)93 sehr erfolgreich arbeitete, wurde sie nur in kleiner Stückzahl gebaut, da sie für diesselben Zwecke durch die nahezu baugleiche, aber mit einem wesentlich stärkeren Motor versehene (BR) 94 abgelöst wurde. (3)
Auch Entwicklung und Bau von Elektroloks für den Nah- und Schnellzugverkehr wurden vorangetrieben.
Hier sei die BR 05 genannt, von der 10 Exemplare beschafft wurden und die für Geschwindigkeiten bis 130km/h ausgelegt war.
Die BR18 wurde für den Fernschnellzugverkehr entwickelt. Diese Lok, von der insgesamt 53 Exemplare gebaut wurden, bestach durch ihren typischen Stromlinienaufbau und erhielt für ihre Leistungen 1937 auf der Pariser Weltausstellung einen „Grand Prix „. Die Grundkonzeption dieser Lokomotive wurde in der BR19 weiterentwickelt.
Diese Schnellzuglok hatte eine Höchstgeschwindigkeit von 225km/h und sollte im Flachland mit einer Geschwindigkeit von 180km/h Züge mit bis zu 700 Tonnen Gesamtgewicht befördern. “ Bezeichnen war aber, dass sie in Deutschland bis in die sechziger Jahre die leistungsstärkste E-Lok blieb“ (4)

Der größte Teil der von der Deutschen Reichsbahn eingesetzten Elektrolokomotiven arbeitete so zuverlässig, “ dass viele Maschinen in den Bestand der Deutschen Bundesbahn übergingen und dort teilweise noch bis in die achtziger Jahre ihren Dienst versahen “ (5)
Parallel zu den Elektroloks wurden von der Reichsbahn auch elektrische Triebwagen in Dienst gestellt, wobei unter anderem die guten Erfahrungen mit der Elektrifizierung der Berliner Stadtbahn ausschlaggebend waren.
Mit den elektrischen Triebwagen konnte insbesondere in den Ballungsräumen die Beförderungsleistung erheblich erhöht und der Nah- und Berufsverkehr deutlich beschleunigt werden. Die Reichsbahn legte auch hier großen Wert auf eine Vereinheitlichung ohne regionale Unterschiede.
Der Elektrotriebwagen (ET) 25 wurde hier das Grundmodell für fast alle elektrischen Triebwagen.(6)

1.) Vgl. Arold, S.64
2.)Ebd, S.65
3.)Vgl. Ebd.S.66
4.)Ebd. S.68
5.)Ebd. S.71
6.)Vgl. Ebd., S68 f

Am 10. Mai 1935 wird das Eintreffen des ersten elektrischen Zuges im Bahnhof Grönhart auf der Strecke Nürnberg-Augsburg gefeiert.
Am 10. Mai 1935 wird das Eintreffen des ersten elektrischen Zuges im Bahnhof Grönhart auf der Strecke Nürnberg-Augsburg gefeiert.
Advertisements