der Hamburger Schwimmkran 1935, der seinerzeit der größte der Welt war. Er musste 1949 ohne besonderen Grund auf Veranlassung der Allierten verschrottet werden.
der Hamburger Schwimmkran 1935, der seinerzeit der größte der Welt war. Er musste 1949 ohne besonderen Grund auf Veranlassung der Allierten verschrottet werden.

Das besiegte und besetzte Deutschland verstand auch nicht, daß man Betriebe demontierte,
die sich gar nicht verpflanzen ließen, bei denen es sich also von vornherein nur um Zerstörung handelte.

Jeder Fachmann weiß, daß sich Siemens-Martin-Öfen, Glühöfen, auch (mit gewissen Ausnahmen) Hochöfen usw. nicht verpflanzen lassen.
Man kann sie nur zerstören.
Ein „demontiertes“ Hüttenwerk, Eisen- oder Stahlwerk, ergibt einen Reparationswert von höchstens 20—25 % seiner früheren Produktionsmöglichkeit.
Die gewaltige Presse der Dortmunder Union, die größte und leistungsfähigste ganz Europas, die an Ort und Stelle errichtet worden war,
wurde abgerissen, obwohl sie für einen Abtransport zu groß war. Sie mußte an Ort und Stelle zerstört werden!

Vier Jahre nach Kriegsende, im März 1949, mußte in Hamburg der größte Schwimmkran der Erde sinnlos zerstört werden.

Die Deutschen verstanden auch nicht, daß man z. B. ihr Angebot ablehnte, den Reparationsländern neuhergestellte, bessere Maschinen zu liefern,
an Stelle der alten, die man erst demontieren mußte und die jedenfalls minderwertiger waren als neue Maschinen.

Der vernichtungswilligen Morgenthau-Lobby kam es eben nicht darauf an, die Reparationsländer zu unterstützen
und ihnen zu nützen, als vielmehr die deutsche Industrie zu vernichten.

Man bestand darauf, die vorhandenen Maschinen zu demontieren und die bestehenden Werke zu zerstören, und erlaubte nicht, daß diese
Werke bestehen blieben und an Stelle alter, demontierter Maschinen neue und bessere und wertvollere Maschinen gebaut und geliefert wurden.

Die mit der Dortmunder Union verbundenen Anlagen der Fa. Wagner & Co. mußten ihre Maschinen nach Indien liefern…
Die Firma bot an, statt dieser alten Maschinen neue an Indien zu liefern, die man nach den speziellen Angaben und den besonderen Wünschen
der Inder hergestellt hätte. Die Inder hätten es bei weitem vorgezogen, neue, speziell für ihre Bedürfnisse angefertigte Maschinen zu bekommen.
Die Engländer erlaubten es nicht und bestanden auf der Zerstörung der Wagner-Werke.

„Man kann nur annehmen, daß dies deshalb geschah, weil es vom englischen Standpunkt aus besser ist, daß die Inder alte Maschinen erhalten, mit denen sie nichts anfangen können, statt neuer Maschinen, die sie in die Lage versetzt hätten, von der englischen Industrie nicht nur unabhängig zu werden, sondern sie auch noch zu konkurrieren. — So wurde mit der Demontage der Wagner-Werke gleichzeitig die deutsche Konkurrenz vernichtet und das Aufkommen einer neuen leistungsfähigen Konkurrenz verhindert.“ (Freda Utley)

Die Engländer gingen in ihrer Vernichtungswut gegen die deutsche Industrie so weit,
daß sie auch die leeren Werkshallen abreißen ließen, die sonst wenigstens als Lagerräume hätten dienen können.

In dem schon erwähnten Bericht des Schweizer Nationalrates Peter Dürrenmatt
über seine Studienreise durch Deutschland im Jahre 1948 heißt es (Basler Nachrichten):
„Deutschland erweckt heute den Eindruck eines großen Steinbruches, aus dem man herausholt, was nur herauszuholen ist,
ohne Rücksicht auf die Zukunftsfolgen. Die Frage ist nur, was der Sinn des Sieges über den Nationalsozialismus sein soll. …
Heute herrscht regelloser Raubbau in Deutschland, bei dem jede der vier Besatzungsmächte sich aus Deutschland einfach nimmt, was ihr gut scheint.“

Dorothy Thompson, die amerikanische Publizistin und strenge Kritikerin, schreibt:

„Keine der von den Westmächten nach dem Zusammenbruch Deutschlands ergriffenen Maßnahmen hat einen schlimmeren psychologischen Eindruck hervorgerufen als die Wiederaufnahme der Demontagen vier Jahre nach Kriegsende. Die Kommunisten machen triumphierend das deutsche Volk darauf aufmerksam, daß dies in krassem Gegensatz zum Potsdamer Abkommen stehe, das klar und eindeutig festlegte, daß die Demontagen bis spätestens Ende Oktober 1947 auslaufen sollten. Die Fortsetzung von Zerstörungen inmitten eines Trümmerfeldes war von Anfang an die schlechteste Friedenspolitik, die man sich vorstellen kann. Die Wiederaufnahme solcher Zerstörungen ist für jeden vernünftig Denkenden einfach unerträglich …

Dies alles geschieht in einem Land, wo jedes Gebäude mit einem Dach, elektrischer Anlage und Wasserleitung Seltenheitswert besitzt. Die deutschen Industriellen erklären verzweifelt: ‚Nehmt in Gottes Namen die Fabriken, betreibt sie selber, verwendet ihre Erzeugnisse für eure Zwecke, aber macht endlich Schluß mit dieser Politik der Zerstörung und der Ruinen!‘ Jede Politik muß, wenn sie Erfolg haben will, erträglich und leidlich vernünftig sein. Bei dieser Politik muß sich jeder Deutsche und jeder nur einigermaßen mit Vernunft begabte ausländische Besucher sagen, daß er in einer Irrenanstalt lebt.
Es hat einen Sinn, die Deutschen zu veranlassen, am Wiederaufbau Europas teilzunehmen.
Es ist aber sinnlos, sie zu zwingen, zur Vergrößerung des europäischen Trümmerhaufens beizutragen.
Es ist einfach verrückt, auf der einen Seite Millionen von Dollars in das Land hineinzupumpen und sie auf der anderen Seite wieder herauszupressen.“

Eine amerikanische Zeitung schrieb am 27. November 1947:
„Was uns alles zukommt an Mitteilungen über die Ausmaße der landweiten Zerstörungen und erst recht über menschliche Not, Hunger und Mangel am Allernotwendigsten an Kleidung, über menschenunwürdige Wohnverhältnisse, Armut und als Folge alles dessen sittliche Verwilderung bildet zusammen
ein solches Bild von Greuel, die kaum eine menschliche Phantasie erdenken, geschweige denn normale Sinne völlig begreifen können.
Deutschland hat nicht nur den Krieg verloren, sondern man hat ihm auch alles genommen, was zum notwendigen Bestand eines Volkes gehört.
Als Außenstehender kann man kaum noch den Mut aufbringen, zu glauben und zu hoffen, daß dieses Volk sich wieder aus seiner
beispiellosen Erniedrigung und inneren und äußeren Verarmung wird erheben können.“

Die Demontagekosten der Gute-Hoffnung-Hütte, Abt. Düsseldorf, betrugen 800 bis 1.000 DM je Tonne.
Die Herstellung neuer Maschinen — einschließlich der Montagekosten — hätte 400 DM je Tonne gekostet.
Die Hütte hätte also neue, bessere Maschinen viel billiger und in kürzerer Zeit herstellen können. Das Werk, das in großem Umfang für den Export arbeitete, mußte zerstört werden. Von den demontierten Maschinen erhielten Jugoslawien das Preß- und Hammerwerk und Maschinen für Schiffbaumaterial, Griechenland das Kesselhaus samt dem 1871 (!) gebauten Dach, Australien eine 5.000-t- Presse für Stahlbarren, Pakistan einen Kran für 125 t, für den es gar keine Verwendungsmöglichkeit hat, und Indien das Zubehör zu diesem Kran. Der Rest kam in verschiedene Länder. Knapp vor der Demontage hatte die Gute-Hoffnung-Hütte Exportaufträge für eine Million DM. Die Demontage erfolgte zur Vernichtung der deutschen Konkurrenz für England.
Die Morgenthau-Lobby der amerikanischen Militärregierung trieb die Vernichtungspolitik so weit, daß sie Reparationsmaschinen in grundsätzlich nicht stillgelegten Betrieben rauben ließen, um die deutsche Produktion zu stören und zu schädigen.

Die Deutschen verstanden auch nicht, daß man Maschinen auf Schrotthaufen verrotten ließ und Werke zwecklos demontierte, statt sie arbeiten zu lassen.
„Die englische Demontagepolitik ist besoffen von dem Gedanken, die deutsche Wirtschaft soweit nur irgend möglich zu zerstören, um die lästige deutsche Konkurrenz zu vernichten … In der englischen Zone habe ich Berge von verrostetem, vor langer Zeit demontiertem Material gesehen, das immer unbrauchbarer wurde, da es im Freien oder in feuchten, ungeheizten Schuppen lag.

Die Engländer demontierten Maschinen auch dann rücksichtslos, wenn keines der zu Reparationen berechtigten Länder sie haben will.

Die Engländer sind entschlossen, die deutsche Konkurrenz zu beseitigen, ganz gleich wie hoch politisch und moralisch der Preis dafür ist.“ (Freda Utley)

Aber selbst wenn Maschinen nicht verrotteten, sondern ins Ausland abtransportiert wurden, war der Wert,
der für die demontierten Maschinen auf das Reparationskonto angerechnet wurde, ein Hohn auf deren wahren Wert.
Die von Deutschland zu tragenden und auf Reparationskosten nicht angerechneten Demontagekosten beliefen sich
auf ein Vielfaches des auf das Reparationskonto angerechneten Wertes der demontierten Maschinen.

So kostete allein die Demontage der berühmten Thyssen-Hütte in Hamborn 65 Millionen DM!
Die Ersatzkosten sind mit 263 Millionen DM veranschlagt!
Aufs Reparationskonto angerechnet wurden 40 Millionen DM!
Hätte Deutschland das Werk behalten dürfen, dann hätte es in weniger Zeit neue, bessere Maschinen liefern können.

Die August-Thyssen-Hütte war die leistungsfähigste Europas.
Sie erzeugte 1938 2.223.000 Tonnen Stahl! Mit der Demontage wurde im Juli 1948 begonnen.
Der Abbruch dauerte fünf Jahre. 80 % der Maschinen hatten nach erfolgter Demontage nur mehr Schrottwert!

Die Art der Bewertung der demontierten Maschinen für das Reparationskonto war ein offenkundiges Unrecht: zuerst wurde der Wert von 1938 genommen;
dann wurde für die Jahre und die Kriegsschäden eine feste jährliche Wertabschreibungsrate festgesetzt. Sehr oft ergab sich dann der Wert Null,
obwohl die Maschinen vor dem Abbau voll in Betrieb und voll leistungsfähig waren.
So wurde für einen großen Teil der demontierten Maschinen auf Reparationskonto überhaupt nichts gutgeschrieben!

Die Demontage-Kosten der 5-Meter-Grobblech-Straße des Dortmund-Hörder Hüttenvereins betrugen eine Million DM.
Die Mindestersatzkosten belaufen sich auf 13 Millionen DM. Auf Reparationskosten angerechnet wurden 2,2 Millionen DM.

Schutt und Schrott bilden das Endergebnis der Demontage von Hochöfen, Siemens-Martin-Öfen und Walzwerken.
Die gewaltigen Walzstraßen und Pressen können nicht abtransportiert werden, weil ihr Gewicht für Brücken und ihr Umfang für Tunnels zu groß ist.
Wasser-, Dampf- und elektrische Leitungen, automatische Kontrollapparate können nicht wirtschaftlich demontiert werden und gehen praktisch fast völlig verloren.

Um die Öffentlichkeit irrezuführen und die Zerstörungen zu tarnen, erklärte das State Department
im November 1947 völlig unwahr, die Lohn- und Materialkosten der Demontagen seien relativ geringfügig.

Die Fachleute der ECA erklärten demgegenüber:
„Die Demontage ist eine reine Vergeudung, praktisch wertlos und eine Verschwendung. Die hohen Kosten der Demontage der Betriebsanlagen,
die hohen Kosten des Abtransportes und der Remontage, der Verlust durch den Produktionsausfall, die enormen Wiederbeschaffungskosten
für die demontierten Betriebseinrichtungen stehen in gar keinem Verhältnis zu dem von den Reparationsländern erzielten Vorteil und Gewinn …
… Die Demontage war nicht nur ein Fehlschlag, sie war eine grenzenlose Dummheit und Schädigung der gesamten menschlichen Wirtschaft.

Die Seifenproduktion mußte — Gott allein weiß warum — um 25 Prozent gesenkt werden. Vielleicht haben die Alliierten Seifenpulver mit Schießpulver verwechselt.
Das größte deutsche Seifenwerk mußte ein Drittel seiner Ausrüstung als Reparationsleistung an Griechenland und Jugoslawien liefern …
Die Griechen und Jugoslawen boten dann die gelieferten demontierten Maschinen den Deutschen zum Kauf an.
Die Deutschen, die inzwischen die verlorene Ausrüstung durch die modernsten Maschinen ersetzt hatten, lehnten das Angebot ab.
Es stellte sich dann heraus, daß die demontierten Maschinen niemals ihren Bestimmungsort erreicht hatten,
sondern in Frankreich und Italien lagen und verrotteten, daß sie nur mehr zur Verschrottung taugten.“

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