SA-Obergruppenführer_Fritz_Reinhardt
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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat am 27. März 2009 im Bundesanzeiger Nummer 48 die Richtlinie zur Förderung des Absatzes von Personenkraftwagen vom 20. Februar 2009 mit Änderungen der Richtlinie vom 17. März 2009 veröffentlicht.
Danach zahlte der Staat im Rahmen der zweiten Tranche des riesigen Konjunkturpaketes der Bundesregierung (unter gewissen Vorrausetzungen) privaten Fahrzeughaltern für jeden PKW-Neukauf eine Prämie von 2.500 Euro, wenn sie ihr altes Auto verschrotten.
Diese Maßnahme zur Konkunkturbelebung, deren Erfolg von nahezu allen führenden Wirtschaftswissenschaftlern bezweifelt wird, hat einen rund 76 Jahren alten Vorläufer.

Der finanz- und wirtschaftspolitische Kopf des Reichsfinanzministeriums, Staatssekretär Fritz Reinhardt, der federführend für eine ganze Reihe einschlägiger Konjunkturförderungsgesetze verantwortlich zeichnete, hatte für den Erlaß des “ Gesetzes über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen “ vom 1. Juni 1933 gesorgt, das Steuervergünstigungen für alle Ersatzbeschaffungen vorsah, die bis Ende 1934 erfolgten.
Mit dieser Maßnahme sollten Unternehmer dazu animiert werden, ihren angestauten Bedarf an Ersatzinvestitionen zu decken.
Diese Regelung erstreckte sich auf alle beweglichen Gegenstände, die zu einem gewerblichen oder Anlagekapital gehörten, also auch auf Autos.
Vorrausetzung für die Steuerfreiheit war, dass die Ersatzinvestition in Deutschland produziert sein musste und dass der ausgemusterte Gegenstand verschrottet wurde. “ Der Rahmen, was dabei unter Ersatzbeschaffung zu verstehen war, war weit gestreckt, so dass die Bestimmung de facto auf ` Ergänzungen und Erweiterungen am beweglichen Anlagevermögen` ausgeweitet werden konnte.“

Die in dem Gesetz festgelegte Frist wurde mehrfach verlängert und lief schließlich zum 1. Januar 1936 aus.
Durch diese Steuervergünstigung verbilligten sich die Investitionen um 10 bis 45 Prozent. Es ist belegt, dass durch diese Regelung tatsächlich “ eine Belebung der Maschinen – und Geräteindustrie und deren Vorindustrien und die Zurückführung von Arbeitslosen in diesen Industrien “ erreicht wurde.

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