Gesetze,Erfindungen Leben im Dritten Reich 2.0 Gepostet von Gottfried Nowotny Diese Seite gefällt mir · 14. Dezember 2016 · Sperber Nachtkampfpanzer Ungarn 1945. Ohne ihre in Bad Fallingbostel zurückgelassenen IR-Geräte ( leere Halterungen) fielen die im März 1945 in Ungarn eingesetzten 63 Panther durch ihren bei Tage gut sichtbaren dunklen Versuchsnachttarnanstrich auf. Sie wurden schnell aufgerieben.
Sperber Nachtkampfpanzer Ungarn 1945. Ohne ihre in Bad Fallingbostel zurückgelassenen IR-Geräte ( leere Halterungen) fielen die im März 1945 in Ungarn eingesetzten 63 Panther durch ihren bei Tage gut sichtbaren dunklen Versuchsnachttarnanstrich auf. Sie wurden schnell aufgerieben.

Als die Deutschen in einer Überraschungsoffensive vom 17. Februar bis zum 24. Februar 1945 den sowjetischen Gran-Brückenkopf vernichteten, waren die Russen wegen dieser plötzlichen Wende entsetzt. Man erklärte dies in Nachkriegsveröffentlichungen damit, dass die Deutschen mit Nachtsicht- und Zielgeräten ausgerüstete Panzer verwendet hätten. (1)

Tatsächlich handelte es sich hier nur um den Einsatz von vier nachtkampffähigen Panther Panzern. Sie operierten als Versuchseinheit im Raum Stuhlweißenburg und waren dort nach Aussagen russischer Veteranen für eine Vielzahl von Abschüssen russischer Panzer verantwortlich. (2)

Auch an der Westfront gerieten die Anglo- Amerikaner regelmäßig in Panik, wenn sie in den letzten Kriegswochen das Auftreten von mit Infrarot- Nachtzielgeräten ausgerüsteten deutschen Fahrzeugen, Panzerabwehrkanonen und Scharfschützen feststellen mussten. Man fühlte sich hilflos ausgeliefert.

Schon von Anfang an traten bei dieser revolutionären deutschen Technik “ rätselhafte “ Behinderungen auf. Nach ersten erfolgreichen Forschungsansätzen der Firma AEG ab 1936 wurde die Nachtsicht Technik aus „unbekannten Gründen “ nicht weiterverfolgt. Erst General Guderian sorgte dann für die notwendige Unterstützung, nachdem ein Truppenversuch im Jahre 1943 mit Infrarot- Ausrüstung und Bildwandlern einen überwältigenden Erfolg gezeigt hatte.

Ab Juni 1944 konnten dann die ersten einsatzfähigen Geräte zur Truppe kommen. Schon im Anfangsmonat wurden knapp 200 FG 1250 ausgeliefert. Als bereits einige Panther der 3. Kompanie der 1. Abteilung des Panzerregiments 24 auf dem Truppenübungsplatz Bergen vorhanden waren, um im Rahmen der Panzerlehrdivision ( Panzerlehrregiment 130 ) im Westen eingesetzt zu werden, kam im August 1944 der große Rückschlag auf einer Stabskonferenz des OKH ( Oberkommando des Heeres) . ( Im Buch Verrat in der Normandie 1944 wird darauf genauer eingegangen. Demnach sollen sogut wie alle Generäle und Offiziere, die daran teilnahmen, um zu bereden wie es an der Westfront weitergehen soll, wurde mehrfach der Einsatz von Nachtsichtgeräten hervorgehoben. Einige wohl ältere Generäle und andere Herren, die mit der Front nicht wirklich zu tun hatten, meinten dann “ Dass man so einen modernen Schnickschnack nicht brauchen würde. Man käme auch gut ohne aus. Kurz darauf wurde der Einsatz der Infrarot-Nachtzielgeräte verboten und sie mussten ausgebaut werden)

Die bereits reichlich vorhandenen Nachtsicht-Systeme “ Puma „, “ Falke “ , „Uhu “ und “ Vampir “ mussten danach auf Befehl von Verrätern in Bergwerkstollen einer ehemaligen Mine in den österreichischen Bergen eingelagert werden. (3)

Ihre erste Verwendung im Krieg fanden die Infrarot-Nachtsichtgeräte dann in Einzelfällen als Nachtfahrhilfen für Panzer während der Ardennenoffensive und bei Unterstützungsfahrzeugen für Vergeltungswaffen.
Ganz konnten die Saboteure nicht verhindern, dass an der Panzertruppenschule 1 in Bad Fallingbostel weitere Versuche mit den Infrarotnachtsichtgeräten unternommen wurden.

Es kam so zur Aufstellung von “ Sperber “ genannten Nachtkampfeinheiten, die aus fünf Panthern und einen Beobachtungswagen mit Suchscheinwerfer ( Uhu ) bestanden. Ergänzt wurde die Einheit durch einen Schützenpanzerwagen für Begleitinfanterie mit Infrarotsichtsystemen für Fahrer und Kommandeur sowie mit einen Infrarotgerät für das MG-42 des Schützenpanzers.

Die Begleitinfanterie verfügte über Nachtkampfuniformen aus einem Spezialstoff. Ende 1944/ Anfang 1945 hatte Prof. Schick zusammen mit dem Bekleidungsamt der Waffen-SS in München dazu eine neue Tarnung, das “ Leibermuster “ entworfen. Eingeführt werden sollte es im Zuge der angestrebten Uniformen-Standardisierung bei allen deutschen Truppen ( Heer, Waffen-SS, Marine, Luftwaffe, Polizei usw.) Über das Tarnmuster waren nicht reflektierende schwarze Flecken gelegt, die in Oliv GX “ oder “ Anilin Schwarz “ gedruckt waren. ( 4)
Damit konnte man die Träger dieser Uniformen vor Sicht durch ( eigene ) Infrarotgeräte schützen, so dass es zu keinen tödlich Verwechslungen kommen konnte.

1945 sollten zunächst fünf Sperber Kompanien aufgestellt werden. Der Rest der Geräte blieb weiter in den Stollen.

Ein Großeinsatz dieser hoffnungsvollen Nachtsicht-Technik war im März 1945 bei der “ Operation Frühlingserwachen „in Ungarn vorgesehen. Es sollte nicht dazu kommen.

Im Frühjahr 1945 wurde eine erste Sperber-Gruppe im Rahmen der 6. SS Panzerarmee von der Panzertruppenschule in Bad Fallingbostel nach Stuhlweißenburg in Ungarn in Marsch gesetzt. Sie lieferte den oben beschrieben außerst erfolgreichen Einsatz im Oderbrückenkopf.

Die übrigen Panzer des Verbandes verlegten ebenfalls nach Osten.
Sie wurden aber in Ungarn aufgerieben, da ihre Infrarotgeräte angeblich durch dichten Schneefall nicht wirkungsvoll waren.
Dabei herrschte damals Tauwetter!

In Wirklichkeit kamen die restlichen 63 Panther tatsächlich rechtzeitig in Ungarn an, allerdings ohne ihre Infrarot-Ausstattung. Sie verblieb ohne erkennbaren Grund in Bad Fallingbostel.

Hier kann es nur eine Erklärung geben: Wieder hatte Sabotage den Einsatz einer schlachtentscheidenden deutschen Technik verhindert. Was nutzte alle wichtige Pionierarbeit, um die gewaltige quantitative Überlegenheit der allierten Rüstung auszugleichen, wenn die bahnbrechenden Leistungen deutscher Erfinder nicht an die Front mitgenommen werden durften?

Erst als es viel zu spät war, bekam im März 1945 die bei Berlin aufgestellte Division “ Müncheberg „zehn Nachtkampf-Panther und eine Panzergrenadierkompanie mit Begleitschützenpanzern “ Falke „. Sie nahmen am Endkampf um Berlin teil und wurden in US- Nachtkriegsberichten als schreckenerregende Waffe beschrieben.

Nach einem Nachkriegsgeheimdokument des amerikanischen TIID über die deutsche Infrarot-Technologie schoß vor der Belagerung von Berlins ein einziger Panzer mit IR-Technologie aus dem Schutz eines Waldes heraus 60 russische Tanks bei völliger Dunkelheit ab, sobald sie auf einer vorbeiführenden Straße in Sicht kamen. (5)

Auch einzelne Stabsfahrzeuge der an der Oder eingesetzten Panzergrenadierdivision “ Kurmark “ waren nachtsichtfähig.

Mit Ausnahme vereinzelter Verwendungen von Infrarot- Nachttechnik in der Ardennenoffensive und in Ungarn fanden IR- Nachtkampfeinsätze demnach erst im April 1945 statt, als das Deutsche Reich auf ein Restgebiet zusammengeschrumpft war und sich das Kriegsende bereits an den Fingern abzählen ließ.

Tatsache ist, dass die vorhandenen Nachtsichtgeräte den russischen Durchbruch aus den Brückenköpfen Baranow und Pulawy im Januar 1945 wohl stark gefährdet hätten- wenn sie in die vorhandenen Panther Panzer eingebaut worden wären, statt sie weiter in Alpenhöhlen verrotten zu lassen.

Heute sind Infrarot- Nachtsicht-, Zielgeräte und Bildwandler weder im militärischen noch im zivilen Bereich verzichtbar.

Fußnoten:
1.)Karl-Heinz Friesser u.a. , Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 8. Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten, DVA, Stuttgart 2007, S.929
2.)kann ich leider die Quelle nicht angeben, da der im Buch vorhandene Internet Link nicht mehr aufrufbar ist.
3.) Friedrich Georg, Verrat in der Normandie, Grabert, Tübingen 2008, S.340-343
4.)Rolf Michaelis, Die Waffen-SS, Uniformen und Abzeichen, Winkelried, Dresden 2006, S.66
5.)Friedrich Georg, Unternehmen Patentraub 1945, Grabert, Tübingen 2012, S.186 ff.

PzKpfw V Panther Ausf. G mit Sperber-FG 1250 (Infarot Nachtsichtgerät)
PzKpfw V Panther Ausf. G mit Sperber-FG 1250 (Infarot Nachtsichtgerät)
Gefechtsfeldausleuchtungsfahrzeug Sd.Kfz 251/20 mit 60cm Uhu Scheinwerfer
Gefechtsfeldausleuchtungsfahrzeug Sd.Kfz 251/20 mit 60cm Uhu Scheinwerfer
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