Porsche 142 " Tatzelwurm " Panzertransporter. Die meisten der 1944/1945 verlorenen Tiger1, Panther, Königstiger, Jadgpanther und Jagdtiger mussten wegen minimaler mechanischer Fehler mangels Bergungsmöglichkeit gesprengt werden.
Porsche 142 “ Tatzelwurm “ Panzertransporter.
Die meisten der 1944/1945 verlorenen Tiger1, Panther, Königstiger, Jadgpanther und Jagdtiger mussten wegen minimaler mechanischer Fehler mangels Bergungsmöglichkeit gesprengt werden.

Der berühmte Autokonstrukteur Dr. Ing. H.C. Ferdinand Porsche wurde besonders in den letzten Jahren des Dritten Reiches immer verbitterter. Das Arbeitsverhältnis des Professors mit den Schreibtischstrategen im Heereswaffenamt artete immer mehr in einen zermürbenden Kleinkrieg aus.

Als Hitler im Jahre 1934 von der deutschen Automobilindustrie die Entwicklung eines bezahlbaren Kleinwagens für das deutsche Volk verlangte, legte Porsche das beste Konzept vor und bekam den Zuschlag. Daraus entstand später der berühmte Volkswagen “ Käfer “

Während des Krieges war Ferdinand Porsche über Vermittlung des Mercedes- Vorstandsdirekt Kissel zum Heereswaffenamt gekommen. Zuerst hatte er ein sehr gutes Verhältnis zu dem General der Artillerie Becker, einem Fachmann und Militärtechniker ohne Vorurteile. Doch nach dem Tod Beckers wurde das Ministerium für Bewaffnung und Munition unter Leitung von Fritz Todt geschaffen.
Todt, einer der genialen Organisatoren des 20. Jahrhunderts und Erbauer der Reichsautobahnen, war ein sehr guter Freund von Ferdinand Porsche.

Der neue Minister war kein Freund der Schönfärberei und machte sich beim Heereswaffenamt bald unbeliebt. Wir sind darauf bereits an anderer Stelle eingegangen. Schon im Jahre 1941 hatte er mit seinen Tabellen bewiesen, dass die Russen eine Rüstungsüberlegenheit besaßen. Des weiteren verfügte er auch über genaue Daten der amerikanischen Industrie, und klopfte Schönfärbern und Verharmlosern auf die Finger, wenn sie mit gefälschten, erhöhten Fertigungsdaten und Produktionsziffern jonglierten, die nur auf dem Papier standen, die Führung aber zu falschen Entscheidungen veranlaßten.

Am 8. Februar 1942 war Dr. Todt wieder ins Führerhauptquartier in Rastenburg befohlen worden. Dort bemängelte er die unzureichende Ausstattung der deutschen motorisierten Divisionen. Der Minister berichtete von Panzern, die nur deshalb abgeschossen wurden, weil man vergessen hatte, die Richtkanoniere mit einer Salbe auszustatten, die ein Beschlagen der Geschützoptik verhindern sollte. Er zitierte auch aus Protokollen, aus denen hervorging, dass man etliche Kampfpanzerwagen sprengen musste, weil das Motorenöl die arktischen Temperaturen nicht ausgehalten hatte und zu einer gelartigen, teils sogar teerartigen schwarzen Masse verstockt war. Unzählbares Material, so Todt, ging zugrunde, und das Gros der Ausrüstung des deutschen Heeres musste, wie schon bereits beschrieben, in diesem Kriegswinter im russischen Eis abgeschrieben werden. Todt erzählte seinem Freund Porsche auch von den Soldaten in den Schützengräben. Die Männer hatten keine Winterbekleidung ( die durch Sabotage vorallem nicht an die Truppen kam), und es gab Tausende Soldaten in den hart gefrorenen Schützenlöchern, die nicht einmal über Zwirnhandschuhe verfügten. ( 1 )

Es war eine erregte Aussprache an diesem 8. Februar 1942. Todt ließ sich von gewissen Herren des Generalstabs auch nicht das Wort abschneiden. Er wollte mit dem “ Schlendrian “ aufräumen, kam aber nicht mehr dazu, denn man hatte über sein Schicksal bereits entschlossen!

Nachdem sich Fritz Todt herzlich von Ferdinand Porsche verabschiedet hatte, stieg er in sein Flugzeug. Entsetzt musste der Professor den Absturz seines Freundes aus der Ferne beobachten.

Nach Prof. Todt´s mutmaßlicher Ermordung durch einen Sabotageakt verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Porsche und den Ämtern schnell. Porsche zeigte vor arroganten Nichtswissern nur wenigsten Respekt, und wenn sich einer der Generäle des Heereswaffenamtes zeigte, behielt er demonstrativ seinen Filzhut auf.

Er stellte fest, dass es ein Wirrwarr von Instanzen, Ämtern und Organisationen gab, in denen ein heiloses Durcheinander herrschte. Nur zu oft wurden komplizierte technische Entwicklungen gleichzeitig von verschiedenen Seiten weiterverfolgt, ohne dass die betreffenden Ingeniere etwas davon wussten oder sich absprechen konnten. Koordinierung war ein Fremdwort: So hatte der Konstruktionschef der Firma X in Norddeutschland keine Ahnung von den Arbeiten seines Kollegen bei der Firma Y im Ruhrgebiet, der sich mit demselben Problem herumschlug.

Das Heereswaffenamt konnte oder wollte auch Entwicklungsaufträge, die schon vor Jahren vergeben worden waren, kaum unter einen Hut bringen.

Ein Porsche-Ingenieur berichtete,dass er, als er Geländewagen vorführen sollte, einen Oberst des Heereswaffenamtes fragte, ob er zuerst den gewöhnlichen Kübelwagen oder den vierradgetriebenen Amphibienwagen ( den späteren “ Schwimmwagen“ ) sehen wollte. Der Offizier war sehr erstaunt und meinte, “ Ein Wagen mit Allradantrieb haben sie auch? Seit wann denn? Mir ist davon nichts bekannt…. “

Eine andere Methode in diesem wohl künstlich erzeugten Wirrwarr war, dass man sich für bestimmte hoffnungsvolle Konstruktionen nicht entschließen konnte, die Arbeiten daran aber weiterlaufen ließ, so dass wertvolle Entwicklungskräfte und Zeit vergeudet wurden. All dies sieht nach einem System aus!

Auf diese Weise wurden trotz material- und kräfteverzehrender Planung der Wehrmacht hoffnungsvolle Entwicklungen vorenthalten.

Prof. Porsche litt besonders und diesen sabotageartigen Einschränkungen. Die Paradebeispiele dazu sind zahlreich. Eines davon sollte große Auswirkungen in der Endphase des Krieges zeigen:

Schon im November 1940 hatte sich der Konstrukteur mit dem Problem eines schweren, geländegängigen Bergungsfahrzeugs beschäftigt. Das auch “ Porsche Tatzelwurm “ genannte Projekt entstand auf den Reißbrettern in Zuffenhausen für einen später “ Typ 142 “ genannten neuartigen 17,5 Meter langen Sattelschlepper. (2)
Er arbeitete nach dem “ gemischten Prinzip “ und verfügte auch über eine elektrische Lenkung. Ein leistungsfähiger Dieselmotor trieb über einen Dynamo zwei Elektromotoren an. Bei dem Porsche-Typ 142 handelte es sich um ein fünfachsiges Schwerlast- Transportfahrzeug. Im Prinzip sollte die Last, zwischen der dreiachsigen Zugmaschine und einem zweiachsigen Nachläufer aufgehängt, befördert werden. Dazu wurden genormte Aufhängevorrichtungen an allen für diese Bewegungsart in Frage kommenden Panzerfahrzeugen notwendig. Der Abstand zwischen Zugmaschine und Nachläufe konnte dadurch variabel gehalten werden, was besonders bei verschieden großen Panzerfahrzeugen von Wichtigkeit war. Eine am Nachläufer vorhandene Lenkvorrichtung ermöglichte mittels zweier Lenkhebel eine elektrische Schwenkung wie beim Panzer selbst. Die beiden Nachläuferachsen waren auch elektrisch angetrieben. Die gesamte Zuglänge betrug 17,5 Meter.

Der “ Tatzelwurm 142 “ ist aber niemals in Serie gebaut worden, obwohl die deutschen Panzerdivisionen solche Spezialfahrzeuge dringendst in der Rückzugsphase ab 1943 gebraucht hätten. Wegen Kleinigkeiten, oft wegen einer gerissenen Kette oder eines abgescherten Getrieberades blieben die deutschen Panzer liegen und mussten von eigenen Besatzungen gesprengt werden. Wie verbreitet das “ Selbstzerstören “ wurde, zeigte sich schon darin, dass jeder deutsche Panzer der letzten Kriegsjahre gleich zwei Ladungen zur Selbstsprengung dabei hatte: eine für das Geschützrohr und eine für den Innenraum.

So wurde 1944/1945 gerade die überwiegende Mehrzahl der überschweren Königstiger und Jagdtiger sowie Panther und Tiger vorallem nicht an der Front vom Gegner besiegt, sondern sie mussten von ihren Besatzungen wegen Nichtbergbarkeit gesprengt werden. Die üblichen deutschen Bergungsfahrzeuge wie Halbkettenfahrzeuge und Bergepanzer waren nur ganz selten in der Lage, die wertvollen liegengebliebenen Kampfpanzer rechtzeitig vor dem Eintreffen des Gegners nach hinten zu bringen.

Fußnoten:
1:)Walther J. Spielberger, Spezial-Panzerfahrzeuge des Deutschen Heeres, Motorbuch, Stuttgart 1993, S. 68 f. u. 85 ff.
2.)Peter Müller, Ferdinand Porsche, Ein Genie unserer Zeit, Stocker, Graz 1965, S. 167-184

Während des Krieges wurde immer wieder auf Fahrzeuge wie umgebaute " Bergepanther " und Bergetiger zurückgegriffen, sowie Famo 18t Zugmaschinen und andere Fahrzeuge zur Bergung von Fahrzeugen. Für längere Transporte aber waren diese nicht brauchbar, geschweige denn das ein defektes Fahrzeug damit vor Eintreffen des Feindes rechtzeitig hinter die eigenen Linien zurückgebracht werden konnte.
Während des Krieges wurde immer wieder auf Fahrzeuge wie umgebaute “ Bergepanther “ und Bergetiger zurückgegriffen, sowie Famo 18t Zugmaschinen und andere Fahrzeuge zur Bergung von Fahrzeugen. Für längere Transporte aber waren diese nicht brauchbar, geschweige denn das ein defektes Fahrzeug damit vor Eintreffen des Feindes rechtzeitig hinter die eigenen Linien zurückgebracht werden konnte.
Ferdinand Porsche, der wohl genialste Erfinder und Konstrukteur des 20. Jahrhunderts
Ferdinand Porsche, der wohl genialste Erfinder und Konstrukteur des 20. Jahrhunderts
Fritz Todt, der 1942 sterben musste, nur weil er sich nicht das Wort von gewissen Herren verbieten ließ.
Fritz Todt, der 1942 sterben musste, nur weil er sich nicht das Wort von gewissen Herren verbieten ließ.
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