Radschlepper Ost Porsche Typ 175
Radschlepper Ost Porsche Typ 175

Offizieller Grund nie angegeben oder Radschlepper Ost- Eine verhinderte Lösung des Nachschubproblems.

Schon bald nach Beginn des Ostfeldzuges hatte sich herausgestellt, dass es keine verläßlichen deutschen Fahrzeuge für Nachschubzwecke gab. Die Wagen blieben im Schlamm stecken, und nicht einmal auf Knüppeldämmen kamen sie weiter. So trat man erst im Februar 1942 mit den entsprechenden Konstruktionsaufträgen an Prof. Porsche heran. Er sollte mit seinen Technikern für die russischen Rollbahnen einen schweren Schlepper entwickeln. Nach wenigen Wochen lag bereit der Vorschlag für einen hohen, gedrungenen Schlepper mit riesigen Eisenrädern auf dem Tisch. Schon sieben Monate nach Erteilt des Auftrages rollte der Riese über die Prüfstrecke. Der “ Porsche Ostradschlepper “ basierte auf Porsches genialem Mörserzugwagen aus dem Ersten Weltkrieg und bewährte sich mit seinen jeweils 250kg schweren Eisenrädern hervorragend. Auch im tiefen Schlamm kam das Fahrzeug als einziges noch vorwärts.

Das Heereswaffenamt zeigte sich jedoch “ nicht begeistert „, der Ostradschlepper bräuchte zu viel Benzin, auf einen Treibstoffverbrauch von 200 Liter für 100km Fahrstrecke könne man sich nicht einlassen. Schließlich entschloss man sich, Porsche wenigstens eine Probeserie von 300 Stück bauen zu lassen, die bei der Firma Skoda in Jungbunzlau gebaut werden sollte. Von dem Fahrzeug, das sich unaufhaltsam durch den Morast mahlen konnte, wurden bis zur plötzlichen Produktionseinstellung im Jahre 1943 nur 206 Fahrzeuge fertig, Material für bis zu 430 war bereits vorhanden. Der offizielle Grund für die Produktionseinstellung wurde nie angegeben. (1)(2)

Das wie ein vorsintflutliches Ungeheuer aussehende Fahrzeug hatte Allradantrieb, 5 Gänge und war von der Straße komplett unabhängig. Es rollte über Steppen, bahnte sich dank seines hohen Bodenabstands durch das dichte Unterholz seinen Weg, und auch das Starterproblem war durch einen kleinen Benzin- Zusatzmotor als Anlasser gelöst.

Als die ersten Fahrzeuge an die Ostfront kamen, bewährten sie sich hervorragend.Die große Mehrheit der 206 hergestellten Radschlepper Ost Typ “ 175 Porsche “ ging dann plötzlich an die Westfront, nach Frankreich, Belgien und Holland. Dort zeigte sich ihre Leistung auf den größtenteils gut ausgebauten Straßen als unterdurchschnittlich, während die Fahrzeuge an der für sie vorgesehenen Ostfront dringend fehlten. Die Eisenräder rutschten auf glattem Teer oder Pflaster- erwartungsgemäß ?

Im Dezember 1944 verlangte Hitler dann festzustellen, wo sich die vor zwei Jahren gefertigte 0-Serie von “ Porsche 175 “ Radschleppern befinde, da mindestens 50 Stück als Ausweichszugmittel für Sonderzwecke in den Ardennen freigemacht werden sollten. Die Fahrzeuge, die in den durchgeweichten Böden der Ardennen hervorragende Dienste beim Transport von Sondermunition und Vergeltungswaffen hätten leisten können, wurden “ nicht gefunden „.

Dies alles zeigt, wie der geniale Konstrukteur Ferdinand Porsche während der letzten Kriegsjahre vom Heereswaffenamt behandelt wurde. Porsche klagte darüber, weil technisch aussichtslose Projekte wie der Riesenpanzer “ Maus “ gerade ihm übertragen wurden.
Für ihn war völlig klar, dass man ihn beschäftigen wollte, um ihn, der das Ohr Hitlers besaß, von Kritik auszuschalten.
Um Porsche endlich loszuwerden, schob man ihn auf ein totes Gleis. Er wurde “ befördert “ und in den Rüstungsrat des Reiches berufen. Dieser Rüstungsrat war aber eine Instanz, die niemals einen echten Beschluss fassen konnte. Außer Porsche saßen in diesem “ Rüstungsrat des Reiches “ andere Persönlichkeiten, deren Fachkritik lästig geworden war und die man dringend ausschalten wollte.

( Wer Infos dazu sucht, findet im übrigen überall die gleichen Lügen: Das Fahrzeug sei untermotorisiert gewesen, und die Produktion sei eingestellt worden da das Maultier und der neue Raupenschlepper Ost besser wären. Wer 1 und 1 zusammenzählt, kann erahnen, dass jene Herren, die die Einführung des Ostradschleppers verhinderten, nach dem Krieg diese Lügen herausbrachten, um ihren Kopf aus der Schlinge zu retten.)

Fußnoten:
1.) Petr Brojo, Skoda RSO Typ 175, Capricorn, Prag 2012, S. 1 f.
2.)Peter Müller, Ferdinand Porsche. Ein Genie unserer Zeit, Stocker, Graz 1965, S.178- 181
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Radschlepper Ost, links im Bild sieht man die Größe des Fahrzeuges, rechts im Bild, wie mühelos der Radschlepper selbst durch schweres Gelände kommt.

Radschlepper Ost mit Spezial Anhängern
Radschlepper Ost mit Spezial Anhängern
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