Luftabwehrkanzel " MK 108 " für Kampfpanzer. Die auf die meisten deutschen Kampffahrzeuge montierbare tödliche Luftabwehrwaffe wurde wegen " Staubgefahr " vom Heereswaffenamt abgelehnt.
Luftabwehrkanzel “ MK 108 “ für Kampfpanzer. Die auf die meisten deutschen Kampffahrzeuge montierbare tödliche Luftabwehrwaffe wurde wegen “ Staubgefahr “ vom Heereswaffenamt abgelehnt.

Ab Sommer 1944 litten die deutschen Kampffahrzeuge auch an der Ostfront immer stärker unter der gegnerischen Luftüberlegenheit.

Schon während eines Treffens der Panzerkommandanten am 15. Mai 1943 kam auf, dass Hitler einen Vorschlag Guderians zugestimmt hätte, dass jeder Panzer über eine eigene Luftabwehr verfügen müsste. (1)

Die Firma Rheinmetall schlug in Zusammenhang mit Ferdinand Porsche deshalb ihre 3cm Maschinenkanone “ MK 108 “ vor, die sie für die Luftwaffe entwickelt hatte. Wegen ihrer kleinen Abmessungen ( im gesamten etwa 1050 mm lang) und ihres geringen Gewichts ( etwa 58kg) war sie für diesen Zweck besonders geeignet.

Die MK 108 wurde als großkalibrige Bordwaffe schon 1941 dem damaligen General-Luftzeugmeister Udet vorgeführt, der ihre Verwendung aber kategorisch ablehnte. Erst nach Udets Freitod erhielt Rheinmetall einen endgültigen Auftrag für die MK 108

Für die Verwendung bei Kampfpanzerwagen schlugen Rheinmetall und Prof. Porsche die Unterbringung der Waffe in der Kommandantenkuppel vor. Zwei Versionen dieser Kuppel wurden aufgezeichnet, eine fest montierte Kuppel mit einer nach hinten zeigenden “ MK 108 “ und eine um 360° drehbare Version mit einer Rohrschwankungsmöglichkeit von -5 bis +90 Grad, 700 Schuss 3cm Granaten konnten in sieben Stahlgurten mitgeführt werden. Das Zielen sollte über ein Reflexvisier nach Art von Jagdflugzeugen erfolgen.

Die günstigste Kampfentfernung für den Einsatz der MK 108 lag bei etwa 500 Meter. Ihre Munition zündete aber noch bei 1100m. Ein einziger Treffer reichte bereits aus, um jedes einmotorige Flugzeug zum sofortigen Absturz zu bringen. Vier Treffer dieser Granaten reichten sogar zur Vernichtung von viermotorigen Großbombern.

Nach Einführung der “ MK 108 “ Kuppel als Panzerbordwaffe gegen Luftziele wäre es allierten Jagdbombern kaum mehr möglich gewesen, mit Erfolg deutsche Kampfpanzer aus nahen Entfernungen anzugreifen. Ein Einbaut der Luftabwehrkuppel wäre problemlos möglich gewesen.

Unglaublicherweise lehnten die zuständigen Heeren im Heereswaffenamt die geniale Porsche-Rheinmetall Idee ab.
Als Begründung führten sie an, dass diese Waffe “ von Hitze und Staub beeinflusst werde“.
Welch ein Argument!

Während die deutschen Kampfpanzer so bis Kriegsende beim Tageinsatz hilflos der Gnade allierter Flugzeuge ausgeliefert blieben, führte die Luftwaffe die “ MK 108 “ ab Sommer 1944 bei Jagdflugzeugen wie der BF 109, FW 190, BF 110, TA 152 und ME 262 ein.
Ihre Zahl reichte nie aus.

Von den allierten Flugzeugbesatzungen wurde die Rheinmetall- Bordkanone wegen des Aussehens und des monotonen Schußgeräusches als “ Preßlufthammer “ bezeichnet.
Viele Berichte zeugen von der großen Wirkung dieser Waffe.
Ein bekannter US-Waffenfachmann, Lt,Col. Chinn, berichtete in einem Bericht der US-Navy über die “ MK 108 “ in der Nachkriegszeit: .. glücklicherweise begannen die Produktion und die Montage in die Turbinenjäger ( ME 262 ) nicht früh genug, es fielen ihr ohnehin genug B-17 Bomber zum Opfer “ (2)

Das gleiche “ Glück “ hatten die russischen Piloten ( IL2 Piloten vorallem) über Weißrussland- dank dem Heereswaffenamt.

Fußnoten:

1.) Thomas L. Jentz u. Hilary Louis Doyle, Panzer Tracts No. 20-1.
Paper Panzers, Panzer Tracts, Boyd 2001, S. 20-37
2.)Frith Hahn, Deutsche Geheimwaffen 1939-1945, Hoffmann, Heidenheim 1963, S.48-54

Die MK 108 Maschinenkanone
Die MK 108 Maschinenkanone
Minengeschoß einer 30mm MK108
Minengeschoß einer 30mm MK108
Advertisements