Die Hochtemperaturlegierungen von “ Project RAND “

Ein wichtiges Anliegen von Project RAND war die Erforschung von Hochtemperaturlegierungen, die in Lenkraketen und bei Raketenantrieben verwendet werden konnten. Hier arbeiteten die beiden Doktoren H. Herzog und J. Adenstett, ( 1) zwei Physiker und Metallurgen der Herman Göring Forschungsanstalt, an führender Stelle für das Projekt “ RAND “ und verwirklichten dort neue Hochtemperaturlegierungen, die bei interkontinentalen Lenkraketen eingesetzt werden konnten.

Abschnitt: Supermetalle

Im Gegensatz zu anderen Forschungsgebieten , auf dennen die US-Berichte begeistert Funde und Entdeckungen bisher unbekannter deutscher Verfahren aufführen, heißt es, dass auf dem Gebiet der Metallforschung die Deutschen überhaupt keine Neuigkeiten für die Amerikaner boten.
Immer wieder gibt es dennoch Berichte über Supermetalle, die von den Deutschen während des Zweiten Weltkrieges hergestellt worden sein sollen.

Berichtet wird hier von Metallen, die härter als Diamant gewesen sein sollen, über die Verwendung von Titan- und Tantalllegierungen bis hin zu panzerbrechender Munition aus Uran. (1)

Tantal wurde bei Siemens und Halske industriell verwendet ( BIOS, Nr.232).

Die Titangesellschaft in Leverkusen wurde genau so ausgequetscht ( BIOS, Nr. 451), wie auch die Platinmetall-Industrie ( BIOS, Nr.441). (2)

Nicht gern wird auch davon gesprochen, dass bis heute noch Spuren deutscher Uran-Munition einen polnischen Truppenübunsplatz zu einem der verseuchtesten Gelände des Landes machen ( also stammte die deutsche Munition wohl doch aus ausgebrannten Reaktor-Uran?)

In der Zwischenzeit ist bekannt geworden, dass der im BIOS-Bericht Nr.142 erwähnte Nitrierungsprozeß zur Härtung von Stahl und Aluminium heute bei Spezial- Metallegierungen angewandt und als “ Karbo-Nitrierung“ bezeichnet wird.
Wegen ihrer mechanischen und hitzeresistenten Eigenschaften wurden Titan oder Titanlegierungen gegen Ende des Krieges bereits in Deutschland verwendet, wenngleich noch im kleinen Rahmen. Bestätigt wurden diese immer wieder als Phantasien abgetanen Vermutungen durch den britischen BIOS-Bericht Nr. 179, während die Amerikaner sich dazu bisher nicht äußerten. Gab es dafür gute Gründe?

Der Forscher Henry Stevens wandte sich daher an einen führenden Metallurgen des amerikanischen Rüstungskonzerns TRW und sprach mit ihm über die deutschen Entwicklungen auf dem Metall- und Legierungssektor während des Zweiten Weltkrieges. Als ihn Stevens fragte, was nun mit all den Super-Metallen gewesen sei, die die Deutschen angeblich entwickelt hätten, antwortete der Metallurge:
“ Es ist wahr. Die Deutschen entwickelten alle Arten von Metalllegierungen während des Krieges. Nach dem Krieg nahmen wir ihnen diese weg- einige von diesen waren großartig. Eine Legierung brachten wir heraus, gaben ihr eine TRW-Nummer und vermarkten sie bis heute noch- wir wollten jedoch, dass diese Erfindungen den Deutschen nicht zugeschrieben wird “
Die Firma TICIRW vergibt eine “ TRW Nummer“ für ihre kommerziellen Metalle aus Marketinggründen.
Die Fortschritte der Technologie seit 1945 wären oft ohne gleichzeitige Durchbrüche auf dem Gebiet der Metallforschung nicht möglich gewesen. Von der Weltraumfahrt über die Tiefsee-U-Boote bis hin zum normalen Westentaschenhandy, überall tauchten plötzlich wie aus dem Nichts Metalllegierungen auf, die früher unvorstellbar waren.

Dieses “ Nichts“ hat es aber so nicht gegeben.

Fußnoten:
1.) CHarles R. Christensen, A History of the Development of Technical Intelligence in the Air Force, 1917-1947- Operation Lusty, The Edwin Mellen Press, 2002, S. 189
2.) Henry Stevens, Hitlers suppressed and still secrets Weapons, Science and Technology, Adventures Unlimited, Kempton 2007, S.122-130
3.)Einer der damals führenden deutschen Metallkundler, Prof. Hansen, ging nach 1945 in die USA und wurde dort zum Vater der Titan-Werkstoffe.

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