Deutscher Fallschirmjäger mit einem FG 42 wahrscheinlich bei Arnheim 1944
Deutscher Fallschirmjäger mit einem FG 42 wahrscheinlich bei Arnheim 1944

Das Fallschirmjägergewehr 42 ( FG 42) war als Kombination aus Gewehr, Maschinengewehr und Maschinenpistole eine völlig neuartige Handfeuerwaffe und wurde im Zweiten Weltkrieg speziell für die deutschen Fallschirmjäger entwickelt.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz deutscher Fallschirmjäger bei der Schlacht um Kreta vom 20. bis zum 31. Mai 1941 hatte sich die Unzulänglichkeit der bisherigen Bewaffnung gezeigt. Einerseits war die Feuerkraft des fünfschüssigen Karabiners K98k viel zu gering, zum anderen konnten die Fallschirmjäger ihn beim Absprung nicht mit sich führen, so dass ihre Waffen separat abgeworfen werden mussten. Sie waren daher nicht kampfbereit, sondern mussten erst einmal ihre Ausrüstung zusammensuchen. ( Die einzigste Bewaffnung in dieser Zeit war eine Pistole)

Die Luftwaffenführung forderte daher eine vielseitig einsatzfähige Handfeuerwaffe, die als Selbstlade- Scharfschützen- und Schnellfeuergewehr verwendet werden konnte.
Die revolutionäre Konstruktion des FG 42 als Gasdrucklader für Einzel- und Dauerfeuer erfüllte all diese Anforderungen. Sie verband eine hohe Feuerkraft mit hoher Treffergenauigkeit. Mit dem FG 42 konnten sogar Gewehrgranaten verschossen werden.
Interessanterweise funktionierte dieses System bei Einzelfeuer aufschießend und bei Dauerfeuer zuschießend um eine bessere Kühlung zu gewährleisten.
Sprich: Wird die Waffe als Selbstladegewehr benutzt, erfolgt das Abfeuern mit geschlossenem Verschluss, um die größte Treffergenauigkeit zu erzielen. Wird sie als Maschinengewehr benutzt, bleibt jedoch der Verschluss offen stehen, sobald der Abzug freigegeben wird, was ein Höchstmaß der beim Dauerfeuer notwendigen Kühlwirkung ergibt.

Das Dioptervisier konnte auf Entfernungen zwischen 100 und 1.500 m eingerichtet werden, die Verwendung eines optischen Visiers war optional und erlaubte den Einsatz als feuerstarkes Heckenschützengewehr.

“ Einige technische Daten:
Kaliber: 7,92mm, Länge der Waffe 107cm, Länge des Rohres 48cm, Gewicht ca. 4,4-4,8kg, Gasdrucklader für Einzel- und Dauerfeuer, wirksamste Schussentfernung bis 550, Kastenmagazin mit 20 Patronen.“

Wegen Verzögerungen seitens des Heereswaffenamtes ( und der anfänglichen komplexen Konstruktion,es wurden aber im Laufe der Entwicklung laufend Änderungen in Details der Waffe in die laufende Produktion eingebracht und machten eine Serienproduktion schließlich möglich. So wurden der Schaft und der Pistolengriff ab der dritten Ausführung ausschließlich aus Holz gefertigt, das Zweibein wurde verstärkt und wanderte weiter in Richtung der Mündung um die Waffe besser beherrschbar zu machen. ) war keine Massenproduktion mehr möglich, so dass vom FG 42 bis 1945 lediglich rund insgesamt 7.500 Exemplare aller Versionen hergestellt wurden.

Das FG 42 kam erstmals bei der Befreiung des italienischen Duce Benito Mussolini am 12. September 1943 zum Einsatz. Die bei dem Kommandounternehmen im Gebirgsmassiv Gran Sasso eingesetzte Fallschirmjägerkompanie war mit der neuen Waffe ausgerüstet, allerdings wurde nicht ein einziger Schuss abgegeben.

Die effektive Waffe beeindruckte auch ausländische Militärs, so dass die grundlegenden Konstruktionsmerkmale des waffentechnischen Meisterwerkes FG 42 auch in deren Waffenentwicklungen einflossen.
So kann das FG 42 zum Beispiel als Pate für folgende Waffen angesehen werden:
das britische EM-1 von Korsac, das tschechoslowakische KP-5, das Schweizer Sturmgewehr 57 oder das amerikanische Maschinengewehr M60.

Auch hatte das FG 42 als eine der ersten Waffen eine geradlinige Schulterstütze verwendet. Mit dieser lässt sich der Rückstoß einer automatischen Waffe um ein Vielfaches besser kontrollieren, ein Merkmal, das sich durchgesetzt hat und heute bei jedem Sturmgewehr zu finden ist.

Nach Kriegsende gerieten große Mengen dieses Gewehrs in den Besitz der Roten Armee. Diese verkaufte die erbeuteten Waffen u. a. in den Nahen Osten. Bei Razzien der US-Streitkräfte im Irak oder Afghanistan tauchen daher auch heute noch gelegentlich FG 42 auf.

Hier noch ein kleines Video, das eine originale, erbeutete FG 42 zeigt ( Besitzer in den USA): https://www.youtube.com/watch?v=w9aij4oG56c

 

Louis Stange
Louis Stange
Fallschirmjäger im zerstörten Monte Cassino mit einem frühen ‘E-Modell’ des FG 42-Sturmgewehr
Fallschirmjäger im zerstörten Monte Cassino mit einem frühen ‘E-Modell’ des FG 42-Sturmgewehr
Fallschirmjäger mit FG 42 am Tag der Befreiung Mussolinis auf dem Gran Sasso in den Abruzzen (12. 9. 1943). Im Hintergrund einer der Lastensegler, mit denen das Kommando in dem zerklüfteten Gelände niedergegangen war.
Fallschirmjäger mit FG 42 am Tag der Befreiung Mussolinis auf dem Gran Sasso in den Abruzzen (12. 9. 1943). Im Hintergrund einer der Lastensegler, mit denen das Kommando in dem zerklüfteten Gelände niedergegangen war.
Fallschirmjäger mit einem FG 42
Fallschirmjäger mit einem FG 42
Ein Bild aus einem Ausbildungsbuch: Das Abfeuern des FG 42 in der richtigen Lage.
Ein Bild aus einem Ausbildungsbuch: Das Abfeuern des FG 42 in der richtigen Lage.
Fallschirmjägergewehr 42 erstes Modell
Fallschirmjägergewehr 42 erstes Modell
Einzelheiten am Lauf vorne
Einzelheiten am Lauf vorne
Einzelheiten des Verschlusses und anderer Teile
Einzelheiten des Verschlusses und anderer Teile
Hinterer Bereich des Fg42 Einzelheiten
Hinterer Bereich des Fg42 Einzelheiten
Das FG 42, wie es durch die Waffenfabrik Heinrich Krieghoff in Suhl hergestellt wurde.
Das FG 42, wie es durch die Waffenfabrik Heinrich Krieghoff in Suhl hergestellt wurde.
Fg 42
Fg 42
die späte Version des FG 42 mit dem modifizierten Griff
die späte Version des FG 42 mit dem modifizierten Griff
Fallschirmjägergewehr, Drittes Modell
Fallschirmjägergewehr, Drittes Modell
Sehr seltene Fg42 mit Gurtzuführung ( Experimentell gebaut)
Sehr seltene Fg42 mit Gurtzuführung ( Experimentell gebaut)

 

 

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