Auch wenn es der sowjetischen Aufklärung nicht gelang, auch nur deutsche Minenfelder oder Aufstellungen der “ Heeresgruppe Mitte “ im Winter 1943/1944 einigermaßen genau in Erfahrung zu bringen, zeigte man sich doch in der Lage, auf die geheimsten deutschen Technologieprojekte “ Überraschend “ schnell zu reagieren.

So wurde ab April 1944 aus dem ISU152 Panzerjagdselbstfahrlafetten ein verstärktes Modell mit einer überlangen 152mm Kanone entwickelt. Die neue Baureihe nannte sich “ ISU152BM „. Mit diesen neuen wirkungsvollen Kanonen der BL Serie sollte es möglich werden, 203mm Panzerung mit einem Winkel von 90Grad bis zu 2000m zu durchschlagen. Jedoch erwies sich die Kanone im Juli 1944 als zu schwer mit Mängeln behaftet. Zusätzlich war das neue Geschütz viel zu lang für das vorgesehene Kampffahrzeug. Man bastelte an der Version bis Kriegsende weiter, aber ohne zufriedenstellende Ergebnisse.
Alternativ hatte man auf der Grundlage des Stalin Panzers den sowjetischen Panzerjäger “ JS130 “ mit einer 130mm Schiffskanone C-70 entwickelt. Erst 1948 wurde der Panzer als “ JS7″ fertig. Obwohl er in vieler Hinsicht ein neuartiges Design war, wurde der größte jemals in Russland gebaute Panzer nie in die Produktion übernommen.

Hinter Entwicklungen wie der “ ISU152BM “ und der “ JS7″ stand als Geheimniss, das die Sowjets durch Verrat und Spionage ab 1944 von den neuen deutschen überschweren Panzern wie “ Maus “ und E100 wussten. Es ist wohl kein Zufall, das die Entwicklung der ISU152BM gerade begann, als der erste Prototyp der “ Maus “ seine Probefahrten begann.

Zum Glück für die Rote Armee wurden von der Maus aus der bis Kriegsende von Hitler in Auftrag gegebenen 160 Stück- Serie nur noch zwei Prototypen und Teile für drei weitere fertig. Beide Prototypen befanden sich im April 1945 auf dem Heeresversuchsplatz Kummersdorf bei Berlin. Ihre Reste wurden nach Kriegsende von den Sowjets erbeutet und ins Panzermuseum bei Kubinka in der Nähe von Moskau gebracht. Dort kann ein aus beiden Fahrzeugen rekonstruiertes Fahrzeug noch heute bestaunt werden. Beschussschäden an der Vorderseite der Wanne könnten dafür sprechen, das Berichte zutreffen, denen zufolge der V-2 Prototyp der Maus noch für die Verteidigung des Heeresversuchtsplatz Kummersdorf im Kampf eingesetzt worden sei. Auf jeden Fall wäre die 128mm Kanone der Maus imstande gewesen, die Panzerung des sowjetischen Josef Stalin 2 aus einer Entfernung von mehr als 2500m zu durchschlagen.

Der JS7 Tank der Sowjets hätte es dagegen mit der Maus oder dem E100 aufnehmen können.
Deutschland hatte jedoch mit dem Jagdpanzer E100 “ Salamander “ mit 17cm Kanone ein bereits auch dem JS7 überlegenes Modell in Entwicklung. Es hätte den JS7 schon aus 4000m erfolgreich bekämpfen und vernichten können.( Anm.: Die Amerikaner fanden diese aus einer 17cm Artilleriekanone umgebaute Waffe in irgendeiner Fertigungswerkstatt vor mitsamt zum Schusstest vorbereiteten Panzerbrechenden Granaten. Die Panzerbrechenden Granaten dieser monströsen Waffe wogen alleine um die 71kg!. Aufgrund dieser schweren Granaten wurde wie beim Jagdtiger z.b oder den sowjetischen IS2 Panzern die Munition getrennt gelagert und geladen, sprich die Granate und Treibladung.)

Die Episode um die plötzliche Eile bei der Entwicklung von Panzern mit überschweren Geschützen zeigt, wie gut die Russen im Frühjahr 1944 von den geheimsten deutschen Entwicklungen auf dem Rüstungsgebiet Bescheid wussten.
Die Westallierten hatten von den Plänen um Maus und E100 überhaupt keine Ahnung und wurden völlig überrascht, als sie Teile dieser Riesenpanzer bei ihrem Vormarsch in Panzerfabriken erbeuteten. Noch heute zeigen zeitgenössische Bilder das Entsetzen westalliierter Offiziere bei der Besichtung der gigantischen Panzerwannen und Türme. Wieder hatte man Glück gehabt!

Die Kenntnisse des sowjetischen Nachrichtendienstes können somit nur aus dem kleinen Kreis von EIngeweihten stammen, die von diesen Plänen überhaupt informiert waren. Gerade der “ Stalin7 “ wäre in der Tat für die neuen deutschen Riesenpanzer ein absolut ernst zu nehmender Gegner geworden. Somit waren die deutschen Großpanzer “ Maus “ und E100 keine “ größenwahnsinnigen Phantasie- Projekte “ wie es heute gern dargestellt wird, sondern wären für einen hypothetischen Panzerkrieg der Jahre 1946/1947 dringend notwendig gewesen. Auf einem hypothetischen Panzerschlachtfeld 1947, wäre von der absoluten Überlegenheit die ein “ Königstiger “ noch 1944/1945 hatte, nicht mehr viel übrig geblieben.

E100 Computeranimiert
E 100 Computeranimiert
PzKpfw. VIII `Maus`
PzKpfw. VIII `Maus`
Deutsches Projekt Jagdpanzer E100 Salamander
Deutsches Projekt Jagdpanzer E100 Salamander
1ter Prototyp des IS 7, noch als Jagdpanzer
1ter Prototyp des IS 7, noch als Jagdpanzer
ISU152 mit überlanger 152mm Kanone BL 10
ISU152 mit überlanger 152mm Kanone BL 10
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