Der Wegbereiter der Antibabypille, Prof. Adolf Butenandt, uintersuchte über Jahre die weiblichen Sexualhormone und erhielt 1939 für seine Forschungsergbnisse über die chemische Verwandtschaft der Hormone untereinander den Nobelpreis der Chemie.
Der Wegbereiter der Antibabypille, Prof. Adolf Butenandt, uintersuchte über Jahre die weiblichen Sexualhormone und erhielt 1939 für seine Forschungsergbnisse über die chemische Verwandtschaft der Hormone untereinander den Nobelpreis der Chemie.

Die Antibabypille ist heute in den Industriestaaten der Welt das am weitesten verbreitete und auch gesellschaftlich akzeptierteste Verhütungsmittel.
Das Hormonpräparat, das die weiblichen Hormone Gestagen und Östrogen in unterschiedlicher Zusammensetzung und Dosierung enthält, wird von Frauen oral eingenommen und gilt als eines der sichersten Mittel gegen eine unbeabsichtigte Schwangerschaft.

Wenn heute von diesem Ovulationshemmer die Rede ist, der umgangssprachlich salopp „ die Pille “ genannt wird, wird regelmäßig unterstellt, dass es sich hierbei um eine geniale amerikanische Erfindung handelt. Dies ist jedoch keinesfalls der Fall, denn diese bahnbrechende medizinische Errungenschaft, aus der im Laufe der Jahrzehnte massive gesellschaftliche und kulturelle Umbrüche resultierten, geht eindeutig auf die Arbeit deutscher Forscher zurück.

Zwar meldete erstmals der CHemiker Carl Djerassi, welcher kurz nach dem Österreich Anschluss von 1938 aus Wien in die USA emigriert war, einen Abkömmling des weiblichen Geschlechtshormons Progesteron als Verhütungsmittel zum Patent an, den er zusammen mit den Pharmakologen Gregor Pincus und John Rock entwickelt hatte.

Tatsächlich geht die Einführung der Antibabypille Ende der sechziger Jahre auf Untersuchungen zurück, die wenige Monate vor Kriegsende 1945 an der Göttinger Universität stattfanden. Insofern war die “ Erfindung “ der Anibabypille im Jahre 1951 in den USA nicht viel mehr als eine amerikanische Verwendung von aus Deutschland entwendeten Forschungsergebnissen.

Auf dem US-Markt kam die erste Antibabypille am 18. August 1960 unter dem Namen “ Enovid “ und in Deutschland wurde sie 1961 von der Berliner Schering AG mit der Markenbezeichnung “ Anovlar „in die Apotheke gebracht.

Diese Amerikanisierung einer deutschen Erfindung lässt sich analog bei vielen anderen deutschen Forschungsergebnissen beobachten, denen der durchschlagende Erfolg auf dem Weltmarkt verwehrt blieb, weil die Westalliierten diese schöpferischen Leistungen des Deutschen Reiches der amerikanischen Industrie kostenlos zur Verfügung sttellten. Diese Erfindungen wurden von der US- Industrie assimiliert und von dieser dann unter eigenem Namen und unter dem Schutz amerikanischer Patente auf den Weltmarkt geworfen.

Advertisements