Langstreckenbomber ,Messerschmitt Me-264'
Langstreckenbomber ,Messerschmitt Me-264′

Unter den zahlreichen Flugzeugentwicklungen aus der Zeit des dritten Reiches sticht eine Kategorie heraus, die mit teilweise futuristischen Eigenschaften aufwartet: die Fernbomber oder auch “ Amerika-Bomber „. Ursprünglich zur Aufrechterhaltung der Verbindung mit dem fernöstlichen Bündnispartner, Japan konzipiert, entwickelte Reichsluftfahrtminister Hermann Göring im Laufe des Krieges ein starkes Interesse am Bau eines Langstreckenbombers, mit dem von deutschen Boden aus Bombenangriffe bis in die USA gestartet werden konnten. Unter dieser Prämisse wurde von verschiedenen deutschen Flugzeugherstellern entsprechende Planungen vorgenommen.

Das einzige dieser Projekte, das nicht nur geplant, sondern auch gebaut und getestet wurde, war der von Willy Messerschmitt entwickelte Fernbomber Me 264. Dieses Modell ging auf einen von Messerschmitt bereits Anfang der 1930er Jahre vorgelegten Entwuft eines Langstreckenflugzeugs zurück, das wegen seiner immensen Reichweite von 15.000 Kilometern auch als “ Antipdenflugzeug “ bezeichnet wurde ( Der Terminus “ Antipode “ leitet sich aus dem Griechischen ab und bedeutet “ Gegenfüßler „, damit sind die auf der anderen Seite der Erdkugel lebenden Menschen gemeint, deren Füße unsere Füßen zugewandt sind) .
Die 1938 begonnene Planung der Me 264 führte Anfang 1941 zu einem konkreten Bauauftrag des Generalluftzeugmeisters Generaloberst Ernst Udet, wonach die Maschine bei einer Gipfelhöhe von 8.000 Metern eine Bombenlast von 3.000 Kilogramm über bis zu 15.000 Kilometer tragen sollte. Am 23. Dezember 1942 hob die Me 264 zu ihrem Jungfernflug ab. Die weitere Entwicklung des Flugzeuges stand jedoch unter keinem guten Stern, denn es gab erhebliche Schwierigkeiten und Mängel, zum Beispiel bei den unzureichenden Junkers- Motoren, die zu schwach für die geplante Verwendung waren. ( Auch dies ist ein Hinweis auf Sabotage, es wurden stärkere Motoren getestet auch von Junkers, aber die weitere Entwicklung wurde abgelehnt oder verzögert.)
Außerdem schwankten die Verantwortlichen zwischen allen möglichen Einsatzvarianten der Me 264, so dass Planung und Bau des Flugzeuges nicht effizient vorangetrieben werden konnte. ( Auch ein Hinweis auf Sabotage)
“ Bahnbrechend wirkte dieses Modell allerdings durch die Flächenintegraltanks in den Tragflächen ( statt der bis dahin üblichen Sack- oder Metallbehälter ), die die Mitnahme von etwa 30 Prozent mehr Treibstoff ermöglichten.
Die Me 264 war das erste Flugzeug weltweit, das mit diesen Tanks, die heute in der Luftfahrt Standard sind, ausgestattet war. Das Projekt Me 264 wurde eingestellt, nachdem die beiden Prototypen bei einem Luftangriff zerstört worden waren. ( Infos zum Standort der Maschinen wurden an die Allierten weitergegeben von deutscher Seite aus. Allerdings ist bis heute unklar, wer die Infos an die Allierten weitergab)
Die neben der Me 264 in Angriff genommenen Fernbomberprojekte wie zu Beispiel der vierstrahlige Junkers- Fernschnellbomber Ju 287 mit negativ gepfeilten Tragflächen oder der schwer bewaffnete Focke-Wulf Fernbomber FW 03 “ 10.225″ mit Doppelrumpf- Leitwerk kamen alle über das Planungsstadium nicht hinaus. Es gab aber noch viele andere Kandidaten, unter denen sich um Teil visionäre jet- und raketengetriebene Entwicklungen befanden. Der bekannteste darunter ist wahrscheinlich Eugen Sängers “ Silbervogel “
Mit diesem zukunfsweisenden “ Silbervogel “ wurde die theoretische Basis für die späteren Weltraumgleiter geschaffen.

Grafik der ,Messerschmitt Me-264'
Grafik der ,Messerschmitt Me-264′
Arado E.555 – Konzept für einen Langstreckenbomber, der im Rahmen des Amerika-Bomber-Projektes des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) entwickelt werden sollte.
Arado E.555 – Konzept für einen Langstreckenbomber, der im Rahmen des Amerika-Bomber-Projektes des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) entwickelt werden sollte.
Focke Wulf TA400
Focke Wulf TA400
Junkers Ju.390V-1
Junkers Ju.390V-1
Junkers Ju 287
Junkers Ju 287
Sängers Orbitalbomber
Sängers Orbitalbomber
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