IG-Farbenindustrie-AG-historische-Aktie-1000-RM
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Das Aktienrecht entwickelte sich aus den staatlichen Konzessionen und gewissen Hoheitsrechten der Handelskompanien des 17. Jahrhunderts. Einzelstaatliche Regelungen wurden 1861 durch das Allgemein Handelsgesetzbuch abgelöst. Die 1884 novellierten Bestimmungen erwiesen sich in der Weltwirtschaftskrise 1929 als unzureichend. Mit dem Gesetz über Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien ( Aktiengesetz) vom 30. Januar 1937 sowie dem Einführungsgesetz zum Gesetz über Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien vom selben Tage erfolgte die Herauslösung des Aktienrechts aus dem Handelsgesetzbuch und eine weitgehende Neuregelung. So wurden unter anderem die Stellung des Vorstandes als gesellschaftsführendem Organ und gesetzlichem Vertreter der Aktiengesellschaft deutlich gestärkt, was im Gegenzug naturgemäß zu einer Schmälerung des Aktionärsrechte führte. Neben dem Verbot einer Personalunion von Aufsichtsrat- und Vorstandsmitgliedern wurden unter anderem auch eingehende Vorschriften über Gliederung, Feststellung, Termin, Prüfung und Genehmigung des Jahresabschlusses erlassen.

Die Bewertung eines zeitgenössischen Autoren zum Aktiengesetz ist bemerkenswert:
“ Die Aktienrechtsreform gehört zwar zu den Agitationsparolen insbesondere der Sozialdemokraten, wurde von ihnen aber niemals in die Tat umgesetzt, weil der gesamte jüdisch-kapitalistische Anhang des Marxismus dadurch in seinen dunklen Geschäften naturgemäß erheblich behindert worden wäre. Erst nach den riesigen Wirtschaftsskandalen und dem völligen Zusammenbruch im Sommer 1931 entschloss sich die damalige Reichsregierung zu einer Notverordnung, die aber nur wenige Punkte der Aktienrechtsreform einer Lösung entgegenführte. Eine grundsätzliche Neugestaltung brachte erst das Gesetz vom 30. Januar 1937…
Im Aufbau der Aktiengesellschaften wurde das Führerprinzip verankert. Der Vorstand führt unter eigener Verantwortung die Gesellschaft so, wie es das Wohl des Betriebes und seiner Gefolgschaft und der Nutzen vom Volk und Reich erfordern. Früher wurde der Vorstand nicht selten durch Beschlüsse der Hauptversammlung, durch Beschlüsse von sachunkundigen Elementen, deren Beweggründe oft nur persönliches Machtstreben oder Gewinnsucht waren, zu Maßnahmen gezwungen, die für die Gesellschaft schädlich waren oder vom Vorstand nicht vertreten werden konnten..
Hier ist ein nationalsozialistischer Grundsatz in die Tat umgesetzt, der in der ganzen Welt nicht seinesgleichen hat. „

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde das Gesetz von 1937 überarbeitet und am 6. September 1965 in neuer Fassung verkündet. Dieses Aktiengesetz ist mit den üblichen, durch andere Gesetz bewirkten Änderungen bis heute die maßgebliche Grundlage des deutschen Aktienrechts.

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