Wernher von Brauns Projekt und das “ Satelloid “ Projekt der SS

Bereits im Juli 1945 lag ein besonderer Bericht von Wernher von Braun in der Luftfahrtabteilung der amerikanischen Marine ( US Navy Bureau of Aeronautic) vor. Darin schlug von Braun Satelliten für Mess- und Forschungszwecke vor. Daraus entstand im November 1945 das erste Vorstudien-Projekt zur Entwicklung eines amerikanischen Satelliten.
Es gab gleich mehrere deutschen Satellitenprojekte. Die schnellstmögliche Lösung war, eine A-5 auf eine A-4/10 zu setzen und mit dieser Dreistufenrakete einen Kleinsatelliten in den Weltraum zu befördern.


Eine Verwirklichung wäre bis 1944 möglich gewesen. Die Nutzlast war nur auf wenige Kilogramm beschränkt.
Wahrscheinlich zu wenig, um militärisch interessant zu sein.

Von Braun gab in der Nachkriegszeit an, dass er seinen eigenen Satelliten in Peenemünde bis 1950 verwirklichen wollte, leider teilte er aber keine genauen Details mit. Auch hier gibt es Hinweise: Ende 1945 wurde die amerikanische RAND-Gruppe gegründet. Die RAND Gruppe war die direkte Empfängerin von streng geheimen Daten des ehemaligen deutschen Raketenprojekts.
Hauptsächlich aufgrund dieser erbeuteten Informationen wurde im Juni 1946 eine Satellitenstudie erstellt. Darin wurde ein 200 Kilogramm schwerer Satellit beschrieben. Man hielt es für realisierbar, ein solches Objekt bis zum Jahre 1951 in eine knapp 500 Kilometer hoch gelegene Erdumlaufbahn zu transportieren. Die RAND Gruppe beschrieb weiter, warum ein solcher Satellit das patenteste Werkzeug für die militärische und wissenschaftliche Welt des 20. Jahrhunderts sein könnte. und dass die daraus folgenden Auswirkungen auf die Welt vergleichbar mit der Explosion der Atombombe seien. Allerdings bezifferten die amerikanischen Forscher die Kosten dieses Projekts auf 150 Millionen Dollar- damals eine fantastische Summe. Wahrscheinlich ebenfalls aufgrund der deutschen Forschungen wurde festgestellt, dass einstufige Raketen für einen solchen Zweck unzureichend seien und nur mehrstufige Raketen als Träger in Fragen kommen würden.

Schließlich, und auch das ist im Hinblick auf das ehemalige deutsche Kriegsprojekt interessant, wurde auf den engen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit, einen “ Künstlichen Mond “ erfolgreich zu starten, und ballistischen Interkontinentalraketen hingewiesen, denn wer das eine entwickelt, besitzt auch das andere.

Die geheime RAND Studie blieb der Sowjetunion nicht verborgen und so mokierten sich die Sowjets bereits im Dezember 1947 über die amerikanische Anwendung “ Hitlerscher Ideen “ und die “ fantastische Idee “ von Aufklärungssatelliten. Allerdings dürften sie damals bereits selbst an solche Entwicklungen gearbeitet haben – schließlich hatten sie 1945 die identischen deutschen Pläne erbeutet.

Hatten die Peenemünder bereits während des Krieges ernsthaft an dem für spätestens bis 1950 zur Realisierung vorgesehenen Satelliten gearbeitet?
Ein in der Nachkriegszeit veröffentlichtes Foto des Kocheler Windkanals zeigt neben zahlreichen anderen Prüfgegenständen auch einen merkwürdigen kugelartigen Körper.
An seiner oberen Halbkugel sind seltsame Löcher erkennbar, die keinen Sinn zu ergeben scheinen, obwohl sie nach einem bestimmten Muster angeordnet sind.
Steckt man aber Drähte hinein, haben wir ein beinahe perfektes kleines Modell des späteren sowjetischen Satelliten “ Sputnik „vor uns.

Ein anderes deutsches Weltkriegs-Satellitenprojekt nannte sich “ System Satelloid “ und war eine Konzeption des Technischen Generalstabs der SS ( Kammler-Gruppe Prag). Die Idee der SS war, oberhalb der Stratosphäre Plattformen zu stationieren, die als Flugbomben oder zur strategischen Aufklärung in einer Höhe von 70 bis 150 Kilometern über dem Meeresspiegel verwendet werden sollten.

Zehn Jahre nach dem Krieg wurde die friedliche Version des deutschen “ Satelloid-Systems “ auf dem VI. Internationalen Astronautischen Kongress in Kopenhagen von dem ehemaligen Peenemünder Wissenschaftler Krafft von Ericke vorgeführt. Er arbeitete jetzt für die USA.

Im Unterschied zu normalen “ trägen “ Satelliten, die sich auf einer festen Umlaufbahn um die Erde bewegen müssen, sollte der “ Satelloid „über einen Zusatzantrieb verfügen.
Dieser hätte wechselnde Umlaufbahnen, variierende Geschwindigkeiten und unterschiedliche Einsatzhöhen ermöglicht- eine geradezu modern anmutende Konzeption.

Als Trägerrakete für die geplanten “ Künstlichen Monde „dürfte die A-11 oder als Notlösung die A-10 vorgesehen gewesen sein.
In der Nachkriegszeit veröffentlichte Entwürfe der A-11 zeigen passenderweise in der Nutzlastspitze der Rakete einen rundlichen Körper, der fast genauso wie die späteren Satelliten der 1950er Jahre aussieht.

Ein Zufall?

( Text aus dem Buch: Mit dem Balkenkreuz zum Mond- von Friedrich Georg)

Von den Amerikanern in Kochel erbeutete Windkanalmodelle. Sehr gut zu erkennen das runde Objekt auf der linken Seite...
Von den Amerikanern in Kochel erbeutete Windkanalmodelle.
Sehr gut zu erkennen das runde Objekt auf der linken Seite…

 

--Es gleicht den frühen Nachkriegssatelliten der Amerikaner und Russen bis hin zu den Öffnungen für Antennen und Sonden.
–Es gleicht den frühen Nachkriegssatelliten der Amerikaner und Russen bis hin zu den Öffnungen für Antennen und Sonden.

 

Zwei Beispiele für die Nachfahren des Kocheler Satellitenmodells in der UdSSR und in den USA in den 1950er Jahren: Der " Lunik II "---
Zwei Beispiele für die Nachfahren des Kocheler Satellitenmodells in der UdSSR und in den USA in den 1950er Jahren: Der “ Lunik II „—

 

-- und der Vanguard Satellit
— und der Vanguard Satellit

 

Raketenspitze mit " Künstlichem Mond " ( Erdsatellitenprojekt), verladen auf teilgepanzertem RSO (Modell)
Raketenspitze mit “ Künstlichem Mond “ ( Erdsatellitenprojekt), verladen auf teilgepanzertem RSO (Modell)

 

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