Zu den der US-Wirtschaft zum Nachbau empfohlenen deutschen Erfindungen gehörte auch das neuartige „Photophon“, das von alliierten Truppen schon in Nordafrika 1942/1943 erbeutet wurde.( Anm.: Zwar haben Alexander Graham Bell und Charles Sumner Tainter 1880 bereits ein Photophon erfunden und gebaut, jedoch funktionierte dieses nicht sehr zuverlässig und wurde schnell wieder vergessen.)

Das Geräte diente dazu, Stimmkommunikation über kurze Entfernungen mit Hilfe eines Lichtstrahls zu ermöglichen. Es ähnelte äußerlich überdimensionalen binokularen Feldstechern, die auf einem Dreibein standen. Es übertrug Stimmen über einen diffusen Lichtstrahl oder ein extrem enges Bündel von weißem und rotem Licht oder unsichtbarem Infrarotlicht.

Die Empfangskomponente des Stimmverstärkers bestand aus einer photoelektrischen Zelle, einem Umwandler ( Modulator), wobei die Hörbarmachung über drei Stufen der Verstärkung mit Hilfe dreier Widerstände erfolgte.

Der aussendende Teil des Geräts benutzte einen Einstufenverstärker zwischen den Mikrofonen und einem mechanischen Modulator, der die Botschaft dann über Lichtstrahl übermittelte.

Weiter enthalten waren optische Geräte zur Aussendung und zum Empfang des Lichtes, ein Zielfernrohr, um den Lichtstrahl zu fokkusieren, Batterien, Verstärker, Ohrhörer und Mikrofone. Ganz zusammengebaut wog das Gerät rund 50 Pfund und konnte von einem einzigen Mann transportiert werden.

Von der deutschen Armee wurde das Photophon für Kommunikation über kurze Entfernungen benutzt. Das Gerät war besonders nützlich für Verbindungen über Flüsse, Täler oder schwieriges Gelände, wo keine Telefondrähte ausgelegt werden konnte. Ein weiterer Vorteil war, dass die Kommunikation über Lichtstrahl nicht abgehört werden konnte.

Leider ist nicht bekannt, was aus dieser revolutionären Technologie wurde, bei deren Überführung in zivile Hände das Signal-Corps der US-Army behilflich sein wollte. Aus heutiger Sicht scheint besonders die Möglichkeit der Kommunikation mit Hilfe von für das bloße Auge unsichtbarer Infrarottechnologie vielversprechend.

Foto: Das US-Handelsministerium bot 1946 interessierten Firmen Unterlagen über das deutsche “ Photophon “ zum Nachbau des Systems an.

Das US-Handelsministerium bot 1946 interessierten Firmen Unterlagen über das deutsche " Photophon " zum Nachbau des Systems an
Das US-Handelsministerium bot 1946 interessierten Firmen Unterlagen über das deutsche “ Photophon “ zum Nachbau des Systems an
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