Jedes Bundesbürger muss mit Vollendung des 16. Lebensjahres entweder einen gültigen Personalausweis oder aber einen gültigen Reisepass besitzen.
Der Personalausweis dient als vom Staat ausgegebener Lichtbildausweis zum Identitätsnachweis bei der Wahrnehmung von Bürgerrechten und-pflichten und im privaten Rechtsverkehr ( zum Beispiel Vorlage des Ausweises zur Wahrnemung des Wahlrechtes oder beim Abschluss eines Kaufvertrages).

Eingeführt wurde dieser amtliche Identitätsnachweis im nationalsozialistischen Deutschland unter dem Namen “ Kennkarte “ durch die “ Verordnung über Kennkarte “ vom 22. Juli 1938.
Am 6. Januar desselben Jahres wurde zudem eine Reichsmeldeordnung erlassen, mit dem die Meldepflicht aller Einwohner eingeführt wurde.

Die Kennkarte hatte DIN A6 Format und war – wie die späteren deutschen Führerscheine – auf graues, leinenverstärktes Papier gedruckt.
Gemäß § 1 Absatz 2 der Verordnung konnte grundsätzlich jeder deutsche Staatsangehörige vom vollendeten 15. Lebensjahr an, der seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt im Reichsgebiet hatte, die Ausstellung einer Kennkarte beantragen.

Nach § 1 Absatz 3 der Kennkarten-Verordnung konnte der Reichsminister des Inneren bestimmen, “ welche Gruppen von deutschen Staatsangehörigen und in welchem Umfang diese Gruppen dem Kennkartenzwang unterliegen. “

Aufgrund dieser Ermächtigung wurde mit drei Bekanntmachungen vom 23. Juli 1938 der Kennkartenzwang für drei Personengruppen eingeführt:
– männliche deutsche Staatsangehörige ab Vollendung des 18. Lebensjahres
-Antragsteller für Ausweise im “ kleinen Grenzverkehr “
-Juden

Soweit die Ausstellung der Kennkarte versagt oder die Karte entzogen wurde, konnten gegen derartige amtliche Entscheidungen gemäß §12 Absatz 1 und 2 der Verordnung das Rechtsmittel der Beschwerde bzw. bei Verfügungen des Polizeipräsidenten von Berlin das Rechtsmittel des Einspruches eingelegt werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kennkarten noch eine Zeitlang weiter verwendet, wobei allerdings das NS-Hoheitszeichen überklebt wurde.
Nach Erlaß des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland erhielt der Bund die Rahmenkompetenz für die Gesetzgebung im Melde- und Ausweiswesen.
Die einzelnen Bundesländer erließen entsprechende Ausführungsgesetze zu dem 1951 erlassenen Bundesgesetz über Personalausweise. Die Kennkarte wurde damit durch den Bundespersonalausweis endgültig ersetzt.

Vorderseite einer Kennkarte
Vorderseite einer Kennkarte
Ausgefüllte Kennkarte, Beispielbild
Ausgefüllte Kennkarte, Beispielbild
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