Betriebsunfallstatistik vom Februar 1939
Betriebsunfallstatistik vom Februar 1939

Auch wenn schon vor 1933 an ersten Vorbeugekonzepten für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz gearbeitet wurde, sind besonders nach dem Regierungsantritt der Nationalsozialisten erhebliche Fortschritte auf dem Gebiet der Arbeitssicheit gemacht worden.

Die Zahl der schweren, zur Berufsunfähigkeit führenden Arbeitsunfälle stieg von 1933 bis 1936 ( ohne Berücksichtigung von Arbeitsunfällen in Bergwerken) um mehr als 50 Prozent; die Zahl von Verletzungen und Unfällen am Arbeitsplatz stieg im Jahre 1938 auf 1,5 Millionen, wobei 8.000 Tote zu beklagen waren. Nicht zuletzt diese Tendenz führte zu einer Intensivierung der Bemühungen um die Arbeitssicherheit. Deutsche Fachjournalisten schrieben in Organen wie “ Das Archiv für Gewerbepathologie und Gewerbehygiene “ oder dem “ Zentralblatt für Gewerbehygiene und Unfallverhütung “ zahlreiche Artikel über die Gefährlichkeit des Umgangs mit Stoffen wie Asbest oder Zink, über Staubkontrolle oder Strahlenschutz; die Monatsschrift für Unfallheilunde berichtete über Unfälle in Industrieunternehmen, Der Gesundheitsingenieur und Arbeitsschutz schrieben über berufliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutze des Arbeitnehmers, Die Ärztliche Sachverständigen-Zeitung veröffentlichte arbeitspsychologische Beiträge über berufliche Einwirkungen auf die menschlichen Organe. Hinsichtlich der Vielzahl der Fachzeitschriften und Buchreihen gab es weltweit kein Land, das sich dem Themenkomplex der Arbeitssicherheit intensiver widmete als das Deutsche Reich.
Auch bei der Anzahl von Betriebsärzten, deren Zahl von 467 im Jahre 1939 auf stolze 8000 im Jahre 1944 stieg, nahm Deutschland eine führende Rolle ein.

“ Nationalsozialistische Ärzte sorgten sich wegen des häufigen Einsatzes von Medikamenten und der exzessiven Anwendung von Röntgenstrahlen, nationalsozialistische Ärzte warnten vor ungesundem Arbeitsklima “ und drangen darauf, die Verwendung von Asbest, Röntgenstrahlen oder Radium in Arbeitsbereichen einzuschränken. Amerikanische Industrietoxikologen schauten damals “ voller Bewunderung auf das deutsche Verfahren, chemische Farbstoffe in geschlossenen Fertigungssystemen herzustellen. Auch sie wollten diese Praxis einführen, um Fälle von Blasenkrebs zu verhindern.“
Nachfolgend seien einige der wegweisenden Maßnahmen jener Zeit aufgeführt, die für die Arbeitssicherheit relevant waren:

– Die Deutsche Gesellschaft für Arbeitsschutz richtete 1937 eine Krebskommission ein unter der Leitung des Nestors der deutschen Arbeitsmedizin, Professor Dr. Franz Koelsch, der als erster deutscher Gewerbearzt das Fach Berufskrankheiten lehrte. An diesen erinnert noch heute die von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin vergebene Franz-Koelsch-Medaille und der vom Bayerischen Staatsministerium verliehene Franz-Koelsch Preis.

– Mit dem Gesetz über die Heimarbeit vom 30. Oktober 1939 wurden die Sicherheitsmaßnahmen für Arbeiten geregelt, die zu Hause ausgeführt werden.

– Ab 1. August 1940 durften Personen unter 18 Jahren keine Arbeit mehr ausführen, bei der sie mit Asbest in Kontakt kommen.

– Am 23. Mai 1940 wurde generell das Rachen in Fabriken verboten, in denen erhöhte Feuergefahr bestand ( etwa durch Sprengstoffe oder brennbare Flüssigkeiten).

– Männliche Personen unter 18 Jahren, weibliche unter 20 Jahren sowie Schwangere und stillende Mütter wurden ab 20. Januar 1941 von der Arbeit mit aromatischen Verbindungen und Glykonitraten ausgeschlossen. Für Personen, die mit diesen Stoffen arbeiteten, wurden entsprechende Kontrolluntersuchungen obligatorisch.

– Seit dem 8. Februar 1941 war Personen der berufsmäßige Umgang mit Röntgenstrahlen verboten, sowie sie von einem staatlichen anerkannten Betriebsarzt als hierfür ungeeignet eingestuft wurden. Für Röntgentechnik wurde eine halbjährliche Untersuchung auf allgemeine und lokale Strahlung verursachte Schädigungen obligatorisch. Wurden strahlenbedingte Schäden festgestellt, mussten zwingend weitere Untersuchungen wie Blut- und Urinanalysen durchgeführt werden.

– Am 6. August 1942 durften Personen unter 18 Jahren beruflich keinen Umgang mit Zyanid haben.

-Am 23. März 1943 wurde verfügt, dass Frauen Lastkraftwagen bis 3,5 Tonnen fahren dürfen, wenn sie mindestens 21 Jahre alt und nicht schwanger waren sowie maximal acht Stunden täglich arbeiteten; Nachtfahrten waren ihnen ebenso verboten wie das Ankurbeln des Motors oder das Tragen schwerer Lasten.

– Für das weibliche Fahrpersonal in Straßenbahnen wurden am 20. April 1943 folgende Einschränkungen erlassen: Diese Personen müssen mindestens 1,60 Meter groß und zwischen 18 und 40 Jahre alt sein. Sie dürfen nur tagsüber arbeiten. Frauen, die an einem Kropf leiden oder an Gehörproblemen, Krampfader, Fuß- oder Beinbeschwerden, werden ausgeschlossen.

Der Betriebsarzt führte regelmäßige Untersuchungen der Mitarbeiter durch
Der Betriebsarzt führte regelmäßige Untersuchungen der Mitarbeiter durch
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