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Der KDF Wagen bei einer Vorführung

“ Der Volkswagen gilt als das geglückteste Resultat der deutschen Rationalisierungsanstrengungen seit den 20er Jahren .“

Adolf Hitler, der ein leidenschaftlicher Autofahrer und bereits seit dem 1. Januar 1925 Mitglied des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs e.V. war, hat in seinen Tischgesprächen in der Nacht vom 9./10. Januar 1942 bekannt:

“ Meine Liebe gehört dem Automobil. Das Auto hat mir mit die schönsten Stunden meines Lebens geschenkt. “
Mit der Idee eines deutschen “ Volksautos “ hatte er sich bereits seit 1924 beschäftigt. Kurz nach seinem Regierungsantritt ging er an die Realisierung seiner Vision vom staatlich subventionierten Kleinauto für die breite Masse.
Hitler Ziel war, durch niedrige Anschaffungs,- Betriebs- und Erhaltungskosten das Auto vom “ Luxus-Objekt einzelner zum Gebrauchs-Objekt für alle “ zu machen.

In einer Sitzung mit Teilnehmern der Reichskanzlei, der Reichsministerien für Verkehr, Wirtschaft und Propaganda sowie des Reichsverbandes der deutschen Automobilindustrie einigte man sich am 11. April 1934 auf einige technisch-ökonomische Parameter.
Zum Beispiel sollte der Preis 1.000 Reichsmark nicht überschreiten und Platz für drei Erwachsene und ein Kind bieten.

Ferdinand Porsche, der 1934 ein Expose mit dem Titel “ Bau eines Deutschen Volkswagens “ geschrieben hatte, stellte mit massiver Unterstützung Hitlers schon 1935 die ersten luftgekühlten Prototypen des Volkswagens vor, die sofort auf Deutschlands Straßen getestet wurden.
Träger des gesamten Projekts war die NS-Gemeinschaft “ Kraft durch Freude (KdF), eine Unterorganisation der deutschen Arbeitsfront ( DAF), die zur Finanzierung 50 Millionen Reichsmark zur Verfügung stellte und im Rahmen einer breitgestreuten Werbekampagne für den Kauf des Volkswagens mit dem Motto warb:
„5 Mark die Woche mußt du sparen, willst du im eigenen Wagen fahren! “

Das Interesse der Bevölkerung an diesem Ratensparplan war groß. Insgesamt sparten 336.668 Deutsche für diesen Zweck 280 Millionen Reichsmark an.

Das Projekt Volkswagen wurde von verschiedenen Führungspersönlichkeiten auf Staats- bzw. Parteiebene als Chefsache behandelt, wie zum Beispiel die Tagebucheintragung von Reichsminister Dr. Goebbels vom 15. Januar 1937 über einen Gesprächstermin mit dem Führer der DAF zeigt:
“ Ich bespreche mit ( Ley ) Organisation der Kreditierung und des Verkaufs des Volkswagens. Da schaffen wir eine große Sache, die dem Führer Freude machen wird. “
Im Mai 1937 wurde die Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens ( Gezuvor) gegründet, und ein Jahr später, am 26. Mai 1938, legte Hitler im Rahmen einer aufwendigen Einweihungsfeier bei der projektierten Stadt des KdF-Wagens nahe Fallersleben ( 1945 auf britische Weisung in Wolfsburg umbenannt) den Grundstein für das Volkswagenwerk, das mit einer Jahresproduktion von 1,5 Millionen Volkswagen zur größten Fabrik der Welt werden sollte. Hitler führte unter anderem aus, der Volkswagen “ soll den namen der Organisation tragen, die sich am meisten bemüht, die breitesten Massen unseres Volkes mit Freude und damit mit Kraft zu erfüllen: Er soll “ KdF-Wagen heißen! Ich vollziehe die Grundsteinlegung im Namen des deutschen Volkes! Das Werk soll entstehen aus der Kraft des ganzen deutschen Volkes, und es soll dienen der Freude des deutschen Volkes! “

Der Prototyp des Volkswagens war 4,20 Meter lang, 1,55 Meter breit und hoch, er hatte einen 24PS starken Motor, eine Reisegeschwindigkeit von 100 Km/h und verbrauchte sechs bis sieben Liter auf 100 Kilometer. Der Verkaufspreis belief sich ab Werk auf 990 Reichsmark.
Dr. Ley verkündete auf einer Massenkundgebung in Köln am 1. August 1938, es sei der Wille des Führers, dass innerhalb weniger Jahre mindestens 6.000.000 Volkswagen auf den Straßen des Deutschen Reiches fahren sollten. “ In Zehn Jahren jedem schaffenden Deutschen einen Volkswagen- das sei unser Ziel. “

Doch der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verhinderte vorerst die zivile Serienfertigung, denn zwangsläufig wurde die Produktion auf die Erfordernisse der Wehrmacht umgestellt.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Produkion des geplanten KdF-Wagens zugunsten von Militärfahrzeugen wie dem „Kübelwagen“ Typ 82, dem allradbetriebenen „Kommandeurwagen“ Typ 87 oder dem „Schwimmwagen“ Typ 166, die allesamt auf dem luftgekühlten Motor und Chassis des KdF-Wagen basierten, zurückgestellt.

In den folgenden Jahren wurden im Volkswagenwerk rund 51.000 geländegängige VW “ Kübel “ und 15.000 „Schwimmwagen “ gebaut.
Obwohl der KdF-Wagen „offiziell“ nicht gebaut wurde, gab es 630 Exemplare als Limousinen und in Cabriolet-Version. Sie wurden vom Deutschen Afrikakorps, der Luftwaffe, zivilen Dienststellen sowie später auch von der britischen Besatzungsmacht genutzt

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die eigentliche Erfolgsgeschichte des Volkswagens, der “ als Musterbeispiel einer gelungenen Moderniesierungsstrategie “ anzusehen ist. Unmittelbar nach Kriegsende wurde die Produktion wieder aufgenommen und im Laufe der Jahrzehnte vom immer weiter verbesserten, aber in seiner Grundform gleichbleibendem Volkswagen rund 20,6 Millionen Exemplare produziert; In den USA avancierte er zum beliebtesten deutschen Produkt. Erst 1985 wurde die Produktion in Deutschland eingestellt:

Nach Ansicht des renomierten Historikers Professor Dr. Hans Mommsen bietet das Volkswagenprojekt “ ein anschauliches Beispiel für das Problem historischer Kontinuität zwischen dem Dritten Reich und der Bundesrepublik “

Nach dem Krieg verloren die Anrechtsscheine im Wert von über 280 Millionen Reichsmark, die von etwa 340.000 Personen (davon 70.000 nach 1939) erworben worden waren, ihren Wert.[1] Eine Vielzahl von Sparern versuchte ab 1948 ihre Ansprüche mit juristischen Mitteln durchzusetzen. Da das Volkswagenwerk aber nie in Besitz der Sparergelder auf einem Sperrkonto der Bank der Deutschen Arbeit gelangt war, endeten die Prozesse 1961 unter Ausschluß eines Rechtsanspruches mit dem Angebot der Volkswagenwerk AG, den KdF-Sparern einen Rabatt von 600 DM beim Kauf eines Fahrzeuges zu gewähren, was knapp einem Sechstel des Neupreises entsprach. Wer sich keinen neuen Wagen kaufen wollte oder konnte, erhielt 100 DM ausbezahlt.

Literatur

Paul Simsa: Hitler, Käfer, Volksbetrug. Wie Ferdinand Porsche den ‚Führer‘ faszinierte, Bodensteiner, 2004

Fußnoten:

1.) Hans Mommsen, Manfred Grieger: Das Volkswagenwerk und seine Arbeiter im Dritten Reich, ECON Verlag, Düsseldorf 1996, ISBN 3-430-16785-X, S. 198.

Grundsteinlegung der KdF-Wagen-Fabrik bei Fallersleben durch den Führer. Der Führer vollzieht die drei Hammerschläge. 26.5.1938
Grundsteinlegung der KdF-Wagen-Fabrik bei Fallersleben durch den Führer.
Der Führer vollzieht die drei Hammerschläge.
26.5.1938

handbuch-fuer-den-kdf-wagen
Handbuch für den KDF Wagen

Hitler bei der Vorstellung des KdF Wagens
Hitler bei der Vorstellung des KdF Wagens

 

Hitler hält bei der Eröffnungsfeier des VW Werkes eine Rede
Hitler hält bei der Eröffnungsfeier des VW Werkes eine Rede

 

Hitler im KdF-Wagen
Hitler im KdF-Wagen

 

Hitler und Herr Porsche
Hitler und Herr Porsche

 

Hitler wird das Modell des KDF Wagens gezeigt
Hitler wird das Modell des KDF Wagens gezeigt

 

Hitler wird der Innenraum des KDF Wagens vorgeführt
Hitler wird der Innenraum des KDF Wagens vorgeführt

 

Hitler wird der VW als Volldach Version gezeigt
Hitler wird der VW als Volldach Version gezeigt

 

KDF Wagen vor dem Brandenburger Tor
KDF Wagen vor dem Brandenburger Tor

 

KdF-Wagen auf einer Autobahn, Januar 1943
KdF-Wagen auf einer Autobahn, Januar 1943

 

Presseball 1939: Der Volkswagen, der den Hauptgewinn der Tombola darstellte, stand im Mittelpunkt des Interesses. Rechts Heinrich George neben ihm Bengt Berg, weiter links der Konstrukteur des Volkswagens Dr. Ferdinand Porsche mit Frau Elsa Ellinghausen, der glücklichen Gewinnerin.
Presseball 1939: Der Volkswagen, der den Hauptgewinn der Tombola darstellte, stand im Mittelpunkt des Interesses. Rechts Heinrich George neben ihm Bengt Berg, weiter links der Konstrukteur des Volkswagens Dr. Ferdinand Porsche mit Frau Elsa Ellinghausen, der glücklichen Gewinnerin.

 

Sparkarte für den KdF Wagen
Sparkarte für den KdF Wagen

 

Sparmarke
Sparmarke

 

Werbebroschüre für die KDF Sparkarte
Werbebroschüre für die KDF Sparkarte

werbeplakat-fuer-den-kdf-wagenwerbung-1939

Werbeplakate für den KdF-Wagen

"Dein KdF-Wagen".; Plakatentwurf von Atelier Brach, Berlin, 1939
„Dein KdF-Wagen“.; Plakatentwurf von Atelier Brach, Berlin, 1939
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